Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Breites Bündnis gegen Sexismus in der Werbung
Aus der Region Stadt Hannover Breites Bündnis gegen Sexismus in der Werbung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 02.11.2018
Ihnen reicht’s: Petra Mundt (Gleichstellungsbeauftragte der Region), Petra Klecina (Geschäftsführerin Frauennotruf), Ninia Binias (Autorin und Jasmin Mittag (Aktivistin v.l.) stellen die Kampagne gegen Sexismus in der Werbung vor. Quelle: Frank Wilde
Hannover

„Uns reicht’s“ – die Region Hannover startet jetzt mit einer Online- Kampagne gegen Sexismus in der Werbung. Brüste oder Bizeps als plumper Augenfang und nacktes Beiwerk in Werbeauftritten: Wenn Frauen auf ihren Körper reduziert und Männer mit stereotypen Rollenklischees verbunden werden, sprechen die Initiatoren der Kampagne – mehr als 30 hannoversche Einrichtungen – von sexistischer Werbung. Beispiele in Hannover hat es in jüngster Vergangenheit bereits gegeben. Die sogenannte Busenschnecke als Werbung für eine Wohnungsgenossenschaft ist von den Üstra-Bussen mittlerweile verschwunden, eine Gerüstbaufirma aus der Region indes kann es nicht lassen, einen Comic-Strip zu plakatieren, der Frauen als Lustobjekte und Bauarbeiter als schlichte Schürzenjäger darstellt – trotz einer Rüge des deutschen Werberates.

„Wir wollen gegen den Sexismus mobilisieren, gute Vorbilder präsentieren und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen – und in kurzer Zeit 1000 Unterschriften für unsere Sache sammeln“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Region, Petra Mundt, anlässlich der Vorstellung der Kampagne. Zusammen mit Fachberatungsstellen bei Notlagen und Gewalt soll die Öffentlichkeit für das Thema stärker sensibilisiert werden und zeigen, dass Hannover aktiv gegen Sexismus in der Gesellschaft angeht.

„Sexismus begegnet uns überall im Alltag“, sagt Petra Klecina vom Frauennotruf Hannover. Aber die Haltung habe sich verändert, nicht zuletzt durch die „MeToo“-Debatte. „Es ist zudem ein Fortschritt, dass Sexismus kein reines Frauenthema mehr ist“, betont Klecina. Dennoch gebe es noch etliche Ausreißer, wo nach Altherrenart wie vor 30 Jahren agiert werde. Sexismus habe nichts mit Sex zu tun, sondern vielmehr mit Herabsetzung, Bewertung und Erniedrigung. Mit der gemeinsamen Kampagne sollten die Rollenbilder verändert werden, prominente Unterzeichner gibt es bereits. Ministerpräsident Stephan Weil ist genauso dabei wie Sozialministerin Carola Reimann, die Wirtschaftsdezernenten von Stadt und Region, Sabine Tegtmeyer-Dette und Ulf-Birger Franz, sowie die Poetry-Slammerin und Autorin Ninia Binias.

Binias hat eine klare Meinung zu sexistischer Werbung: einfallslos und langweilig. „Ich kenne auch keinen Mann in meiner Generation, der das irgendwie cool findet“, so die Autorin. Für Petra Mundt ist Kampagne schlichtweg auch eine Frage der Haltung. „Ich habe keine Lust, dass Kinder und Jugendliche mit solchen Rollenbildern aufwachsen. Ich kann und will keine leicht bekleidete Frau mehr sehen, die für ein Auto wirbt.“ In der Region werde schon lange darauf geachtet, auf öffentlichen Flächen keine sexistische Werbung mehr zu tolerieren. Wobei es bei Definition und Kriterien dafür einen gewissen Spielraum gebe – je nach Betrachtung.

Dass das Thema aber grundsätzlich noch lange nicht vom Tisch ist, beweist die neuste Kampagne von Lego. Über einen Kranwagen der Reihe „Lego Men“ heißt es in der Werbekampagne: „So kompliziert wie eine Frau, aber mit Bedienungsanleitung. 4057 Teile – das nennen wir gut bestückt.“ Und eine große Bäckerei in der Region wirbt mit Phallussymbol und dem Wortspiel Korn und Porn für neue Lehrlinge.

Die Online-Kampagne ist unter der Adresse www.hannover-gegen-sexismus.de im Internet zu finden. Hier gibt es die Möglichkeit sich weiter zu informieren – und zu unterzeichnen.

Von Susanna Bauch

Was passiert in Alt-Vinnhorst und am Engelbosteler Damm? Der Bezirksrat Nord berät am 5. November über Verkehrsprobleme, Schulsanierung, Kleingärten und das Mädchenhaus Komm.

30.10.2018

Die Verbraucherzentrale warnt vor einer altbekannten Betrugsmasche: Anrufer täuschen eine Fernwartung des Computers vor und verschaffen sich Zugriff auf den Rechner.

30.10.2018
Stadt Hannover Gesundheitsförderung für Asphalt-Verkäufer - Gesund kochen mit Hartz IV

Sport, gesunde Ernährung und eine kleine Kochschule: All das soll den rund 100 Asphalt-Verkäufern durch ein besonderes Projekt näher gebracht und möglich gemacht werden.

30.10.2018