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Stadt Hannover Bezirksrat will Halim-Dener-Platz
Aus der Region Stadt Hannover Bezirksrat will Halim-Dener-Platz
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00:15 14.05.2017
Eine provisorische Gedenktafel für Halim Dener verlegten Demonstranten im vergangenen Jahr in der Reitwallstraße - und die Stadt entfernte sie kurz darauf. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Eingebracht hatten den gemeinsamen Antrag Grüne, Linke, Piraten und Die Partei, die geschlossen dafür votierten. SPD, CDU und FDP stimmten dagegen. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg-Grube (parteilos) enthielt sich der Stimme.

Der 16-jährige Halim Dener war 1994 beim Kleben von Plakaten der verbotenen kurdischen Partei PKK von der Polizei erwischt und bei einem Handgemenge erschossen worden. Seit Jahren versuchen linke Aktivisten, einen Gedenkstein für Dener auf einem öffentlichen Platz zu installieren.

Weil die Stadt es verhindert habe, am Ort des Geschehens, dem Steintor, einen Gedenkort für Dener einzurichten, solle es nun in Linden einen  solchen Ort geben, sagte David Müller, Vorsitzender der Linken-Fraktion im Bezirksrat. Für die Grünen erklärte Steffen Mallast: "Die meisten Kurden in Hannover leben in Linden." Darum sei der Platz, eine bisher namenlose Freifläche zwischen Velvet- und Pfarrlandstraße, ein geeigneter Ort. In der Begründung des Antrags heißt es: "Die Benennung eines Platzes nach Halim Dener wäre hier beispielhaft ein sichtbarer Schritt zur Anerkennung migrantischer Geschichte in Hannover und darüber hinaus eine Positionierung gegen Rassismus und erstarkenden Rechtspopulismus." Der Platz stehe für "die demokratische Kultur des Stadtbezirks".

Die türkischstämmigen Besucher der Sitzung kritisierten die Entscheidung mit deutlichen Worten: "Nach einem Jugendlichen, der einer Terrororganisation nahe stand, sollte kein Platz in Hannover benannt werden", rief einer der Gäste in den Saal. Kurdische Vertreter betonten, sie wollten Dener ein würdiges Denkmal setzen - "so wie die Stolpersteine", sagte eine Zuhörerin. Es gab auch vermittelnde Stimmen. Eine türkischstämmige Hannoveranerin fragte: "Warum benennt man den Platz nicht nach den NSU-Opfern?"

Die SPD warf den Antragstellern vor, den politischen Konflikt zwischen Türken und Kurden in den Stadtbezirk zu verlagern und dort "zum Kochen zu bringen." Fraktionschef Eike Geffers sagte: "Ich bin entsetzt, was wir hier veranstalten." Ähnlich äußerten sich CDU und FDP. Der liberale Bezirksratsherr Ekim Bulut, der türkische Wurzeln hat, hält nun Demonstrationen gegen die Bezirksratsentscheidung für möglich. 

Im SPD-Stadtverband wird darüber nachgedacht, wie sich der Rat die Angelegenheit zu eigen machen könnte. Eigentlich fallen Straßenbenennungen in die Zuständigkeit der Bezirksräte. Aber ein ranghoher Genosse hatte bereits angekündigt, "nicht einfach zuschauen"  zu wollen.

Von Juliane Kaune

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