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Stadt Hannover Braucht Hannover ein queeres Jugendzentrum?
Aus der Region Stadt Hannover Braucht Hannover ein queeres Jugendzentrum?
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22:15 27.10.2018
Queere Themen werden immer präsenter. Quelle: dpa
Hannover

Braucht Hannover ein queeres Jugendzentrum, also eines, das Jugendlichen mit einer von der Norm abweichenden, sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität vorbehalten ist? Folgt man den Experten einer Anhörung in einer gemeinsamen Sitzung von Jugendhilfe- und Gleichstellungsausschuss ist das Ergebnis eindeutig „ja“. „Queere Jugendliche brauchen einen eigenen, separaten Ort, wo sie auf Gleichgesinnte treffen und vor Diskriminierung geschützt sind“, sagte Corinna Weiler vom Verein „Andersraum“ in dem Ausschuss. Mit dem Begriff „queer“ oder der Abkürzung LGBTI sind unter anderem lesbische, schwule, bi-, trans- oder intersexuelle Jugendliche gemeint. Ein queeres Jugendzentrum in Hannover wäre nach Angaben von Claudia Krell, Autorin einer Studie zu queeren Jugendlichen in Deutschland, zugleich das erste seiner Art in ganz Niedersachsen. Bundesweit gebe es 7177 Jugendzentren. 20 davon seien speziell für queere Jugendliche ausgerichtet.

Mit der Anhörung waren die Ratsfraktionen einem Antrag der Fraktion „Die Fraktion“ gefolgt. Queere Themen würden öffentlich immer präsenter, dadurch steige der Druck auf Jugendliche in ihrer intensiv und wechselhaft erlebten Phase der Identitätsentwicklung aber nur noch mehr an, argumentiert deren Chef, Julian Klippert.

Keine Angst vorm Coming-Out

In einem Jugendzentrum, das allen Jugendlichen offen stehe, hätten queere Jugendliche oft viel zu große Angst, dass in die Schule weitergetragen werde, wenn sie sich outeten, sagte Weiler. Oft wüssten selbst die Eltern noch nicht Bescheid, wenn sie Hilfe suchten. Aber auch in einem queeren Zentrum wie dem „Andersraum“, der sich vornehmlich an Erwachsene richte, kämen Jugendliche zu kurz. In manchen hannoverschen Jugendeinrichtungen gebe es überdies bislang zuwenig Fachwissen. 14- jährige Trans-Jungs müssten Mitarbeiter über sich informieren, statt selbst Auskünfte zu bekommen. Im Andersraum mit seinen 30 Gruppen gibt es zurzeit vier queere Jugend- und zwei Elterngruppen. Wie groß das Interesse an so einem Zentrum in Hannover sei, habe erst im September ein queerer Jugendkongress in Hannover gezeigt, sagte Weiler.

„Kann ein queeres Jugendzentrum in heutigen Zeiten nicht auch verstärkt Provokationen anziehen“, fragte Regine Kramarek von den „Grünen“. Für Menschen, die nicht erkannt werden wollten, habe der Andersraum einen Nebeneingang, der wie ein normaler Wohnungseingang wirke, sagte Weiler. Ansonsten sei das Zentrum aber sehr sichtbar. In direkter Nähe befänden sich ein christlicher Verein, eine Moschee und eine Schule. Die meisten Probleme gebe es mit der Schule, mit Jugendlichen, die einfach mal vorbeikämen, um den „Andersraum“ ein bisschen aufmischen wollten. Oft ergäben sich aus solchen Besuchen aber gute Gespräche: „Man muss sich dem einfach stellen“, sagte Weiler.

Von Jutta Rinas

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