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Stadt Hannover Buntglasfenster von Markus Lüpertz sorgt für Debatten
Aus der Region Stadt Hannover Buntglasfenster von Markus Lüpertz sorgt für Debatten
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00:50 25.04.2018
Altkanzler Gerhard Schröder spendiert der Marktkirche ein Kirchenfenster von Markus Lüpertz. Quelle: Riemann/Montage
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Hannover

Altkanzler Gerhard Schröder will der Marktkirche ein zwölf Meter hohes „Reformationsfenster“ nach einem Entwurf Markus Lüpertz schenken – und hat damit bei Gottesdienstbesuchern gemischte Gefühle ausgelöst. Wobei überwiegend Vorfreude und Spannung herrscht, nur vereinzelt gibt es Kritik nach dem Sonntagsgottesdienst. 

Hans Krech muss nicht lange nachdenken, was er von dem Entwurf hält, den die HAZ am Sonnabend erstmals zeigte und in dem auch großformatige Fliegen über die Scheibe krabbeln. „Das ist Aufbauarbeit, ich freue mich, wenn moderne Kunst in die Kirche Einzug hält“, sagt der ehemalige Oberkirchenrat. „Im Mittelalter hat man noch ganz andere Dinge dargestellt, Menschen, die dem Wein ausgiebig zusprechen, oder Affen zum Beispiel“, merkt er an. Christa Rappe hat noch keine Meinung, sie will sich erst noch eine bilden und vom Künstler wissen, was er mit den Fliegen ausdrücken möchte. Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann kündigt bei ihrer Predigt deshalb gleich an, dass sich der Künstler der Diskussion stellen wolle. Zahlreiche begleitende Veranstaltungen seien geplant, um etwaige Vorbehalte abzubauen: „Je eher, desto besser.“

Henner Klingelhöfer ist mit dem geplanten Standort des teils düsteren Fensters nicht einverstanden: „Nicht auf der Südseite, da scheint das Sonnenlicht so schön durch, wenn schon, dann soll der Altkanzler das Fenster doch auf der linken Seite aufhängen lassen.“ Eigentlich findet er aber, dass moderne Kunst in die Marktkirche nicht hineinpasse: „Alles ändert sich, warum kann dieses Bauwerk nicht so bleiben, wie es die Jahrhunderte überdauert hat?“ Der Basta-Kanzler könne nicht einfach bestimmen, wo das Fenster eingebaut werde, da habe auch der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden. Das werde er auch, versichert Kreisel-Liebermann.

Für den Celler Philosophielehrer Sven-Anton Klose ist es höchste Zeit, dass der Zeitgeist in der Kirche ankommt. Vieles in der Liturgie sei sehr veraltet. Auch Helga Schwenzfeier meint, sie freue sich über das „Reformationsfenster“: „Das ist eine gute Idee, Kirche muss sich auch an die Moderne anpassen.“

Aus Hannovers Kunstszene gibt es bislang nur positive Reaktionen. „Gerhard Richters Kirchenfenster in Köln, Sigmar Polkes in Zürich, Imi Knoebels in Reims und jetzt ein Lüpertz-Fenter für die Marktkirche – das ist toll für Hannover“, sagt Christina Vegh von der Kestnergesellschaft. Und Stefan Becker vom Freundeskreis des Sprengel-Museums lobt: „Kirchenfenster waren immer ein Ort der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Heilgeschichte“. Die Lüpertz-Wahl sei „eine mutige Entscheidung“ und verdiene Respekt.

Von Saskia Döhner und Conrad von Meding

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