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Stadt Hannover Bettina Wulff lächelt die Trennung in Großburgwedel weg
Aus der Region Stadt Hannover Bettina Wulff lächelt die Trennung in Großburgwedel weg
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20:48 07.01.2013
Bettina Wulff in Großburgwedel - kurz nachdem die Trennung des Ehepaars bekannt wurde. Quelle: dpa
Großburgwedel

Der persönliche Wachdienst war meist unsichtbar, wenn Christian und Bettina Wulff sich mit ihren Söhnen in Großburgwedel unters Volk mischten – nahbare Mitbürger beim Sommerfest, beim Italiener, an der Supermarktkasse. Das war in guten Zeiten so, als der Landesvater vor drei Jahren Neubürger in dem Ort bei Hannover wurde. Und das blieb auch so, als er später als Bundespräsident Heimaturlaub in Großburgwedel machte. Auch nach seinem Rücktritt im Februar 2011 hatten Stadtspaziergänge für die zurückgekehrte Familie nichts von einem Spießrutenlaufen. Die 20.000 Einwohner zählende Stadt war eine so diskrete Adresse für die Wulffs, dass sie laut zahlreichen Interviewäußerungen eigentlich Lebensmittelpunkt der Familie bleiben sollte.

Nun aber, gerade anderthalb Wochen nach einer Story in der Boulevardpresse über die „ganz normale Familie“ mit Bild vom Einkauf im örtlichen Supermarkt, die offizielle Trennung. Wenige Minuten, nachdem die Nachricht via Internet publiziert war, fand sich ein Medienpulk in Großburgwedel ein. Morgens hatten die Wulffs ihre Trennungsvereinbarung unterschrieben, mittags fuhr Bettina Wulff vor den Augen der Journalisten im schwarzen Wagen vor dem Haus in Großburgwedel vor – allein. Lächelnd ging sie ins Haus, ohne Fragen zu beantworten.
Fernsehteams und Journalisten allüberall auf der Jagd nach Bildern und O-Tönen von der Straße – das haben die Großburgwedeler in drei Wulff-Jahren  zur Genüge mitgemacht, ohne sich zu Schmähkommentaren oder Lobliedern vor laufender Kamera verlocken zu lassen.

Natürlich gibt es Expertinnen wie die Frau am Cafétisch der Bäckerei, die schon im September nach der Lektüre des Buches „Jenseits des Protokolls“ von Bettina Wulff die Trennung kommen sah. Oder die Mutter vor der Grundschule, die sich fragt, ob das viel fotografierte Haus, in dem Bettina Wulff und ihre Söhne wohl bis auf weiteres wohnen bleiben werden, einen Käufer finden wird. „Nur den Panikraum hätte ich gerne“, scherzt sie, „für meine pubertierende Tochter“. Der Grundtenor in Großburgwedel jedoch ist ein anderer. „Das tut mir so leid für die Kinder“, sagt der chinesische Gastronom Jole Liu – und ist damit ganz nah beim Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller. Für die Familie Wulff sei das alles „sehr bedauerlich“.

Fotografen und Kamerateams fanden sich am Montag auch in Hannover-Waldhausen ein: Am Nachmittag hatten sich Gerüchte verdichtet, Christian Wulff werde in den kommenden Tagen in ein Haus dort einziehen. Ein Parkverbotsschild vor dem Haus weist auf einen Umzug hin, der dort vom 9. bis 11. Januar stattfinden soll. Eine Nachbarin sagte, sie habe Christian Wulff dort schon vor Wochen  ein- und ausgehen sehen. Das Leben der Wulffs bleibt im Fokus der Öffentlichkeit – auch über die Trennung hinaus.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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