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Stadt Hannover So haben Sie diese vier Hannoveraner noch nie gesehen
Aus der Region Stadt Hannover So haben Sie diese vier Hannoveraner noch nie gesehen
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12:36 18.02.2017
Von Jutta Rinas
Das machen prominente Hannoveraner in ihrer Freizeit. Quelle: Collage
Hannover

Carlo Kallen – punkiger Pressesprecher

Nein, den Punkrocker sieht man ihm nicht an. Jedenfalls nicht, wenn man Carlo Kallen in seiner offiziellen Funktion als Unternehmenssprecher von Enercity in der Unternehmenszentrale in der Ständehausstraße erlebt. Da vermittelt sich einem der Mann, der im bürgerlichen Leben Politikwissenschaften studierte und später die Berliner Staatskanzlei beriet. Der sich vor seiner Tätigkeit als Sprecher bei Enercity als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Umwelt beim Deutschen Institut für Urbanistik auf Themen wie kommunalen Klimaschutz spezialisierte – und amüsiert erzählt, dass Angela Merkel 1997 in Bonn seine Vorrednerin war.

Merkel war Bundesumweltministerin und stellte den von Kallen mitentwickelten Leitfaden zur Umsetzung kommunaler Klimakonzepte vor. Kallen pflegt privat aber eine Leidenschaft, die dem Job völlig entgegengesetzt ist. Spitzensportler mit solchen „Doppelleben“ gibt es: etwa Lufthansapilot Andreas Schauer, der nebenbei Skicrosser ist.

Carlo Kallen ist Punkrocker. Schon die Namen seiner Bands lassen darauf schließen, dass sein Musikerleben von dem des Unternehmenssprechers verschieden ist. „Brutal verschimmelt“ heißt eine, die es in der Szene zu einer gewissen Berühmtheit brachte. Eine Berliner Coverband spielt die Songs aus den frühen Achtzigern nach, erzählt der 50-Jährige. Als jemand mit Doppelleben würde er sich nicht bezeichnen, eher als Grenzgänger zwischen zwei Welten. Wieso liebt jemand wie er Musik von Punks? Er sei als Schüler zufällig darauf gestoßen: „Ich mag den Druck, das Treibende, Mitreißende der Musik.“ Was für eine Seite beim Punk in Kallen anklingt, merkt man erst, wenn man länger mit ihm spricht: Bei seiner Musik müsse er keinem Marktbedürfnis entsprechen, sagt er. Ein Begriff von Freiheit schwingt da mit. Glaubt er, dass Enercity von seiner zweiten Leidenschaft profitiert? Er habe beispielsweise das Enercity Expo Cafe mit Programmen mit Kunst und Kultur organisiert, sagt Kallen: „Gerade bei solchen Themen tun einem Unternehmen, das so strukturiert arbeitet wie Enercity, auch mal Leute gut, die nicht ganz dem Mainstream entsprechen.“     

Martin Argendorf – fröhlicher Feuerwehrmann

Im seinem Job hat er Menschen sterben sehen, beim Zugunglück von Eschede etwa. Das ist das eine Leben von Martin Argendorf, lange Jahre Leiter der Flughafenfeuerwehr, zuvor Leiter des Rettungsdienstes Stadt Hannover. In seinem zweiten Leben geht es um Fröhlichkeit. Argendorf ist Karnevalspräsident bei den Lindener Narren. Braucht der 61-Jährige, der seit 2015 als Feuerwehrmann im Ruhestand ist, das närrische Treiben als Gegenpol zu belastenden Bildern? Die Antwort überrascht. Für seinen Job als Feuerwehrmann sei vor allem Organisationstalent wichtig.

An einer Unglücksstelle gelte es, Aufgaben „sachlich abzuarbeiten“. Und der Karneval? Argendorf kennt ihn von der Pike auf. Er stammt aus einer Karnevalsfamilie, beerbte den Vater im Präsidentenjob, bewältigte selbst Großaktionen, etwa als seine Narren in Kansas City 6000 Deutschstämmige bei der Steuben-Parade begeisterten. Auch dafür braucht er Organisationstalent: „Ein Karnevalspräsident“, sagt Argendorf. „muss nicht zwingend lustig sein.“ Wie der Feuerwehrmann nicht zwingend traurig. Das passt.

