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Stadt Hannover ... und Filme gibt es auch
Aus der Region Stadt Hannover ... und Filme gibt es auch
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00:15 05.12.2014
Von Rüdiger Meise
Ein Sekt zur Begrüßung: Die HAZ-Abonennten genießen als Erste den Service in Astor Grand Cinema. Quelle: Surrey
Hannover

Das neue Astor Grand Cinema riecht nach frischem Popcorn, dem feinen Leder der Kinosessel – und nach Klebstoff. In vielen Kinosälen und im Foyer schrauben und sägen die Arbeiter noch, die offizielle Eröffnung mit rund 800 Ehrengästen ist Dienstagabend. Gestern erlebten ein paar Hundert Abonnenten der HAZ bereits exklusiv eine Vorpremiere und schauten sich als erste Besucher Deutschlands größtes Premiumkino an. „Die Atmosphäre erinnert mich ein bisschen an meine Jugendzeit“, sagt HAZ-Leser Henning Kretlow, während er mit seiner Begleitung Jutta Hartmann einen Begrüßungs-Aperol im Foyer trinkt. Das ist durchaus gewollt: Das Design des Astor ist mit seinen geschwungenen Formen und ovalen Lampen eine Hommage an die fünfziger und sechziger Jahre, die große Zeit der Filmtheater.

Hans-Joachim Flebbe begrüßt die Gäste perönlich

Kinounternehmer Hans-Joachim Flebbe begrüßt seine Gäste persönlich in jedem der vier Kinosäle, die Dienstag bespielt wurden. „Verzeihen Sie uns, dass manche Türen noch keine Griffe haben.“ Während andere Unternehmer neue Kinos eröffnen, eröffnet Flebbe neue Kinokulturen. 1991 hat er mit dem Cinemaxx im gleichen Gebäude das erste Multiplex-Kino Deutschlands gebaut und betrieb später 40 Cinemaxx-Kinos. Doch die Zeit der Multiplexe sei vorbei, sagt er.

Nun möchte er, dass das Premiumkino „von Hannover aus einen neuen Trend setzt“. Dazu gehört, dass nicht jeder Blockbuster gezeigt wird: „Die schlimmsten Horrorfilme laufen im Cinemaxx am Raschplatz – und sind da auch gut aufgehoben“, sagt Flebbe. Ein erwachsenes Publikum jenseits der 30 wolle das Astor ansprechen, sagt Flebbe. Aber 20-Jährige schicke man natürlich auch nicht weg.

Das Astor will nach dem Vorbild des Berliner Zoo Palast, der ebenfalls Flebbe gehört, den Kinobesuch zu einem stilvollen Abenderlebnis aufwerten, das nicht mit Filmschluss endet: Lounges, Bars und ein (nicht ganz echter) Kamin sollen die Gäste einladen, im Astor noch auf einen Drink oder einen Imbiss zu bleiben.

Tausende echte Bücher als Dekoration im Astor Grand Cinema

Jeder Kinosaal hat einen individuellen Charakter. Der große Saal 8 ist in schweres Orange getaucht, Kino 6 in kühles Blau mit roten Lampen. Besonders originell: Die kleinen Klubkinos 3 und 4 sind als Bibliotheken angelegt – Tausende Bücher säumen in Holzschränken die Wände der Kinosäle. „Dafür haben wir zwei Europaletten Bücher gekauft“, sagt Fabian Bontjes van Beek, Theaterleiter des Astor Nikolaistraße.

Viele neue Ideen sind im Astor verwirklicht – so ist in manchen Sälen die ungeliebte erste Reihe mit Chaiselongues ausgestattet statt mit Sitzen, und die Beleuchtung einiger Säle kann gesteuert werden wie bei einer Musik-Lichtshow. Nachos hat Flebbe aus dem Kino verbannt, wegen Geruchsbelästigung und Kleckergefahr. Plastiktüten sind tabu, Snacks werden im Astor in kleinen Tiegeln serviert. Nichts soll den Kinobesuch stören – deshalb wachen Aufsichten darüber, dass während des Films niemand mit dem Handy telefoniert.

Die normale Platzkarte kostet 10 Euro, am Sonntag, dem Familientag, zahlen alle Familienmitglieder den Kinderpreis von 7 Euro. Die Loge kostet 12,50 Euro – inklusive Garderobenservice, Begrüßungscocktail, Bedienung am Sitzplatz und Fußhocker. „Wir wollen die Ausrede entkräften, dass man zu Hause gemütlicher Filme sehen kann als im Kino“, sagt Flebbe. Doch einen Haken könnte das haben, witzeln die HAZ-Leser Henning Kretlow und Jutta Hartmann. Angesichts von so viel Komfort im Kino könnte der Titel ihres Films zur Herausforderung des Abends werden: „Ich darf nicht schlafen.“

Das neue Kino hat die Internetadresse astor-grandcinema.de

Die Sessel...

... sind aus Leder – bis auf die Bestuhlung von zwei kleinen Clubkinos mit Plüschsesseln. Die 2200 Platznummern in zehn Sälen sind goldfarben eingestickt. Die breiten Sessel haben variable Rückenlehnen und mindestes
 1,32 Meter Beinfreiheit. In den Logen kann man die Füße hochlegen. Die Sessel hat die Firma Astor mitentwickelt.

Die Snacks...

... werden auf Geschirr serviert und entsprechen dem edlen Ambiente des Astor: Es gibt Fingerfood, Käseplatte, Champagner und Wein. Logengäste bekommen einen Begrüßungscocktail und werden am Sitzplatz bedient. Natürlich gibt es auch Bier und Popcorn. Nur Nachos hat Kinochef Hans-Joachim Flebbe verbannt.

Die Technik...

... kommt zu guten Teilen aus Hannover: Die Lautsprecher der Firma Kling Freitag Sound Systems „suchen weltweit ihresgleichen“, lobt Kinochef Hans-Joachim Flebbe. Im großen Saal 8 ist „Dolby Atmos“-Soundtechnologie installiert – der Sound kommt von überall, auch von oben. Ein dreidimensionales Klangerlebnis.

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