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Stadt Hannover Fußballrowdy wegen „anlassloser Gewalt“ verurteilt
Aus der Region Stadt Hannover Fußballrowdy wegen „anlassloser Gewalt“ verurteilt
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18:47 28.02.2017
Von Susanna Bauch
Immer wieder gefordert: Bundespolizisten am Hauptbahnhof in Hannover, hier bei einem Einsatz im Jahr 2013. Archivfoto: Körner Quelle: (Alexander Körner)
Hannover

Das Gericht sah es als erweisen an, dass der Werder-Bremen-Fan Christoph P. im November 2015 im Hauptbahnhof randaliert, Fangruppen zu aggressivem Gesang angestiftet und einen Beamten der Bundespolizei mit einer Gürtelschnalle geschlagen hat. Mit dem Bußgeld von 3600 Euro blieb Richter Björn von Bargen nur knapp unter der Grenze zu einem Eintrag ins Vorstrafenregister. „Ihnen kommt hier zugute, dass Sie bislang noch nicht straffällig geworden sind“, erklärte der Richter.

Der Vorfall liegt schon mehr als ein Jahr zurück. Am 21. November 2015 reisten Hunderte Werder-Fans zunächst nach Hannover, um von dort aus weiter nach Wolfsburg zum Auswärtsspiel zu fahren. Da etliche Bremer sich weigerten, im Zug ihre Fahrkarten vorzuzeigen, und eine Zugbegleiterin aus dem Waggon aussperrten, wurden die Fußballfans in Hannover von der Bundespolizei in Empfang genommen. Dabei eskalierte die Situation, es kam zu Rangeleien, aggressiven Gesängen und schließlich der Gürtelattacke von Christoph P. gegen den Rücken eines Beamten, der dank seiner Schutzkleidung allerdings nicht verletzt wurde. Da es sich bei der Gürtelschnalle laut Richter von Bargen nicht um eine gefährliche Waffe handelte, sah er von dem Vorwurf gefährlicher Körperverletzung sowie gefährlichen Landfriedensbruchs ab. „Dennoch handelt es sich hier um anlasslose Gewalt und nicht um eine kurze Entgleisung“, sagte von Bargen. Die Geldstrafe müsse daher empfindlich sein und ein Zeichen setzen

Zuvor waren Videoaufnahmen der Bahnkameras ausgewertet worden, die den Angeklagten zwar randalierend zeigten, nicht aber bei der Attacke auf den Polizisten. Diese wurde jedoch von Zeugen bestätigt. „Die Videoaufnahmen der Kameras im Hauptbahnhof haben leider keine besonders gute Qualität“, sagt Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizei. Im Frühsommer will die Deutsche Bahn die komplette Videoüberwachungsanlage im Hauptbahnhof austauschen. „Wir erhoffen uns dadurch deutlich höhere Aufklärungschancen“, so Ackert.

Im September 2016 war ein Mitstreiter von Christoph P. vom Amtsgericht Hannover verurteilt worden. Er hatte im Zuge von Tumulten einen Feuerlöscher aus einem Waggon entwendet und aus rund sechs Metern Entfernung auf Polizisten am Bahnsteig gesprüht. Tim S. wurde zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt.

Hauptbahnhof: Eine Spirale der Gewalt

Reisende Fußball-Chaoten bereiten der Bundespolizei am Hauptbahnhof zunehmend Probleme. Hannover als Drehkreuz ist an fast jedem Wochenende Anlaufpunkt für die friedlichen Fans, aber auch für Störer. Das Problem: Es betrifft nicht mehr nur die Spiele der ersten und der zweiten Bundesliga. Inzwischen fahren rivalisierende Fangruppen regelmäßig in größerer Zahl auch zu den Partien der zweiten Mannschaften ihrer Clubs aus den unteren Spielklassen. Zudem beobachtet die Bundespolizei seit geraumer Zeit eine Tendenz zum vorsätzlichen Schwarzfahren ohne jegliches Unrechtsbewusstsein. In der Regel besetzen Chaoten einen ganzen Waggon und verwehren dem Kontrolleur den Zutritt. Die Spirale der Gewalt schraubt sich immer weiter nach oben: Vor Kurzem randalierten am Braunschweiger Bahnhof Fußball-Chaoten von Hannover 96, die nicht als sogenannte Problemfans eingestuft waren. Sie griffen Polizisten mit Glasflaschen und einem Feuerlöscher an.

tm

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