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Stadt Hannover Astra statt Üstra: Wenige wollen mit Bier in Bahnen
Aus der Region Stadt Hannover Astra statt Üstra: Wenige wollen mit Bier in Bahnen
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19:17 18.12.2016
Von Gunnar Menkens
Astra statt Üstra: Mit einigen Kisten Bier ziehen Mitglieder von Die PARTEI in eine Stadtbahn der Linie 10, um gegen das ab Januar geltende Alkoholverbot zu protestieren. Quelle: Kutter
Hannover

Die Partei, die genau so heißt und nach eigener Einschätzung eine Satirepartei ist, hat am Sonntag gegen das künftige Alkoholverbot in der Üstra demonstriert. Am Opernplatz sagte Ratsherr Julian Klippert vor einer Versammlung von rund 50 meist jungen Menschen: "Biertrinken ist ein Menschenrecht." Man müsse Alkohol verbieten verbieten. Erst sei es das Bier, und wer wisse, was dann noch komme, "bis uns alles genommen wird".

Zur Bekräftigung riefen anwesende Parteifreunde: "Hurra!" Anschließend gingen sie, zehn Kästen mit von der Brauerei gespendeten Astra-Bier tragend, zum Thielenplatz, um noch ein wenig Aufmerksamkeit zu erzielen. Das Problem an einer Sonntagsdemo ist ja meist, dass wenig Passanten zugucken. Mit der Linie 10 ging es dann Richtung Linden, einer Hochburg der Partei. In den Bahnen verteilte man Tüten mit dem Aufdruck: "Unter 5 % kommt nichts in die Tüte". Fahrgäste reagierten gleichgültig, überrascht oder proaktiv: Zwei leisteten Unterstützungsunterschriften für Partei-Kandidaten.

Die Aktion wurde zuvor in sozialen Medien verbreitet, um, wie Klippert sagte, mit deren Hilfe "die öffentliche Meinung zu unseren Gunsten zu manipulieren". Auf Facebook hatten 292 Anhänger für die Veranstaltung zugesagt, gekommen war davon nur jeder Sechste. 1000 hatten sich sogar interessiert gezeigt.

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Die Aktion diente der Partei, wie schon ein Stand am Sonnabend vor Primark (dort verteilten sie Aufkleber mit dem Aufdruck "Wirr ist das Volk"), auch dazu, Unterstützungsunterschriften für Landtagskandidaten zu gewinnen. Klippert ist für diese Wahl Spitzenkandidat seiner Organisation.

Weil er auch Ratsherr ist und sich mit der Stelle eines Zweidrittel-Geschäftsführers seiner Fraktion versorgte, spielt er mit der Rolle eines „Multifunktionärs“ im Parteiensystem. Weil Satire alles darf, wird er nach seinem Zugriff mit einem konkreten geldwerten Vorteil belohnt. Er verdient nun mehr als vorher mit seinem Job im Comic-Laden.

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