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Stadt Hannover Deutsche Bahn ignoriert Denkmalschutz
Aus der Region Stadt Hannover Deutsche Bahn ignoriert Denkmalschutz
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11:50 30.05.2017
Von Conrad von Meding
Heruntergekommen, aber erhaltenswert: Der Lokschuppen in der Stadtstraße. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Wenn Privatleute ihre Denkmale mit An- oder Vorbauten verschandeln, dann gibt es Ärger vom Amt, das die Würde des Kulturguts zu verteidigen hat. Die Bahn hat es sich beim historischen Ringlokschuppen in der Stadtstraße jetzt einfach gemacht. Sie hat die Denkmalschutzexperten gar nicht erst gefragt, bevor sie direkt an dem alten Backsteinbau eine Trainingsanlage für Höhenretter installiert hat. Stadtsprecher Alexis Demos sagt: „Der Stadt ist weder ein Vorgespräch noch ein Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung zu diesem Thema bekannt.“ Auch einen Bauantrag liege den entsprechenden Teams der Stadtverwaltung nicht vor.

Drei Trainingstürme installiert

Die Bahn hat speziell geschulte Teams, die bei technischen Störungen oder Gefahr für Menschenleben auf Signalmasten oder andere Hochbauwerke klettern und dort Abhilfe schaffen. Um diese zu schulen, hat sie drei Trainingstürme errichtet: eine Hochmastanlage mit zwei Plattformen sowie zwei kleinere Signalmasten. Der Ort, der dem Unternehmen dafür geeignet schien, ist die Freifläche am alten Ringlokschuppen Bult zwischen Südstadt und Zooviertel. Einst wurden dort Dampfloks und bis 1966 auch modernere Zuggeräte gewartet und repariert. Seit etlichen Jahren steht das Gebäude leer.

Der in großem Radius gerundete Lokschuppen ist als Einzelbaudenkmal in die Liste schützenswerter Kulturgüter eingetragen. Laut Landesdenkmalgesetz „dürfen Anlagen nicht errichtet, geändert oder beseitigt werden, wenn dadurch das Erscheinungsbild des Baudenkmals beeinträchtigt wird“. Die Bahn ist sich keiner Schuld bewusst. Auf bahneigenen Grundstücken müsse man keine Bauanträge stellen, sagt eine Sprecherin. Bauvorhaben würden durch das Eisenbahnbundesamt genehmigt. „Diese Genehmigung ist erteilt.“ Für die Fragen des Denkmalschutzes allerdings ist die Stadt die zuständige Behörde.

Investorenpläne gescheitert

Der Ringlokschuppen wurde um 1895 errichtet und später um eine zweite, von der Straße aus nicht sichtbare Anlage erweitert. Lokomotiven aus Fahrtrichtung Hauptbahnhof konnten auf eine große Drehscheibe fahren, die ihnen dann die Einfahrt in eines der riesigen Garagentore ermöglichte. Die gesamte Anlage gilt als Industriedenkmal. In anderen Städten werden solche Gebäude wegen ihrer guten Akustik gern als Veranstaltungs- und Konzerthallen genutzt (Augsburg, Bielefeld), als Theater- oder Kulturzentrum (St. Gallen, Mühlheim) oder als Museum (Freilassing, Rosenheim). Für den hannoverschen Ringlokschuppen gab es immer mal wieder Investorenpläne, jedoch scheiterte ein Verkauf der gut 4000 Quadratmeter großen Hallen mehrfach im letzten Moment.

2009 war der Lokschuppen zuletzt öffentlich zugänglich. Als Teil der Architekturzeit waren dort Licht- und Klanginstallationen zu genießen - und in einer alten Montagegrube war eine Bar eingerichtet.

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