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Stadt Hannover Der Tag der Nerds auf dem Maschseefest
Aus der Region Stadt Hannover Der Tag der Nerds auf dem Maschseefest
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00:16 18.08.2017
Quelle: Oehlschläger
Hannover

Der Spaziergang über den Ideenboulevard auf dem Maschseefest beginnt für Olaf Häfker und Wolfgang Mahrenholz mit einem Rätsel: Wie sollen sie das Gewusel aus Holzstäben und Kordeln nur entwirren? "Hier muss man kreativ sein und sich gedanklich auch mal etwas trauen", sagt Student Fabian Siefert, einer der "Creative Walker", der Kreativlotsen, der Hochschule Hannover, die am Dienstag den Besuchern am Nordufer des Maschsees ihre Gesellschaft anbieten. Sie wollen über gute Ideen und Digitalisierung diskutieren und zeigen, welches Potential in Hannovers Köpfen schlummert. Über so ein Rätsel komme man schnell ins Gespräch und sei auch gleich beim Thema, so Siefert.

Statt Bratwurst und Bier gab es an den Ständen am Nordufer vor allem digitale Strategien und viel Technik: An den knapp 20 weißen Zelten auf der Kreativmeile stellten große Unternehmen wie Üstra und Cebit neben kleinen Startups und Verbänden ihre Ideen für ein digitales Hannover vor: das reichte von innovativen Auktionsplattformen für Kleidung bis zu Filmen in 360 Grad. Im Ideenzelt lauschten die Zuschauer Vorträgen über die Fähigkeiten von Sprachassistenten, Facebook für Vereine und die Frage, ob Kinder in Zukunft auch das Programmieren lernen müssen.

"Wir wollen mit dem Ideenboulevard etwas lostreten", sagte Organisator Kai Schirmeyer vom Netzwerk Kre-H-tiv und kündigte an, dass weitere Veranstaltungen folgen werden, mit denen die Digitalisierung in Hannover vorangetrieben wird. Schirmeyer will die Landeshauptstadt zu einer "digital liebenswerten Stadt" machen. Wie das funktionieren kann und welche Akteure zusammen arbeiten müssen, darüber diskutieren auch die Gesprächspartner auf dem Podium der Konferenz im Groove Garden. Digitalisierung bedeute Teilhabe, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok. Allerdings dürfe niemand davon ausgeschlossen werden: "Wir wollen das Thema von Grund auf aufarbeiten." Dafür werde die Stadt die Stelle eines Breitbandbeauftragten einrichten, sagte Schostok. "Denn Hannover hat alle Qualitäten, um im Wettbewerb zu bestehen und selbstbewusst aufzutreten."

Das zeigte sich am Abend auch in der Show "Die Höhle des Karpfen", in der Gründer vor einer Fachjury ihre Projekte vorstellen konnten. Und am Ende eines kreativen und vor allem digitalen Nachmittags tanzten die Besucher vor der Bühne am Nordufer zur Musik der hannoverschen Band "The Hirsch Effekt". Ganz ohne Lärm, denn die Klänge kamen für jeden Feiernden ganz individuell aus dem Kopfhörer. Digital eben.

Geschichten auf einen Klick

Wie Digitalisierung bei der HAZ aussieht, erklärt Volontär Nils Oehlschläger den Flanierenden am Nordufer. Auf dem Ipad präsentiert er die Digitalprojekte der Zeitung - etwa das Dossier zur Wasserstadt Limmer, die 24-Stunden-Reportage im Siloah oder auch den Blogbeitrag zur Bombenräumung. Durch die Digitalisierung hat sich das Arbeiten im Journalismus verändert: "Manche Themen lassen sich online noch in einer anderen Form erzählen", sagt er. "Für uns heißt Digitalisierung, dass wir Geschichten auch in Videos und Bildergalerien verpacken können und neue journalistische Formen ausprobieren können." Die besten digitalen Reportagen lesen Sie auf digital.haz.de

Beleuchteter Maschteich

Ein Hannover-Andenken der ganz besonderen Art bekommen die Besucher bei Zora Luhnau. Um ihren Hals baumelt eine Kette mit dem Umriss des Maschteichs in Miniaturformat: "Sogar die Schildkröteninsel kann man sehen." Digital ist am Stand der hannoverschen Firma Trafo Lab fast nichts, wer hierher kommt, ist vielmehr handwerklich gefordert. Man kann den kleinen Maschteich aus fester natürlich abbaubare Pappe ausschneiden, mit Filzstiften verzieren und an einer Lötstation mit einer LED-Birne versehen. "Das zeigt auch, wie man kreativ sein kann", sagt Luhnau, die in diesem Jahr auch das Festival Ihme Vison betreut. "Einen beleuchteten Maschteich hat nicht jeder."

Flug über den Gletscher

Am Stand der Cebit wird es sportlich. Beinahe kopfüber klammert sich Sebastian Behrendt an einem elektrischen Ikarus fest, er bewegt sich auf dem Gestell hin und her, als würde er fliegen. Durch die 3D-Brille vor seinem Gesicht sieht er eine weiße Gletscherlandschaft, über die er langsam gleitet. Den Flug steuert er mithilfe seiner Körperbewegungen. "Wir wollen Technik erlebbar machen", sagt Harwig von Saß, der Sprecher der Cebit. "Technik gehört zu Hannover und zu einer digitalen Stadt gehört auch unsere Messe." Im kommenden Jahr soll die Cebit ein neues Konzept erhalten, das auch junge Leuten anziehen soll.

Nerdkultur zum Kennenlernen

Über fehlenden Zulauf können sich die Mitglieder von Pixelpokal nicht beschweren: Die Barhocker sind immer besetzt, denn hier darf gespielt werden. Mit einem Joystick in der Hand versuchen die Besucher ihre virtuellen Figuren auf dem Bildschirm von einem Baugerüst zu schubsen. Merlin Baudewig sitzt schon fast den ganzen Nachmittag hier. "Durch regelmäßige Veranstaltung versuchen wir die Videospiel-Szene in Hannover zusammenzubringen", sagt Marko, der Gründer der Organisation. Noch sei Hannover als Standort für Videospiele und Entwickler nicht so bekannt - das will das Team, das seine Spiele-Treffen derzeit im Béi Chéz Heinz veranstaltet, ändern.

Die Tüftler von morgen

Am grellgrünen Stand von Cody beginnt die digitale Zukunft. Hier lernen die Kleinen wie aus einem Apfel, einem Kabel und keinem Prozessor ein Steuerboard für den Computer wird. "In unseren Kursen und Feriencamps sollen Kinder ihre digitalen Kompetenzen weiterentwickeln", sagt die Gründerin der digitalen Akademie, Katharina Swirski. Die Kleinen lernen, wie sie Drohnen steuern, QR-Codes erstellen und was man durch eine Virtial-Reality-Brille alles so entdecken kann. Die Fähigkeiten der Kinder seien oft bemerkenswert, sagt Swirski. Statt selbst zu programmieren, hat der sechsjährige Kim aber eher Augen für Roboter Meccano, den er mit dem Computer steuern kann.

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