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Stadt Hannover Droht der Hebammenschule in Hannover das Aus?
Aus der Region Stadt Hannover Droht der Hebammenschule in Hannover das Aus?
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06:00 30.10.2018
Zurzeit lernen Hebammen in Hannover ihre Profession noch an der Hebammenschule in der KRH Akademie an der Schützenallee: Ausbilderin Cordula Petersmeier (Bild ganz links außen) und Schulleiterin Marlene Rietkerken (Bild, dritte von links) zeigen Schülerinnen Abläufe an Puppen. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigte Reform der Hebammenausbildung entfacht den Streit um die Hebammenschule am Klinikum Region Hannover neu. Für Peter Hillemanns, Direktor der Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, gehört eine duale Hebammenausbildung, die Hochschul- und Praxisanteile verbindet, künftig zwingend unter das Dach der MHH. Es sei extrem wichtig, dass der theoretische Teil der Ausbildung künftig an die Uniklinik komme. Nur so werde sichergestellt, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse sofort und unmittelbar die Hebammenausbildung erreichten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte vor einer Woche angekündigt, dass Hebammen und Entbindungspfleger künftig in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden sollen. Hebamme ist in Deutschland ein Mangelberuf. Mit Hilfe der Reform soll er attraktiver werden.

Derzeit kooperiert die Hebammenschule des KRH für die Geburtshelferausbildung mit den großen, umliegenden Geburtskliniken. Die Kliniken will Hillemanns in seinem Modell auch weiterhin im Boot haben. Die Mitwirkung der Hebammenschule sei nach dem Vorstoß von Jens Spahn aber nur noch für eine „Hilfskonstruktion für eine Übergangszeit“. „Die Ausbildungshoheit für den Hebammenberuf muss künftig komplett an die Hochschulen übergehen“, findet auch Veronika Bujny, Vorsitzende des Niedersächsischen Hebammenverbandes. Auch für sie kann die Ausbildung an der hannoverschen Hebammenschule allenfalls noch eine Übergangslösung sein. Anders als Hillemanns fordert sie für die Landeshauptstadt künftig aber keine Ausbildung, auf die ein Studium aufgesattelt werden kann. Bujny will für Hannover einen Hebammenstudiengang mit einer Hebammenprofessur und bringt dafür als Standort neben der MHH auch die Hochschule Hannover (HsH) ins Spiel. Mit ihrem bereits bestehenden Masterstudiengang Hebammenwissenschaft eigne sich die MHH für einen zusätzlichen Bachelorstudiengang zwar besonders gut, sagt Bujny. Aber in der Vergangenheit habe die Hochschule sich bei diesem Thema „nicht besonders beweglich“ gezeigt.

Hebammenschule war schon früher umstritten

Um die Ausbildung an der Hebammenschule am KRH gab es schon nach der Schließung der Geburtsklinik im Nordstadtkrankenhaus heftigen Streit. Eine Kritik anderer hannoverscher Häuser war, dass ausgerechnet das Krankenhausunternehmen die Ausbildung in seinen Händen habe, das bei der Zahl der Geburten in der Region nur an dritter Stelle stehe. Zudem sind nur die Henriettenstiftung und die Medizinische Hochschule (MHH) auf besondere Risikoschwangerschaften und die Versorgung von Frühgeborenen spezialisiert. Den Hebammen entgingen diese Teile der Ausbildung, hieß es damals. MHH und Diakovere schlossen unter der Trägerschaft des Regionsklinikums vor zwei Jahren aber einen Kooperationsvertrag. Die Hebammenschule blieb am KRH. Auch das Vinzenzkrankenhaus ist derzeit in diese Hebammenausbildung integriert.jr

Am Regionsklinikum selbst denkt man dagegen bislang überhaupt nicht daran, die Hebammenausbildung aus der Hand zu geben. Michael Born, beim KRH Geschäftsführer Personal, schwebt künftig eine Kombination der jetzigen klassischen Hebammenausbildung mit einem Studium vor. Grundlage wäre eine Kooperation mit der MHH. Schulische Lehrveranstaltungen fänden dann weiter an der Hebammenschule, akademische Lehrveranstaltungen aber an der MHH statt. Born will an der Hebammenschule künftig mehr Qualifikationsmöglichkeiten für bereits im Beruf befindliche Hebammen schaffen. Zudem will er auch im Bereich der klassischen Hebammenausbildung expandieren und die Zahl der Plätze für die dreijährige Ausbildung von derzeit 30 Plätzen in einem Stufenplan verdoppeln.

Von Jutta Rinas

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