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Stadt Hannover CDU will Wohnungen auf Andreas-Hermes-Platz bauen
Aus der Region Stadt Hannover CDU will Wohnungen auf Andreas-Hermes-Platz bauen
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19:04 09.10.2016
Von Andreas Schinkel
Auf dem Andreas-Hermes-Platz sieht die CDU Raum für Häuser. Quelle: Simon Peters/Archiv
Hannover

Geplant ist bereits ein 15-stöckiges Hotel auf dem Andreas-Hermes-Platz hinter der Raschplatz-Hochstraße, aber das reicht der CDU im Rat nicht. Die Christdemokraten, bisher ein entschiedener Gegner von Neubauten auf City-Plätzen, schlagen vor, auf dem Areal Wohnhäuser zu errichten. „Entlang der Weißekreuzstraße im Osten des Platzes ist genügend Raum für mehrere Häuser“, sagt CDU-Bauexperte Felix Blaschzyk. Bis zu acht Geschosse hoch könnten die Gebäude reichen, und der ausladende Brunnen könne verkleinert werden. „Der Andreas-Hermes-Platz hat keine Funktion“, sagt Blaschzyk. Das Areal sei lediglich eine Art schmuddeliger Durchgang zwischen zwei Plätzen, dem Weißekreuzplatz und dem Raschplatz.

„Wenn der Weißekreuzplatz neu gestaltet wird, kann dieser zum Aufenthaltsort für die Bewohner der Oststadt werden“, sagt Blaschzyk. Einer Bebauung des Andreas-Hermes-Platzes stehe folglich nichts im Wege, das Areal habe keine Aufenthaltsqualität. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept für den Andreas-Hermes-Platz“, sagt Blaschzyk.

Das sieht auch die Stadtverwaltung so. Zunächst liegen aber nur die Entwürfe für das neue Hotel-Hochhaus auf dem Tisch. Projektentwickler Bernd Rathenow von der hannoverschen Bauwo will in dem Gebäude ein neues Steigenberger-Intercity-Hotel mit mehr als 200 Zimmern unterbringen. 30 Millionen Euro will er investieren.

Trinker, Obdachlosentreffpunkt und Freiluft-Urinal

Derzeit fristet der Andreas-Hermes-Platz ein Schattendasein. Immer wieder ärgern sich Anwohner über Müll, den nächtliche Partygänger auf dem Platz hinterlassen. Die kreisrunde Wasserfläche dient nicht selten als Freiluft-Urinal. Obdachlose und Trinker halten sich oft am Rande des Platzes auf. Ein Hausverwalter hat bereits versucht, mit Klassik-Dauerbeschallung die Zecher zu vertreiben. Im Bezirksrat Mitte ist die Initiative nicht gut angekommen.

Einzig die Stufen zum Passarellen-Bereich erfreuen sich bei jungen Sportlern großer Beliebtheit. Parkour-Fans nutzen die Terrassen regelmäßig für ihre waghalsigen Sprünge. Kürzlich ist auf ihre Initiative ein buntes Graffiti rund um den Treppenaufgang entstanden. „Der Bereich sollte erhalten bleiben“, sagt CDU-Politiker Blaschzyk.

Auch die FDP, bisher ebenfalls ein entschiedener Gegner von Platz-Bebauungen, kann dem Vorschlag einiges abgewinnen. „Den Brunnen braucht kein Mensch. Der kann verschwinden“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Das würde auch Reinigungskosten für das meist verdreckte Wasser sparen. Bei einer möglichen Bauplanung sollten auch Büros berücksichtigt werden. „Vielleicht ist es sinnvoll, Bürohäuser an der Berliner Allee zu errichten“, sagt Engelke. Sie könnten als Lärmbarriere für die Wohnungen im hinteren Teil des Platzes dienen.

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