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Stadt Hannover Das Programm für 900 Jahre Linden steht
Aus der Region Stadt Hannover Das Programm für 900 Jahre Linden steht
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09:34 20.12.2014
Die Postkarte Hannover-Linden datiert etwa aus dem Jahr 1955. Quelle: Archiv
Hannover

Die Geschichte begann womöglich unter einer Linde. Aus dem Jahr 1115 stammt die erste urkundliche Erwähnung Lindens. Eine Gerichtsstätte des Grafen Wedekind von Schwalenberg soll sich hier befunden haben, vielleicht unter einer Linde, spekulieren die Historiker. 900 Jahre später denken Hannoveraner bei Linden womöglich eher an die drei Türme des Kraftwerks und lange Sommernächte auf der Limmerstraße als an die bewegte Geschichte als Arbeiterstadtteil.

Im kommenden Jahr feiert Linden sein Jubiläum. Mehr als 100 Veranstaltungen sollen „das Linden-Gefühl“ vermitteln.  „Linden am Fluss – Linden im Fluss“: So lautet die Überschrift des ausklappbaren Flyers, der seit einer Woche in Geschäften und Ämtern ausliegt. Der Flyer erscheint auch in türkischer, spanischer, französischer und englischer Sprache.

Vom Bezirksrat bis zum spanischen Restaurant

Die 89 Feste, Ausstellungen, Konzerte und Projekte, die er auflistet, sind erst der Anfang. Im zweiten Halbjahr soll ein weiterer Flyer mit weiteren Programmpunkten erscheinen. „Wir sind froh, dass sich eine so große, bunte Menge an Institutionen beteiligt hat“, freut sich die Koordinatorin des Jubiläums, Freizeitheimleiterin Silke van Laak, bei der Vorstellung. 62 verschiedene Vereine und Gruppen sind bisher dabei – vom Bezirksrat, der am 1.-Mai-Wochenende einen Empfang auf dem Marktplatz gibt, bis zum spanischen Restaurant im Ahrbergviertel. Die Spanier erinnern im Rahmen eines deutsch-spanischen Sommerfests traditionell an die Geschichte Linden-Süds als „Spanierhochburg“.

Das Jahresprogramm umfasst eine Mischung aus eigens organisierten Jubiläumsveranstaltungen und bewährten Terminen: So werden etwa das Scilla­blütenfest auf dem Lindener Berg und das Fest auf der Deisterstraße dort aufgeführt.

Die Mischung ist mitunter etwas kurios: Der „Bierlauf“ über den Lindener Berg vermittelt vielleicht viel von dem „Linden-Gefühl“, mit der 900-jährigen Historie hat er aber wenig zu tun. Abgesehen davon lässt das Programm wenig Wünsche offen. Unterteilt in fünf Kategorien gibt es historische Ausstellungen („Linden erzählt“), kritische Vorträge und Lesungen („Linden denkt nach“) und Mitmachprojekte („Linden ist kreativ“ und „Linden bewegt sich“). In der Rubrik „Linden blickt nach vorn“ geht es um die Zukunft des Stadtteils. Der BUND bietet etwa eine Filmvorführung über Mauersegler in Linden an und eine Führung durch die Fledermausgebiete im Stadtteil.

Die Geschichte soll im Jubiläumsjahr – von den Anfängen im Jahr 1115 über die Zeit als Industriestadt bis heute – lebendig werden. Finanziert wird die Organisation aus Spenden und Zuschüssen des Bezirksrats sowie der Stadt. Im Vorfeld gab es Unstimmigkeiten darüber, ob das Fest aufgrund seiner besonderen Bedeutung von der Stadt selbst organisiert werden sollte. „Nach einem holprigen Anfang haben wir die eigenen Kräfte gebündelt. Dabei ist ein Netzwerk entstanden, das hoffentlich auch über das Jubiläum hinaus Bestand hat“, sagt Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube.

Gespräche mit Communitys laufen

Nicht ganz so glücklich sind die Organisatoren mit dem Spektrum der beteiligten Gruppen. Migrantenvereine und -gemeinden seien kaum darunter, sagte Grube. „Wir sind noch im Gespräch mit den Communitys. Da kam bisher nicht so viel Rückmeldung. Es gab da schon die Befürchtung, dass ein großer Teil der Bevölkerung am Ende nicht vorkommt.“ Die Organisatoren sind bemüht, für den zweiten Teil des Programms noch weitere Gruppen und Veranstalter zu begeistern. Vorschläge können auf der Internetseite zum Jubiläum eingetragen werden. Die Linden-Limmer-Stiftung sammelt weiterhin Spenden, mit denen etwa Projekten Zuschüsse gewährt werden können.

Von Mario Moers

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