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Stadt Hannover Darum geht es im neuen Hannover-Krimi
Aus der Region Stadt Hannover Darum geht es im neuen Hannover-Krimi
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00:15 14.08.2017
Am (fiktiven) Tatort: Krimi-Autorin Marion Griffiths-Karger am Maschsee. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Hinter den hohen Sichtschutzgittern an der Löwenbastion sind die Müllcontainer und leeren Getränkekisten kaum zu sehen. Wer nicht weiß, dass sie sich während des Maschseefestes dort verbergen, geht achtlos daran vorbei. 

„Aber was wäre, wenn hier jemand eine Leiche verstecken wollte?“, fragt Marion Griffiths-Karger. „Hier sind abends Massen an Leuten unterwegs, das würde doch überhaupt nicht auffallen.“ Die 59-Jährige späht zwischen den Gittern zu den Containern hinüber: „Man sieht doch von hier auch gar nicht, was da drinnen liegt.“

"Maschsee-Mord" heißt der neue Krimi

Was wäre, wenn? Mit dieser Frage beginnen fast immer die Recherchen der Krimi-Autorin aus Sehnde. Die düstere Vorstellung überkommt sie einfach so. „Dann denke ich plötzlich: Was wäre, wenn hier ein Mord passieren würde? Und dann entsteht ein neuer Krimi.“

Im vergangenen Jahr hatte die 59-Jährige wieder so einen Moment, erinnert sie sich, während sie unter den riesigen Kastanien an der Löwenbastion steht und den Blick über die Bierbänke am Wasser schweifen lässt: „Wir waren abends auf dem Maschseefest hier, es war alles voller Menschen, viel Radau und laute Musik. Sogar der Boden hat vibriert.“ Und während sich die Menge amüsierte, ging in Griffiths-Kargers Kopf das Kino los. Sie sah feiernde Menschen und plötzlich eine Leiche, die mit Senf beschmiert in einem Müllcontainer lag: „Maschsee-Mord“ heißt der neue Kriminalroman der Autorin. Er ist gerade erschienen.

Die tote Frau im Müllcontainer ist Mitarbeiterin in einem Fitnessstudio, und Griffiths-Karger betraut wieder einmal ihre beiden hannoverschen Ermittler Rüdiger Bergheim und Charlotte Wiegand mit dem Fall. Mittlerweile hat die Autorin sechs Hannover-Krimis geschrieben - die Leichen liegen in der Eilenriede, am Rathaus, am Kröpcke oder am Maschteich. Nun also das Maschseefest.

Warum gerade hier? Bedrohlich erscheint das Ambiente bei einem Rundgang um den See trotz des wolkenverhangenen Himmels nämlich nicht. „Ich mag das Maschseefest und bin immer gern hier“, erzählt die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern, die seit knapp 20 Jahren Romane schreibt. Aber vielleicht sei es auch gerade das, was für sie einen Mord so möglich erscheinen lasse: „Dass hier so viele Menschen sind, die es nicht bemerken würden, wenn jemand verschwindet.“

Einen Schauplatz ihres Krimis, den sie beim vergangenen Maschseefest detailgetreu recherchiert hat, gibt es allerdings gar nicht mehr, wie Griffiths-Karger bei ihrem Besuch des Festes immer wieder bedauert: „Die Temple Bar ist in diesem Jahr gar nicht dabei. Das ist sehr schade, da war ich immer gerne.“

"Maschsee-Mord"

Emons Verlag. 256 Seiten, 10,90 Euro.

Krimis als Liebenserklärung an Hannover

Ihre Krimis sind für die gebürtige Paderbornerin eine Liebeserklärung an Hannover, eine für sie völlig unterschätzte Stadt. Für Literatur interessiere sie sich schon, seitdem sie mit 14 Jahren zum ersten Mal die Romane der britischen Schriftstellerin Jane Austen verschlungen habe, sagt sie.

Die Leidenschaft für Mord und Totschlag weckte dann Agatha Christie. „Ich habe mir gedacht, dass solche Geschichten auch super in Hannover spielen können“, sagt Griffiths-Karger. Sie will in ihren Romanen so glaubwürdig wie möglich bleiben. Wenn die Sehnderin einen Ort besonders gut kenne, könne sie auch besser darüber schreiben. Wo die Leichen liegen, da sei sie auf jeden Fall immer auch gewesen, erzählt die 59-Jährige. „Ich bin auch hinter die Absperrgitter an der Löwenbastion geklettert und habe geschaut, ob das alles so möglich ist, wie ich es beschreibe.“

Leser, die Hannover kennen, können im „Maschsee-Mord“ den Ermittlern der Polizei bis auf die Straßennamen genau durch die List, am Maschsee entlang und quer durch die Eilenriede folgen. „Die Hannover-Schauplätze gibt es alle, das überprüfe ich oft auch zweimal“, sagt Griffiths-Karger. Alles andere sei Fiktion - auch das Fitnessstudio, in dem ihr Mordopfer arbeitete.

Ob sie schon einen neuen Hannover-Mord im Kopf habe? „Ein Stadtteil fehlt mir noch“, sagt Griffiths-Karger: „Linden hat auch viele Ecken für das perfekte Verbrechen.“

Linda Tonn

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