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Stadt Hannover Störer lassen Merkel in Steinhude kalt
Aus der Region Stadt Hannover Störer lassen Merkel in Steinhude kalt
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19:06 18.08.2017
Von Gunnar Menkens
Angela Merkel in Steinhude. Quelle: dpa

Es sollte noch mindestens 1,5 Stunden dauern, ehe Frau Merkel auftreten würde, doch die Plätze hinter dem abgesperrten Innenbereich vor der Bühne waren fast vollständig besetzt. Die CDU hatte Holzbänke aufgestellt, die Sorte ohne Rückenlehne, um möglichst vielen Menschen Gelegenheit zu geben, "Frau Merkel", wie ein älterer Herr respektvoll sagte, aus der Nähe zu hören.

Aus Berlin hatte die Partei ein Dach mitgebracht, um Regen abzuwehren, wie ein riesiges Trampolin sah es von unten betrachtet in luftiger Höhe aus. Ebenfalls vorbereitet und zum Hochhalten gedacht: Plakate mit "Angela Merkel" Aufdruck. Drumherum tranken Leute Kaffee, manche entschieden sich für ein frühes Bierchen. Polizisten auf Pferden beobachteten die Szene, Fischfrikadellen im Brot warteten in Büdchen auf Käufer. Die spannende Frage war: Würde sich dieser recht dunkle Himmel über den Terrassen ausschütten? Nein, er hielt dicht. 

Gerüchteweise war zu hören, dass die Kanzlerin auf dem Fliegerhorst Wunstorf landen würde, aber das war top secret, keine Bestätigung, man müsse verstehen. Dann war sie da. Im olivgrünen Blazer und schwarzer Hose kam sie auf die Bühne. Ohne Musik, man ließ es ruhig angehen nach dem Terroranschlag in Barcelona und gedachte der Opfer zu Beginn mit langen Sekunden des Schweigens.  Merkel blickte auf rund 1000 Zuhörer, schräg rechts lag das Meer der Steinhuder. Es folgte eine recht schwungvolle Rede, gestört mitunter von einigen rechten Rufern, ein Dutzend vielleicht, mit Plakaten dabei (Köln ist überall), aber die Kanzlerin blieb geduldig: "Das bisschen Geschrei können wir aushalten, wir leben in einer Demokratie. Manche schreien eine Stunde, andere bewältigen Probleme. " Die Leute auf den Bänken waren begeistert.  

Vieles kam vor in Merkels Text. Sie dankte Polizisten und Soldaten für deren Arbeit, "und wir brauchen mehr Polizisten", was die Zuhörer mit langem Beifall bedachten. Merkel lobte Deutschlands Ehrenamtliche, auch den Flüchtlingshelfern, "aber es ist besser, den Menschen vor Ort ein besseres Leben ermöglichen, als sie auf die Flucht zu schicken". Europa nannte sie eine Versicherung für Frieden. 

Althusmann will Unterrichtsgarantie geben

Für die Zukunft sicherte Merkel zu, Steuern für mittlere und kleine Einkommen zu senken.  Von der Autoindustrie forderte die Kanzlerin, "alles zu tun was in ihrer Kraft liegt, um Fehler wieder gut zu machen, ohne Steuergelder" und in moderne Technologie zu investieren. Die Zukunft des Diesel war kein Thema. Dafür Niedersachsen, und dessen "Chaos in der Bildungspolitik" Merkels Idee dazu: "Ein Wechsel würde Niedersachsen gut tun. " Sie sagte, Kinder müssten die beste Bildung bekommen, die möglich sei. Dann, keine Überraschung: Merkel will wieder Kanzlerin werden. "Ein bisschen Erfahrung habe ich schon, es sind schwierige Zeiten, ich bin offen für Neues. " Dieses Beiläufige - rhythmisches Klatschen zum Schluss. 

Zuvor attackierte Bernd Althusmann, der Mann, der im Oktober Ministerpräsident werden will, die ehemalige rot-grüne Landesregierung für deren Bildungspolitik. Er brachte ein Versprechen mit: "Ich werde eine Unterrichtsgarantie geben, damit in Niedersachsen kein Unterricht mehr ausfällt. Lehrer müssen langfristig so eingestellt werden, dass genügend Lehrer da sind." Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Spitzenkandidatin der Union für den Bundestag, sagte in Richtung SPD, deren Kandidat Martin Schulz habe in Brüssel "wohl nicht mitbekommen, was dieses Land inzwischen geschafft hat". Sie nannte die wirtschaftliche Lage, die "Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit" und das hohe Niveau der Beschäftigung, "44 Millionen Menschen haben Arbeit". 

Auch regionale CDU-Kandidaten für die Bundestagswahl stellten sich vor. Maximillian Oppelt warb für "seriöse und verlässliche Politik". Hendrik Hoppenstedt sprach sich für eine "Nordumgehung in Wunstorf" aus, um die "fürchterlichen Staus" zu beenden. Maria Flachsbarth will sich für lebendige ländliche Räume einsetzen, Maik Beermann möchte die Digitalisierung vorantreiben. 

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