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Stadt Hannover Wissenschaftler gibt Entwarnung für Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Wissenschaftler gibt Entwarnung für Hannover
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19:00 25.06.2018
Auf der Friedrich-Ebert-Straße sollen schon im nächsten Jahre die Grenzwerte für Stickstoffdioxid eingehalten werden. Quelle: www.fotowilde.de
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Hannover

Die Luft in der Stadt wird besser, das zeigen die behördlichen Messungen innerhalb der ersten fünf Monate des laufenden Jahres. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen gehen noch einen Schritt weiter. Sie prognostizieren in einer Studie, dass Hannover bis 2019 die Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid einhält. „Hannover kann die Sektkorken knallen lassen“, sagt der Autor der Studie, Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts (Center Automotive Research). In Sachen Dieselfahrverbote könne man Entwarnung geben.

409 Messstationen in ganz Deutschland hat Dudenhöffer in den ersten Monaten des Jahres ausgewertet. Besonderes Augenmerk lag auf 50 Stationen, die im vergangenen Jahr den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten, darunter auch Hannovers Hauptmesspunkt in der Göttinger Straße. Erfreulicher Trend: Die Schadstoffwerte haben sich in diesem Jahr nach den ersten fünf Monaten bundesweit um durchschnittlich 9,2 Prozent verbessert. In der Göttinger Straße verzeichnet Dudenhöffer sogar einen Rückgang der Schadstoffkonzentration um mehr als 11 Prozent (aktueller Wert: 41 Mikrogramm). Hochgerechnet auf das gesamte laufende Jahr geht der Forscher von einem Jahresmittelwert von knapp 39 Mikrogramm aus, knapp unterhalb des Grenzwerts. „Hannover ist eine Stadt, die relativ gut dasteht“, sagt er.

Auch für die vier weiteren Messstationen Hannovers in der Marienstraße, der Friedrich-Ebert-Straße, der Bornumer und der Vahrenwalder Straße zeigt die Kurve nach unten. „Dabei muss eine gewisse Fehlertoleranz beachtet werden“, sagt Dudenhöffer. Für die vier sogenannten Passivsammler hat Dudenhöffer nicht auf aktuelle Online-Daten zurückgreifen können. Als Rechenbasis dienten ihm die Jahremittelwerte aus 2017 sowie der durchschnittliche Rückgang der Schadstoffkonzentration um 9,2 Prozent, errechnet aus den 50 bundesweiten Messstationen mit kritischen Werten. Ergebnis für Hannover: In der Vahrenwalder und der Bornumer Straße soll der Grenzwert noch in diesem Jahr eingehalten werden, in der Marienstraße und der Friedrich-Ebert-Straße wird er überschritten. Aber schon im kommenden Jahr, so prognostiziert der Professor, rutschen alle Messwerte im Stadtgebiet unter die Grenze.

Mit solchen Vorhersagen wollen sich die offiziellen Datensammler vom Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim nicht vorwagen. „Wie der Jahresmittelwert für 2018 ausfällt, können wir noch nicht sagen“, meint ein Mitarbeiter der Behörde. Klar sei aber auch: Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid sinkt. Aktuell liegen die Werte in der Marienstraße (45 Mikrogramm pro Kubikmeter) und in der Friedrich-Ebert-Straße (43 Mikrogramm) deutlich über dem Erlaubten. Die Tendenz sei aber rückläufig, heißt es aus der Behörde.

Stickstoffdioxid ist ein gesundheitsschädliches Gas, das überwiegend von Dieselmotoren ausgestoßen wird. Seit Jahren überschreitet Hannover die zulässigen Grenzwerte für Stickstoffdioxid. Derzeit versucht die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Fahrverbote für Dieselautos in Hannover per Gerichtsurteil durchzusetzen. Die Stadtverwaltung hat Fahrverbote für einzelne Straßen bereits rechnerisch durchgespielt und verworfen. Der Verkehr verlagere sich auf andere Straßen und erhöhe dort die Luftverschmutzung, heißt es.

Von Andreas Schinkel

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