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Stadt Hannover Mögliche Bombenentschärfung am 26. März
Aus der Region Stadt Hannover Mögliche Bombenentschärfung am 26. März
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22:11 24.02.2017
Von Tobias Morchner
Pressekonferenz von Stadt und Feuerwehr. Quelle: Morchner
Hannover

Bombenräumer werden in den kommenden Tagen und Wochen auf dem ehemaligen Parkplatz an der Stammestraße drei Blindgänger-Verdachtspunkte überprüfen. Sollte die Experten dabei auch nur an einer der drei Stellen tatsächlich auf eine nicht gezündete Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg stoßen, wird der Sprengkörper am 26. März unschädlich gemacht. In diesem Fall müssten an dem Sonntag 15 600 Menschen ihre Wohnungen verlassen.

Diese Straßen liegen im möglichen Sperrbereich (33,5 kB)

Auf diese Fahrplan haben sich die Kampfmittelbeseitiger gemeinsam mit der Feuerwehr, der Stadt und der Polizei verständigt. Derzeit geht von den Verdachtspunkten keine Gefahr für die Bevölkerung aus. Von der möglicherweise anstehenden Evakuierung im Radius von einem Kilometer rund um das Gelände an der Stammestraße wären dann auch mehrere Hotels, das Stadionbad, die Swiss Live Hall und zwei Flüchtlingsunterkünfte betroffen.

Das Besondere an diesem Einsatz: Das Siloah-Krankenhaus wird nicht geräumt, obwohl es in unmittelbarer Nähe der Verdachtspunkte liegt. „Das ist sicherlich außergewöhnlich, aber wir haben einen solchen Einsatz bereits in Vechta gehabt“, sagt Thomas Bleicher vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Das Siloah versorgt eine hohe Anzahl von Intensivpatienten, deren Verlegung die Verantwortlichen vor eine enorme Herausforderung gestellt hätte. Die 50 Krankenzimmer und zwei OP-Säle, an der Südseite des Gebäudes werden im Fall einer Evakuierung nach Angaben von Barbara Schulte, der Finanzgeschäftsführerin des Klinikums Region Hannover leer geräumt.

Hintergrund

Ein ausführliches Multimedia-Dossier über Bomben in Hannover finden Sie hier. 

Die Patienten würden dann im hinteren Teil der Klinik untergebracht. Die Notaufnahme würde geschlossen und auch Besucher könnten an diesem Tag nicht empfangen werden. „Das Krankenhaus kann für ein paar Stunden autark arbeiten und ist als geschlossene Einheit kontrollierbar - deswegen haben wir uns zu diesem Schritt entschieden“, sagt Bleicher. Die Feuerwehr stationiert auf dem Gelände der Klinik einen Löschzug, um schnell eingreifen zu können, falls an diesem Tag dort ein Feuer ausbrechen sollte. Zudem lassen die Bombenentschärfer im Fall einer Evakuierung eine 35 Meter lange und vier Meter hohe Wand aus mit Wasser gefüllten Seecontainern erreichten, um das Krankenhaus vor eventuellen Schäden zu schützen. „Die Patienten sind sicher und sie werden es auch sein“, sagt Schulte.

Wann die Bombenräumer Gewissheit haben werden, ob sich ihr Verdacht in einem oder sogar in allen drei Fällen bestätigt, ist unklar. Bislang deuten lediglich magnetische Messungen auf mögliche Blindgänger hin. Das Problem: Die möglichen Sprengkörper liegen in einer Tiefe von acht bis zehn Metern im Boden. Darüber befindet sich eine vier Meter dicke Schicht aus Trümmerschutt. Gemeinsam mit Mitarbeiter eines Tiefbauunternehmens werden die Verdachtspunkte jetzt behutsam nach und nach frei gelegt. „Sind wir auf etwa einen Meter dran, können wir feststellen, mit was wir es zu tun haben“, sagt Bleicher.

Auf dem Gelände sollten eigentlich Anfang März die Bauarbeiten für das neue Breitensportzentrum von Hannover 96 beginnen. Doch einen möglichen verzögerten Baubeginn hatte der Verein von Anfang an eingeplant. Die Kosten für die ersten Sondierungen auf dem Baugebiet hat der Bauherr zu tragen. Nach der Entdeckung der drei Verdachtspunkte muss jetzt die Stadt alle anfallenden Kosten tragen. „Das ist eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich“, sagt Feuerwehrchef Claus Lange.

So läuft die Räumung

Für alle Fragen zur möglichen Evakuierung hat die Feuerwehr ab sofort ein Bürgertelefon eingerichtet. Der Anschluss der kostenfreien Nummer 0800 731 31 31 ist montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr erreichbar. Am 11. März werden alle von der Räumung betroffenen Haushalte mit mehrsprachigen Flugblättern und über die Handy-App Katwarn über die Details der Evakuierung informiert. Sollte eine Evakuierung des Gebiets rund um die Verdachtspunkte nötig sein, müssen die Betroffenen ihre Wohnungen um 9 Uhr verlassen. Wer nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen kann, dem stehen in der Helene-Lange-Schule und der IGS Linden Notunterkünfte zur Verfügung. Gehbehinderte können unter der Rufnummer 19222 für den Tag einen Krankentransport anfordern.

Der Tote, der am 12. Februar an der Uferböschung der Leine gegenüber der Wasserstadt Limmer gefunden worden war, ist identifiziert: Es handelt sich um einen 52 Jahre alten Mann ohne festen Wohnsitz.

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