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Stadt Hannover Kiesabbau im Römerlager mit Auflagen möglich
Aus der Region Stadt Hannover Kiesabbau im Römerlager mit Auflagen möglich
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13:29 13.12.2016
Archäologin Ute Bartelt und Dezernent Axel Priebs beim Pressegespräch. Quelle: Mathias Klein
Hannover

Die Kosten dafür muss die Firma Holcim tragen, die den Antrag auf Kiesabbau gestellt hat. Archäologin Bartelt schätzt, dass die Kosten dafür in die Millionen gehen. Derzeit ist unklar, ob Holcim unter diesen Bedingungen dort weiterhin plant, Kies abzubauen. Sollte das der Fall sein, würden die Funde würden dann im Landesmuseum landen.

Die Denkmalbehörde der Region stuft das Römerlager nicht als Denkmal von "europäischer Bedeutung" ein, stellte Bartelt am Dienstagmittag bei einem Pressegespräch klar. In Europa gebe es ganze Reihe weiterer, ähnlicher Fundstellen. Vergleichbare Marschlager der römischen Truppen seien in Europa bereits hunderte gefunden worden. Dagegen hatten Archäologen von der Landesdenkmalbehörde den Fund als "Sensation" bezeichnet.

Nach Ansicht von Bartelt sind die römischen Funde in Wilkenburg jedoch eher "spärlich". Die Marschlager mussten - anders als die Heereslager - von den Soldaten zum Ende der Tagesetappe immer wieder neu angelegt werden. Die Lagerfläche wurde mit einem Graben umgeben und das Aushubmaterial zum Lagerinneren hin zu einem Erdwall aufgeworfen, in den zusätzlich Pfähle eingerammt wurden. Vor dem Weiterzug planierten die Soldaten Wall und Graben wieder ein.

Das Unternehmen habe grundsätzlich das Recht, dort Kies und Sand abzubauen, "solange dem Vorhaben keine höher zu bewertenden öffentlichen Interessen entgegenstehen", sagte der Planungsdezernent der Region, Axel Priebs. Was das Unternehmen jetzt macht, ist unklar. Nach Angaben von Priebs soll dort eine Entscheidung im Februar fallen. Sollte die Firma dort wegen der hohen Kosten keinen Kiesabbau planen, würde es von der Region keine archäologischen Grabungen in Wilkenburg geben. "Es könnte natürlich sein, dass das Landesamt für Denkmalpflege dort in Forschungsprojekt in Gang bringt", sagte sie.

Im vergangenen Jahr war bei der Neubewertung von Luftbildern aus dem Jahr 1991 erstmals eine Grabenanlage von rund 600 Metern Kantenlänge mit abgerundeten Ecken entdeckt worden. Daraufhin untersuchten Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege die Fläche genauer. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es sich um ein römisches Marschlager aus der Zeit um Christi Geburt handeln muss. Aus dieser Zeit wurden rund zwei Dutzend römischer Münzen gefunden. In dieser Phase versuchten die Römer in Niedersachsen Fuß zu fassen. Mit der Varusschlacht fand sie 9 n. Chr. ein vorläufiges Ende.

Auch Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic hatte den Fund vor einem Jahr als "Herausragenden Erfolg der niedersächsischen Archäologie" gepriesen. Allerdings wolle sich das Land in Wilkenburg nicht finanziell engagieren, teilte Priebs mit.

Von Mathias Klein

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