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Stadt Hannover Bekommt Hannover eine „Stadtpolizei“?
Aus der Region Stadt Hannover Bekommt Hannover eine „Stadtpolizei“?
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00:17 29.05.2017
Von Andreas Schinkel
Bereich der Trinker-Szene am Raschplatz. Quelle: Behrens
Hannover

Organisierte Bettelei in der Innenstadt, lärmende Straßenmusikanten und Zechgelage auf Plätzen - den Problemen in der hannoverschen Innenstadt will das Rathaus mit einem neuen Ordnungs- und Sicherheitskonzept begegnen. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) stellt den Entwurf im Juni der Ratspolitik vor - einige Schwerpunkte aber werden schon jetzt bekannt. Nach Informationen der HAZ sollen die verschiedenen Ordnungskräfte - Parkranger, Servicegruppe Innenstadt und auch private Sicherheitsdienste - besser koordiniert werden. So sollen etwa Parkranger nicht nur in Grünanlagen, sondern auch auf City-Plätzen kontrollieren, ob Hunde angeleint sind und Bierflaschen nicht zu Boden geworfen werden. „Wir wollen Trinker nicht vertreiben, aber wir sitzen ihnen im Nacken“, heißt es aus der SPD.

Derzeit zählt die Servicegruppe Innenstadt neun Mitarbeiter, zehn Parkranger sind auf den Grünflächen unterwegs. Fasst man die Ordnungsdienste zusammen, käme am Ende eine Art „Stadtpolizei“ heraus, wie sie die CDU schon seit Langem fordert. „Aber dann müsste die Stadt auch den ganzen Schritt gehen und eine gemeinsame organisatorische Führung schaffen“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Er plädiert dafür, auch die Abfallfahnder des kommunalen Entsorgungsunternehmens Aha ins Boot zu holen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Ordnungskonzeptes besteht darin, einen Versammlungsort für Trinkergruppen am Raschplatz zu schaffen. „Dieser soll zunächst für ein Jahr erprobt werden“, heißt es in einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU im Bezirksrat Mitte. Im Trinkraum werde der Konsum von niedrigprozentigem, mitgebrachtem Alkohol (Wein, Bier) „in Maßen“ erlaubt. Der Raum wird ganztägig betrieben, Sozialarbeiter sollen Beratung und Betreuung anbieten. Als Standort ist ein Raum in dem Gebäude im Gespräch, in dem auch die Spielbank betrieben wird. „Mit uns hat noch niemand geredet“, sagt Spielbank-Sprecherin Karen Krüger. Die Stadt verspricht sich von einem Trinkraum, die Szene auf dem Raschplatz zu entzerren. Dort trifft sich insbesondere in den warmen Monaten eine Gruppe von bis zu 50 Trinkern.

An anderen Brennpunkten hat die Stadt bereits reagiert. Seit April überwacht ein privater Sicherheitsdienst hinterm Bahnhof den Andreas-Hermes- und den Weißekreuzplatz. Die Streifen sind werktags zwischen 13 und 20 Uhr unterwegs, an Wochenenden schon ab 12 Uhr. So hatten die Sicherheitskräfte bereits einiges zu tun, wie die Verwaltung berichtet: Sie mussten „auf die öffentliche Toilette hinweisen“, Lärmbelästigungen unterbinden, den Leinenzwang für Hunde durchsetzen, den Konsum von Betäubungsmitteln verbieten, darauf achten, dass Müll ordnungsgemäß entsorgt wird und Rettungswagen rufen. „Nach der bisherigen Erfahrung reicht oft schon die Ansprache aus, um eine Verhaltensänderung bei Störenden zu bewirken“, heißt es in der Drucksache der Verwaltung.

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