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Stadt Hannover Mit der "Pelz-Polizei" in Hannover unterwegs
Aus der Region Stadt Hannover Mit der "Pelz-Polizei" in Hannover unterwegs
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00:16 15.01.2017
Von Conrad von Meding
"Man erkennt am Glanz, ob das Fell echt ist - und ich würde nie echtes Fell kaufen": Julia Hoffmann aus Bornum im Gespräch mit den "Pelz-Polizisten". Quelle: Villegas
Hannover

Erwischt. Eine 65-jährige Passantin aus Döhren gibt unumwunden zu: „Ich weiß, dass das hier am Kragen echtes Tierfell ist.“ Und dann setzt sie entschuldigend hinzu: „Selbst würde ich mir so etwas nie kaufen, aus Tierschutzgründen – aber ich habe die Jacke zu Weihnachten von meinen Töchtern geschenkt bekommen.“

Gestern war die selbst ernannte „Pelz-Polizei“ in der Innenstadt unterwegs. Die Tierschützer sprechen Menschen an, die Jacken mit Fellkragen tragen oder Mützen mit Pelzbommeln. Die Reaktionen sind unterschiedlich.

„Wir wollen nicht anklagen, sondern aufklären“, sagen Jennifer Schöpf und Michael Seitz: „Die meisten wissen wegen falscher Deklaration gar nicht, dass ihre Kleidung Echtfell trägt.“ Das sei oft billiger als Kunstfell – aber dafür müssten Tiere leiden.

Die beiden „Pelz-Polizisten“ kommen vom Deutschen Tierschutzbüro in Bonn. Am Vormittag waren sie in Bielefeld, jetzt sind sie in Hannover, danach ist Hamburg dran. „Wintersport“ nennen sie die Aktivität.

Tatsächlich reagieren die meisten Passanten ziemlich aufgeklärt. „Ich habe die Verkäuferin gefragt, und sie hat mir versichert, dass es kein echtes Fell ist“, sagt eine 22-Jährige aus der Nordstadt zu ihrer Kunstfellrandjacke. Eine 19-Jährige aus Laatzen ist sich eigentlich sicher: „Echtes Fell würde man doch am Preis erkennen – oder?“

Doch da sind Schöpf und Seitz anderer Meinung. Sie haben einen Strickschal mit Bommelanhängern dabei, kürzlich in Bonn gekauft für weniger als 10 Euro. Laut Etikett ist alles 100 Prozent künstlich. Doch der Test habe eindeutig ergeben: Waschbärfell. Das bringt die junge Passantin doch zum Grübeln: „So billig und trotzdem echtes Fell?“

Aber wie unterscheidet man echt von unecht? Geduldig erklären Schöpf und Seitz, dass Kunstfell nicht so locker fliege. Dass es beim Anzünden kleiner, ausgerissener Büschel nicht nach Horn, sondern nach verbranntem Plastik riecht. Und dass das Trägermaterial meist wabenförmig gemustert ist, statt nach Naturhaut auszusehen.

Unter elenden Bedingungen würden die Tiere gehalten, nicht nur in Asien, auch in USA und Kanada. „Futter ist für die Fellbildung nicht nötig, eher bittere Kälte“, sagt Seitz. Die meisten Kundinnen bezeichnen sich als Tierfreundinnen. „Wenn ich beim Auspacken meiner im Internet gekauften Jacke festgestellt hätte, dass es Echtfell ist, hätte ich sie zurückgeschickt“, sagt etwa Jenny Hoffmann aus Bornum. Seitz und Schöpf sagen trotzdem: „Echte Tierschützer tragen auch kein Kunstfell.“ Allein die Optik mache das Felltragen wieder salonfähig: „Inzwischen sieht jede vierte Jacke nach Fell aus – das Material ist wieder gesellschaftsfähig.“

Immerhin: Die 65-jährige Döhrenerin nimmt sie sich nach dem Gespräch vor: „Ich muss mit meinen Töchtern reden, dass man keine Jacken mit Echtfell kauft.“

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