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Stadt Hannover Das ist der Alltag einer jungen Leistungssportlerin
Aus der Region Stadt Hannover Das ist der Alltag einer jungen Leistungssportlerin
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18:15 28.06.2017
Von Saskia Döhner
Zum Krafttraining geht die Schülerin ins Sportinternat. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Gerade hat sie den Landesaltersklassenrekord über 200 Meter Lagen erschwommen, bei den Landesmeisterschaften im Februar gewann sie Gold über 200 Meter Schmetterling. 2016 startete sie bei den Jugendeuropameisterschaften in Ungarn und gehörte damit zu den jüngsten Teilnehmern: Kein Zweifel, Malin Grosse ist eine Spitzensportlerin. Die 15-Jährige ist aber auch Schülerin und besucht die Humboldtschule, eine von zwei Eliteschulen des Sports in der Region Hannover.

Während Gleichaltrige noch schlafen oder sich gerade schlecht gelaunt aus dem Bett quälen, hat Malin schon die ersten Bahnen im Schwimmbecken des Sportleistungszentrums gezogen. Dreimal in der Woche hat sie Frühtraining - von 7 bis 9 Uhr morgens, hinzu kommt viermal Langtraining von 16.15 bis 18 oder 18 bis 19 Uhr. Am Wochenende sind Wettkämpfe. Tage, an denen sie nicht im Wasser ist? „Gibt es nicht“, sagt Malin und lacht.

Die Schulstunden, die sie wegen des Trainings verpasst, wie Kunst oder Mathematik, holt sie in der siebten und achten Stunde nach. Außer die regulären Schulsportstunden. „Schade“, sagt Malin, „da lernt man die anderen Sportarten gar nicht so richtig kennen.“ Sie mag schließlich nicht nur Schwimmen.

Die Neuntklässlerin gehört zum ersten Jahrgang, der wieder nach 13 Jahren am Gymnasium Abitur machen wird. Das hat Vorteile: Während die Schultage sich für die Jugendlichen, die nach acht Jahren (G 8) Abitur machen, ab Klasse neun immer länger in den Nachmittag ziehen, ist bei G 9 ein Sechs-Stunden-Tag die Regel. Die Umstellung hat aber auch Nachteile, wie Lehrerin Anke Lincke sagt, die an der Humboldtschule die Spitzensportler betreut. Viele würden jetzt die zweijährige Oberstufe auf drei Jahre strecken - von jetzt 49 Schülern in der Oberstufe alle bis auf zwei - wer dies später mache, käme dann auf insgesamt 14 Schuljahre.

Neun Sportler in einer Klasse

110 Spitzensportler besuchen derzeit die Humboldtschule: Schwimmer, Kunstturner, Ruderer, Wasserballer oder etwa auch Leichtathleten. Ziel sei, alle Leistungssportler in einer Klasse des Jahrgangs zu konzentrieren, sagt Lincke. Malins Klasse besuchen insgesamt neun Sportler. In anderen Jahrgängen sind es sogar 13 bis 16 in einer Klasse. Malin wohnt in Kirchrode. Damit sie zwischen Schule und Training keine weiten Fahrwege hat, geht sie zwischendurch ins Lotto-Sportinternat unweit des Landessportbundes am Maschsee. Die Schule hat 40 Vollzeit- und 60 Teilzeitplätze. Teilzeitschüler wie Malin können hier Mittagessen und Hausaufgaben machen. „Schüler, die Leistungssport betreiben, müssen sehr selbstständig sein und sich gut selbst organisieren“, sagt Lincke. In ihren Worten schwingt Anerkennung für Jugendliche wie Malin mit.

Ohne Unterstützung der Eltern ist diese Doppelbelastung nicht zu bewältigen. Mindestens ebenso wichtig ist aber der Wille der Schüler. Natürlich müsse sie sich mal Sachen verkneifen, die sie gern machen würde, „Serien gucken oder Freundinnen treffen“ etwa, sagt Malin. Doch es klingt nicht so, als ob sie das groß bedauere. Die streng durchgetakteten Tage störten sie nicht, im Gegenteil. „Schwimmen macht mir total Spaß, und meine Eltern stehen voll hinter mir.“

Ihre Mutter war Leichtathletin, ihr Vater hat Fußball gespielt. Allerdings waren beide eher Hobbysportler. Dass Wasser ihr Element ist, hat Malin früh gemerkt: Als Vierjährige habe sie sich auf Mallorca das Schwimmen selbst beigebracht, erzählt die 15-Jährige, während sie ihre langen blonden Haare aus der Badekappe schüttelt. Neben Sport mag sie Englisch und Biologie. In der Klassengemeinschaft fühlt sie sich sichtlich wohl, schließlich geht es ja auch einem Drittel der Schüler so wie ihr.

Eltern machen keinen Druck

„Malin wusste schon zu Grundschulzeiten, dass sie auf die Humboldtschule wollte, um Sport und Schule besser unter einen Hut zu kriegen“, sagt ihre Mutter Jutta Rogoll. „Die Initiative ging immer von ihr aus, wir als Eltern haben sie eigentlich immer eher gebremst, das ist bis heute so geblieben.“ Und dann fügt Malins Mutter noch hinzu: „Aber wir sind glücklich, dass sie gefunden hat, was sie machen will.“

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