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Stadt Hannover Burkhard Huch bringt das Glück mit
Aus der Region Stadt Hannover Burkhard Huch bringt das Glück mit
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21:05 23.08.2017
Von Conrad von Meding
Blick fürs Detail: Huch mit Kindern in der Kita Heidering.  Quelle: Heidrich
Hannover

Manchmal sind es die kleinen Begebenheiten, die mehr sagen als 1000 Worte. Wenn Burkhard Huch der Kleefelder Kindertagesstätte Heidering einen Besuch abstattet, die 2012 von „seiner“ Bahlsen-Stiftung finanziert wurde, dann geht er als Erstes zur Sitzgruppe im Eingang. Dort schaut er, ob unter den scharfkantigen Füßen der Ledersessel kleine Bodenschoner aus Kunststoff liegen. „Sonst wird das hochwertige Linoleum zerstört“, sagt der 74-Jährige und lächelt freundlich. In der Kita kennt man das schon und achtet bei angekündigten Besuchen auf dieses Detail. Leider kommt der Stiftungs­chef manchmal auch unangekündigt vorbei. „Dann habe ich immer Sorge, dass die Plättchen nicht richtig liegen“, gesteht Kita-Leiter Karsten Bertram. So ist das eben, wenn der Geldgeber sich um jedes Detail kümmert.

Der schönste Job der Stadt

Man darf es wohl so sagen: Burkhard Huch, emeritierter Professor der Betriebswirtschaftslehre, hat seit 25 Jahren einen der vielleicht schönsten Jobs der Stadt. Er leitet die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung. Bei einem Kapitalstock von mittlerweile 99 Millionen Euro heißt das: Er darf Geld ausgeben. Viel Geld. Gerne zitiert er diesen Satz, den Klaus Bahlsen gesagt habe, als er ihn vor seinem Tod 1991 zum Testamentvollstrecker eingesetzt hat: „In deiner Haut möchte ich stecken, wenn du mit meinem Geld tingeln gehen darfst.“ Burkhard Huch zitiert das mit viel vordergründigem Schalk und tiefer liegender Dankbarkeit. Es sei etwas ganz Besonderes, diese Stiftung zu verwalten, „eine Ehre und eine Freude, aber auch eine Verantwortung“.

Wenn man mit Burkhard Huch einen Stadtspaziergang zu den Stätten absolvieren will, an denen er mit der Stiftung Gutes getan hat, dann wird das schwierig zu Fuß. Also spazieren wir zwar, nehmen zwischendurch aber auch ein Auto – zu viele Orte sind es, zu weit verstreut sind sie über die Stadt. Und zu jeder hätte der Mann, der an diesem Sonntag 75 wird, eine Geschichte zu erzählen.

Etwa am neuen Studentenwohnheim neben der Uni, das in wenigen Wochen bezogen wird. Bei der HAZ-Lektüre am Frühstückstisch sei ihm die Idee gekommen, sagt Huch. „Es war ein Freitag im Oktober 2014, ich las in der HAZ, dass das Studentenwerk dringend Geld braucht zum Bau neuer Unterkünfte – und da habe ich den Geschäftsführer Eberhard Hoffman angerufen.“ Aus der spontanen Idee eines Eine-Million-Euro-Zuschusses für ein kleines Gebäude im Innenhof der Wilhelm-Busch-Straße wurde im Laufe der folgenden Monate eine Förderung über 2,3 Millionen Euro. Zwei Bedingungen hatte Huch. Das Gebäude muss nach Bahlsen benannt werden, und es muss so rechtzeitig fertig werden, dass der Geldgeber noch bei der Eröffnung sprechen kann, bevor er sich Ende November aus der Stiftung verabschiedet. Kein Wunder. „Tue Gutes und rede darüber“ ist Huchs Motto, und das macht er mit Freude.

Kein Blatt vor den Mund

Nicht immer gefällt das allen Beteiligten. Legendär ist, wie er Oberbürgermeister Stefan Schostok während einer Pressekonferenz seinen Unmut kundtat, die Stadt verzögere die Sanierung der historischen Arkaden am Emmichplatz. Außer Themen wie Ernährung, Soziales, Medizin und Naturheilkunde gehört auch die Förderung des Städtebaus zu Schwerpunkten der Stiftung, die Gebäckunternehmer Klaus Bahlsen einst festgelegt hatte. Die Natursteinarkaden vor der Musikhochschule sind das Einzige, was vom alten Tanztreff Neues Haus geblieben ist. Sie zu erhalten und zu sanieren war Huch ein Anliegen, doch die Stadt hielt das trotz eines Finanzangebots nicht für vordringlich. Bei so etwas kann der Stiftungschef ziemlich ungehalten werden. Das wirkt. Kurz nach der Pressekonferenz wurden die Arkaden saniert.

Mit Klaus Bahlsen und seiner Frau Rut verband Huch lange ein freundschaftliches Verhältnis. 1974 hatte er als Controller bei Bahlsen angefangen, 1982 wurde er Professor für Betriebswirtschaftslehre und zugleich Vorstandsmitglied der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung. Der Bahlsen-Brunnen vor dem Rathaus war Huchs erstes Projekt als Stiftungschef, später folgten etwa der Infopavillon an den Herrenhäuser Gärten („Den würden wir heute vielleicht anders bauen“), das Alten- und Pflegeheim „Klaus-Bahlsen-Haus“ in Bothfeld, viele Ernährungs- und Musikprojekte in Kitas, aber auch Überregionales etwa auf Usedom, in Burgwedel, Stadtoldendorf und Aurich.

Ein Besuch bei Hoetger

Und was liegt ihm besonders am Herzen? Huch schlägt vom Rathaus aus den Weg ins Landesmuseum ein. Dort hat die Stiftung 1994 einen Umbau finanziert, damit Kunstwerke der Bahlsens gezeigt werden können. Modersohn-Becker-Bilder etwa und die ostasiatische Sammlung sind dort als Dauerleihgabe untergebracht, vor allem aber thronen die Hoetger-Skulpturen der vier Bahlsen-Geschwister Klaus, Gerhard, Werner und Hans prominent im oberen Foyer – dafür musste die Decke verstärkt werden.

Dorthin will Huch gelegentlich gehen, wenn er ab Dezember nicht mehr Stiftungschef ist. Und natürlich Tennis spielen und schwimmen – das macht er regelmäßig. Wer sein Nachfolger wird, ist noch ein Geheimnis. Jetzt aber steht erst mal der 75. Geburtstag an diesem Sonntag an. Den feiert er nicht in großer Runde. „Ich bin dann an der Ostsee“, sagt er unprätentiös.

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