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Stadt Hannover Dieser Facebook-Post eines Ratsherrn ging daneben
Aus der Region Stadt Hannover Dieser Facebook-Post eines Ratsherrn ging daneben
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00:15 13.07.2017
Von Tobias Morchner
Quelle: Archiv/Montage
Hannover

Küßner hatte zu einem Medienbericht über einen Polizisten, der im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G-20-Gipfel in Hamburg einen Warnschuss abgeben musste, folgende Bemerkung abgegeben: „Hoffentlich hat er auch getroffen.“ Er löschte seine Bemerkung auch dann nicht, nachdem er online Hinweise auf seine äußerst unpassende Bemerkung erhalten hatte.

Der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Jens Seidel kritisiert Küßners Kommentar im Internet in aller Schärfe: „Das ist ein saudummer Post, der in keinem Fall für die CDU steht, sondern eine private Meinung darstellt.“ Er werde in der ersten Fraktionssitzung nach der Sommerpause das Thema mit Küßner besprechen, kündigte Seidel gestern an. „Ich gehe davon aus, dass es keine weiteren Kommentare dieser Art geben wird“, fügte der Fraktionschef hinzu.

Küßner ruderte Sonntag im Gespräch mit der HAZ zurück. „Der Kommentar war nicht so gemeint, wie es manche empfinden“, sagt der Ratsherr. Er habe zu Hause auf dem Sofa gesessen und die Berichterstattung über den Vorfall im Fernsehen gesehen. „Dabei ist mir vielleicht ein bisschen der Draht aus der Mütze gesprungen“, formuliert es der Politiker. Er habe mit dem Kommentar seine Hoffnung zum Ausdruck bringen wollen, dass sich der Beamte gegen den Angriff habe wehren können. „Ich bin nicht dafür bekannt, dass ich eine John-Wayne-Mentalität propagiere“, sagt Küßner.

Bekannt ist der Christdemokrat allerdings dafür, dass ihm auch in der Vergangenheit schon einige Kommentare auf seiner Facebook-Seite missraten waren. So teilte Küßner beispielsweise im Mai dieses Jahres den Eintrag des ehemaligen Polizisten und heutigen Mitglieds eines Rockerclubs, Tim Kellner. Der frühere Polizeibeamte hatte ein Zitat von Theologin Margot Käßmann während des Kirchentags in Berlin, mit dem sie die AfD kritisiert hatte, verkürzt und damit falsch wiedergegeben und die ehemalige EKD-Vorsitzende anschließend scharf kritisiert. Küßner teilte diesen Eintrag – offenbar ohne dass er die Quelle hinterfragt hätte.

Außerdem teilte der Ratsherr auch einen Bericht zu einem angeblichen Vorfall beim Hamburger G-20-Gipfel. In dem Textbeitrag ist davon die Rede, dass ein Polizeibeamter durch einen Böllerangriff sein Augenlicht verloren habe. Die Polizei selbst hat über den Kurznachrichtenkanal Twitter allerdings bereits mitgeteilt, dass kein Beamter bei dem Einsatz erblindet sei. Dennoch ist der betreffende Hinweis immer noch auf Küßners Facebook-Seite zu entdecken.

„Ich liebe das offene Wort. Manche Dinge teile ich mit Absicht, um querzuschießen, damit die Leute aufwachen“, meint der CDU-Politiker. Dann weist er noch darauf hin, dass er für seine Internetkommentare auch sehr viel Zuspruch ernte.

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