Tina Voß – schreibende Chefin

Wie schreibt man gut über Sex? Indem man sich beim Schreiben nackt vor den Computer setzt! Der Tipp stammt von Bestsellerautorin Nina George. Bekommen hat ihn Tina Voß, Chefin von Hannovers bekanntester Zeitarbeitsfirma und im Nebenberuf ebenfalls Schriftstellerin. Die 47-Jährige hat mittlerweile vier Bücher verfasst: zwei Thriller, zwei Frauenromane mit Mops. Wer mit der Karrierefrau übers Schreiben redet, bekommt zunächst den Eindruck, dass sie Hobby und Job mit derselben preußischen Arbeitshaltung erledigt.

Ums Schreibhandwerk geht es da, um Disziplin, Durchhaltevermögen. „So wie ich mein Unternehmen führe, schreibe ich auch“, sagt Voß. Ein starker Satz, aber wohl nur die halbe Wahrheit. Denn wenn sie von Recherchereisen in die Ukraine erzählt oder von einer Tagung in New York, bei der FBI-Leute Thrillerautoren Fragen beantworteten, dann befindet man sich plötzlich in Schriftstellergefilden, in denen Abenteuerlust herrscht. Selbst die Sache mit dem nackt Schreiben gehört dazu – theoretisch. So etwas könne sie nicht, betont die Isernhagenerin. Aber die Begegnung mit der Schreiben hält Erfahrungen bereit, die ihr als Zeitarbeitschefin wohl vorenthalten geblieben wären.

Katrin Friedrich – laufende Lehrerin

Ist es die Grenzerfahrung, die Gymnasiallehrerin Katrin Friedrich am Triathlon reizt? 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und die Marathondistanz (42,195 Kilometer) muss sie hinter sich bringen, wenn sie beim Ironman antritt. Trainingszeiten wöchentlich um die acht Stunden, in den Ferien auch schon mal 20 Stunden. Dazu kommen ungewöhnliche Trainingszeiten in der Schulzeit: Um 6 Uhr morgens geht die 47-Jährige manchmal trainieren. Oder sie läuft abends, wenn der Unterricht vorbei ist, nach einem normalen Nachmittag mit zwei Kindern.

Zur Lust an der Grenzerfahrung, zum Bewegungsbedürfnis („Sonst werde ich traurig“) kommt die Lust an der Einsamkeit des Ausdauersportlers. „Zu meinem Leben als Lehrerin und Mutter gehört es dazu, für andere da zu sein“, sagt die Frau, die im Hauptberuf Deutsch- und Biologielehrerin und Fachleiterin für Referendare ist. In der Schule müsse man sich auch als Lehrer vielen Regeln unterwerfen. „Es ist schön, dass ich beim Sport ganz für mich sein kann.“ 

Das Wetter an diesem Wochenende wird uns nicht gerade verwöhnen, aber die ersten frühlingshaften Tage in dieser Woche haben bereits ihre Spuren in den Gärten hinterlassen. Schneeglöckchen als erste Frühlingsboten sind zu sehen. Was wächst noch in Ihrem Garten? Wir zeigen es in einer Bildergalerie.

18.02.2017

Nicht alle haben es bis ins Ziel geschafft: Johannes Schmitz hat am Sonnabend den Treppenlauf-Marathon im Annastift gewonnen. 10 Stunden, 24 Minuten und 34,1 Sekunden brauchte er für die 83.808 Stufen. Ein Drittel der Teilnehmer gab bei dem Wettkampf auf.

19.02.2017
Stadt Hannover Stadt unterstützt Institution - Kammermusikgemeinde gerettet

Die Kammermusikgemeinde Hannover wird in den kommenden Jahren doch noch Konzerte veranstalten können: Die Stadt hat gestern eine Kooperation mit dem Verein vereinbart. Diese löst die Finanz- und Raumprobleme, die beinahe zu einem Aus der Konzertreihe geführt hätten. 

Stefan Arndt 20.02.2017