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Stadt Hannover Alles neu – wegen 30 Zentimetern
Aus der Region Stadt Hannover Alles neu – wegen 30 Zentimetern
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00:15 12.12.2014
Von Michael Zgoll
André Brüggemann hatte das mit Latten in Schwedenrot verkleidete Haus vor Jahren von der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH) gekauft. Quelle: Montage: Rainer Dröse/HAZ
Hannover

Ein 53-Jähriger aus Kleefeld muss etliche Umbauten an seinem liebevoll renovierten Haus vornehmen, weil die Behörden Verstöße gegen den Denkmalschutz moniert haben. Dass einige der umliegenden Gebäude des denkmalgeschützten Ensembles in der Haubergstraße teilweise wesentlich stärker vom Originalzustand aus den dreißiger Jahren abweichen als das Objekt mit der Nummer 7, spielt keine Rolle.

Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover wies gestern nach einem Ortstermin die Klage von Eigentümer André Brüggemann gegen die Auflagen der Stadt zurück. Damit kommen, so schätzt der Kleefelder, noch einmal Kosten von rund 10.000 Euro auf ihn zu. Fällig sind nun neue Ziegel, kürzere Dachüberhänge und ein Umbau des Schornsteins.

Brüggemann hatte das mit Latten in Schwedenrot verkleidete Haus vor Jahren von der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH) gekauft. Wie er sagt, hat er inzwischen 35.000 Euro in die Renovierung des zweigeschossigen Gebäudes gesteckt; so setzte er beispielsweise - mit Genehmigung der Denkmalschützer - neue Sprossenfenster ein. Brüggemann selbst wohnt mit Frau und Kind im Erdgeschoss, die obere Etage hat er vermietet.

Der aktuelle Streit mit der Stadt dreht sich um das Dach. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen hatte Brüggemann den maroden Ziegelschornstein mit Schieferplatten ummantelt. Das Dach deckte er mit Ortgangziegeln, die nun 25 Zentimeter am Giebel und 40 Zentimeter an der Traufe über die Hauswand hinausragen. Der Eigentümer argumentiert, dass dieser Überhang die hölzerne Fassade besser schütze als ein Überhang von rund zehn Zentimetern, wie er früher bestand. Doch das Gericht unter Vorsitz von Ingo Behrens schloss sich der Meinung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege an: Hier liege ein Verstoß vor, der den Denkmalwert der gesamten Gebäudegruppe an der Haubergstraße beeinträchtige.

Neue Sachlichkeit mit skandinavischen Elementen

Das Haus von Brüggemann wurde in den dreißiger Jahren im Zuge der Anlage des Hermann-Löns-Parks errichtet. Seine äußere Gestaltung folgt den Gestaltungsideen der „Neuen Sachlichkeit“ und schließt skandinavische Elemente ein. Der Park mitsamt der angrenzenden Kleingartenanlage, der Sportanlage und des Annabads sowie die Gebäude Haubergstraße 7, 9 und 11 werden im Verzeichnis der Kulturdenkmäler als Gruppe baulicher Anlagen geführt, die „Volksparkcharakter“ hat.

Gegen das Aufsetzen neuer Gauben auf das Dach des Nachbarhauses und deren erhebliche Überhänge erhob die Stadt 2005 keine Einwände. Quelle: Michael Zgoll

Brüggemanns Anwalt Eberhard Nickel, früher Stadtkämmerer in Hannover, wies darauf hin, dass das Nachbarhaus nach einer Renovierung im Jahre 2005 wesentlich stärker von den Ursprungsplänen abweiche als das Objekt seines Mandanten - mit Billigung der Stadt. Auch das Sportlerheim oder das Annabad seien teilweise weiß verputzt worden. Doch wie Richter Behrens sagte, gibt es „keine Gleichheit im Unrecht“. Auch wenn die Baugenehmigung für den Nachbarn 2005 offenbar rechtswidrig erteilt worden sei, ergebe sich daraus für Hausbesitzer Brüggemann keinerlei Anspruch, nun ebenfalls rechtswidrig sanieren zu dürfen.

Die Feuerwehr hat heute Morgen gegen 9 Uhr einen Brand in einem Wohnhaus in der Goethestraße gelöscht. Dort hatte es im Keller gebrannt, dichter Rauch zog durch das Treppenhaus und das Dach. Die Feuerwehr konnte alle Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen und den Brand schnell löschen.

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