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Stadt Hannover Das ist Hannovers erste inklusive Ferienbetreuung
Aus der Region Stadt Hannover Das ist Hannovers erste inklusive Ferienbetreuung
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00:18 27.07.2017
In der Matte abhängen: Die Kinder fühlen sich bei inklusiven Ferienbetreuung in Laatzen richtig wohl. Quelle: Uwe Dillenberg
Laatzen

Der elfjährige Lukas schaukelt vor sich hin. Mit großer Freude hält er dabei seine Füße in die Pfütze am Boden. Er kommt aus dem Lachen kaum heraus. Dass seine Schuhe völlig durchnässt sind - es scheint ihn nicht zu stören. Er scheint es sogar zu genießen, kann es aber nicht äußern. Von den Betreuerinnen bekommt er keinen Ärger für sein Verhalten.

Zusammen mit Lukas spielen 22 Kinder auf dem Schulhof der Freien Martinsschule. Einige lassen es sich bei einer Massage in der Hängematte gut gehen, andere klettern auf den Gerüsten umher oder spielen Schubkarrenrennen. Sie haben auf dem Hof alle Freiheiten, sich zu bewegen - jeder nach seinen geistigen und körperlichen Fähigkeiten. Die elf Betreuerinnen und zwei Betreuer lassen sie gewähren. Sie haben sich für das zweiwöchige Angebot extra kein pädagogisches Konzept überlegt.

„Die Kinder sollen hier einfach Spaß haben. Lernen können sie in der Schule wieder“, sagt Lisa Wanning. Zusammen mit drei anderen Masterstudentinnen der Sonderpädagogik hat sie sich um die Organisation des Programms gekümmert.

„Jeder ist ein Held“

Eigentlich hatte sich das Team auf eine gemischtere Gruppe aus behinderten und nichtbehinderten Kindern eingestellt. Jetzt sind nur drei der 22 Heranwachsenden im Alter von sieben bis 17 Jahre nichtbehindert. Trotzdem haben sie sich ein Motto überlegt: Jeder ist ein Held. „Die Kinder sollen merken, dass auch sie Helden sein können“, sagt Johanna Lüters. Die 21-Jährige spielt zusammen mit Gregor Fußball. „Das macht sehr viel Spaß“, sagt er und schießt den Ball in den Baum.

Elternvertreter fordern schon seit Längerem, dass sich Stadt und Region mehr engagieren für eine solche Betreuung. „Man sieht deutlich, dass der Bedarf an solch einer Ferienbetreuung da ist“, sagt Eckhard Heinz, Geschäftsführer der Freien Martinsschule.

Zusammen mit dem Verein Mittendrin und Eltern konnte der langjährige Wunsch nach einer inklusiven Betreuung verwirklicht werden. Das Pilotprojekt wurde komplett privat organisiert. Im Schulausschuss der Region hatten Elternvertreter wiederholt bemängelt, dass es kaum Ferienangebote für Kinder mit Handicap gibt, während viele Ganztagsgrundschulen durchaus wochenlange Betreuung in der unterrichtsfreien Zeit haben.

Geschäftsführer Eckhard Heinz freut sich über die strahlenden Kinderaugen. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder glücklich sind“, sagt er. Jetzt schon stehe fest, dass das Angebot fortgesetzt werden soll. „Wir stellen unsere Räumlichkeiten dafür gerne zur Verfügung“, sagt Heinz. Die Verantwortlichen wollen das Angebot langfristig auch auf die Herbst- und Osterferien ausweiten. Ob die Kinder, die in der Schule Inklusionshelfer haben, auch bei Ferienangeboten Anspruch auf deren Unterstützung haben, wird nach Angaben der Region im Einzelfall geprüft.


Wenn Eltern auf Ferienbetreuung angewiesen seien, etwa weil sie berufstätig seien, müssten sie für die Betreuung auch ihr eigenes Einkommen im angemessenen Umfang einsetzen. Nur wenn die Ferienangebote den Schulbesuch erleichterten, sei dies eine „Hilfe zur Schulbildung“ und die Eltern müssten sich daran finanziell nicht beteiligen. Das sei aber nur selten der Fall, hieß es vonseiten der Region.

„Tausende Angebote für andere“

Katrin Brunk ist mit ihrem Sohn Jonas da. Der Zehnjährige versucht, sein Gleichgewicht auf einer Wackelbrücke zu halten. „Auch wenn es der erste Tag ist, bin ich wirklich begeistert von diesem Angebot“, sagt Brunk. „Sonst habe ich Schwierigkeiten, ihn unterzubringen.“ Für Jonas nichtbehinderten Zwillingsbruder sei es hingegen kein Problem, geeignete Ferienaktionen zu finden. „Da gibt es ja Tausende Angebote“, sagt Katrin Brunk.

Zwischen freien Spielphasen gibt es Bastelaktionen und musikalische Mitmachelemente. „Über Musik bekommt man zu fast jedem Kind einen Zugang“, sagt Lisa Wanning. „Am Anfang waren die Kinder sehr schüchtern.“ Wegen körperlicher und geistiger Einschränkungen gibt es nun aber viele Angebote, die über die Wahrnehmung funktionieren: einen Barfuß-Pfad, Rasseln selber bauen und Taschen batiken. Es scheint zu funktionieren.

Julia Polley

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