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Stadt Hannover Crash auf Rennstrecke - Versicherung muss zahlen
Aus der Region Stadt Hannover Crash auf Rennstrecke - Versicherung muss zahlen
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20:19 26.12.2014
Von Michael Zgoll
Mit so einem Mitsubishi Lancer fuhr der 24-Jährige auf der Rennstrecke. Quelle: Archivbild
Hannover

Ein Urteil zu einem schweren Unfall, das so manchen soliden Autofahrer ins Schlingern bringen dürfte, hat jüngst das Landgericht Hannover gefällt. Ein 24-Jähriger hatte auf der Motorsport Arena Oschersleben seinen Mitsubishi beim „Reisbrennen“, einem Tuningtreffen für asiatische Fahrzeuge, bei Tempo 170 zerlegt. Der Langenhagener wandte sich an seine Versicherung, verwies auf seinen Vollkaskoschutz und wollte den Schaden von 14 430 Euro - abzüglich 1000 Euro Selbstbeteiligung - erstattet bekommen. Das in Bayern angesiedelte Unternehmen trat kräftig auf die Bremse und wollte keinen Cent zahlen. Doch die 2. Zivilkammer unter Vorsitz von Christian Kleybolte gab dem jungen Mann Recht - 13 430 Euro soll er nun erstattet bekommen.

Das „Reisbrennen“ findet alljährlich an aufgeheizten Sommertagen statt. Hier dürfen Möchtegern-Vettels in ihren aufgemotzten Mazdas, Nissans und Toyotas über die Rennstrecke rasen, auf der Drift Area ins Schleudern kommen, ihre Autos beim Beleuchtungs-Wettbewerb in buntesten Farben strahlen lassen und sich am sogenannten Sexy Carwash ergötzen. Auch der 24-Jährige war im August 2013 auf der Piste zwischen Magdeburg und Halberstadt unterwegs - mit einem schwarzen Lancer, Baujahr 1989, mit 265 PS und ganz viel Schmackes. Auf einer Geraden überholte er einen anderen Japaner, bei Tempo 170, von rechts. Als dieser ebenfalls nach rechts zog, musste der Mitsubishi-Pilot bremsen, kam ins Schlingern, prallte gegen eine Mauer. Der Lancer war Schrott, auch ein drittes Autos wurde demoliert.

Mithilfe seines Rechtsanwalts Dirk Rademacher argumentierte der junge Mann vor Gericht, er habe keinesfalls an einem Autorennen teilgenommen. Es sei vielmehr ein Fahrsicherheitstraining gewesen. Er hatte gute Gründe, dies zu betonen, schließt das Kleingedruckte des bayerischen Konzerns doch einen Versicherungsschutz für Schäden aus, „die bei der Beteiligung an Fahrveranstaltungen entstehen, bei denen es auf die Erzielung einer Höchstgeschwindigkeit ankommt“. Auf Höchstgeschwindigkeit aber, versicherte der 24-Jährige treuherzig, sei es ihm auf dem Rundkurs nun wahrlich nicht gegangen. Auch ein anderer Passus der Versicherungsbedingungen war ihm und seinem Anwalt durchaus geläufig: Selbst wenn ein Unfall grob fahrlässig herbeigeführt wird, bleibt der Versicherungsschutz erhalten.

Die Richter gaben dem forschen Fahrer recht. Grobe Fahrlässigkeit? Spielt keine Rolle. Ein Autorennen? Konnte von der Versicherung nicht nachgewiesen werden. Worum es bei der Eilsache in Oschersleben tatsächlich gegangen sei, so die Kammer, lasse sich nicht klären. Der Umstand, dass der Langenhagener mit Tempo 170 unterwegs gewesen sei und rechts überholt habe, reiche nicht für die Feststellung aus, dass es dabei um die „Erzielung einer Höchstgeschwindigkeit“ gegangen sei. Zu dem Befund, dass es sich bei der rasanten Rundtour tatsächlich um ein Fahrsicherheitstraining gehandelt habe, mochten sich die drei Richter aber auch nicht hinreißen lassen.

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