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Stadt Hannover "Das ist kein guter Tag für Europa"
Aus der Region Stadt Hannover "Das ist kein guter Tag für Europa"
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10:45 24.06.2016
Quelle: HAZ-Montage
Hannover

51, 9 Prozent der Briten wollen raus aus der Europäischen Union. Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok spricht von "keinem guten Tag für Europa". Die Zusammenarbeit und Bündnisse im Sinne des europäischen Gedankens müssten aber fortgesetzt werden: "Wir in Hannover und Bristol zeigen es konkret mit unserer Städtepartnerschaft."

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil bezeichnet die Brexit-Entscheidung als "bitter für Europa, bitter für Großbritannien und bitter für Niedersachsen." Er habe "bis zuletzt gehofft, die Vernunft würde siegen bei unseren Freunden auf der Insel. Der jetzt beschlossene Austritt ist ziemlich unvernünftig", da müsse man nicht drum herum reden, so Weil. Das Votuum sei ein Auftrag an die Politik in ganz Europa. "Europa muss wieder enger zusammen rücken", sagt Weil. "Wir brauchen mehr statt weniger Europa - jetzt erst recht".

David McAllister, Vorsitzender der CDU Niedersachsen sagt, man müsse diese demokratische Entscheidung der Abstimmungsberechtigten respektieren. Weiter sagt er: "Persönlich bedauere ich sie zutiefst. Jetzt kommt für Großbritiannien der Sprung ins Ungewisse mit weitreichenden negativen Folgen."

Auch Gunter Dunkel, Vorstandsvorsitzender der Nord/LB und Honoralkonsul für Großbritannien in Niedersachsen bedauert die Entscheidung: "Als überzeugter Europäer bedauere ich sehr, dass die Briten sich entschieden haben, die EU zu verlassen." Er wertet das Ergebnis allerding auch als einen Auftrag an die EU sich zu reformieren und attraktiver für die Bürger in Europa zu werden. "Es hilft jetzt aber nicht, in Katastrophenstimmung zu verfallen. Nun geht es darum, die Austrittsverhandlungen so zu führen, dass in Ruhe vernünftige Lösungen für die künftige Ausgestaltung der Wirtschaftsbeziehungen gefunden werden können", sagte Dunkel. Eines sei klar: "Auch wenn die Briten die EU verlassen, ändert das nichts an der freundschaftlichen Verbundenheit zwischen unseren Ländern." 

Torsten Deecke, Pressesprecher Hannoversch-Britischen Gesellschaft, sagte am Freitag: "Wir bedauern die Entscheidung sehr. Wir werden alles tun, um die Kontakte aufrecht zu erahlten. Großbritannien darf seine Verbundenheit mit dem Kontinent nicht aufgeben."

Auch Mitglieder der niedersächsischen Landesregierung äußerten sich am Morgen zur Verkündung der Entscheidung. "Unfassbar!" schreibt Innenminister Boris Pistorius auf Twitter. Wirtschaftsminister Olaf Lies bedauert den Austritt Großbritanniens aus der EU und hält die Entscheidung für einen "schweren, historischen Fehler". Dei Folgen für Europa seien noch nicht absehbar: "Wir müssen jetzt alle Anstrengungen unternehmen, um die Europäische Union zu stärken. Dazu gehört sicher auch, dass die EU die Bürger in den einzelnen Mitgliedsstaaten besser mitnehmen muss." Für Lies besteht kein Zweifel daran, dass die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und dem übrigen Europa Schaden nehmen werden.

Stimmen aus den sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken stößt die Abstimmung für den Brexit auf Unverständnis: "Vielen scheint nicht bewusst zu sein, was die EU an großen positiven Dingen erreicht hat. Eine Teilung Europas und die daraus resultierenden Spannungen scheinen da nach knapp 25 Jahren schnell vergessen zu sein", schreibt Nadine Hunkert auf der Facebook-Seite der HAZ.

Was die Zukunft bringt, darüber kann im Moment nur spekuliert werden - auch bei den Nutzern: "Jetzt wollen sie innerhalb von 10 Jahren austreten und mit jedem EU Mitgliedstaat einzeln verhandeln. Also alle Vorteile weiter behalten und Nachteile", kommentiert Lars Kloika. Es sind aber auch Brexit-Befürworter zu finden: "Respekt den Briten! Die EU ist out! Es sollte wie damals die EWG wieder geben! Da ging es uns besser!", so die Meinung von Günter Wosnitza.

Einen "Schuss ins Knie" nennt Facebook-Nutzer Dirk Daush das Nein der Briten zur EU. Großbritannien sei ein "Land ohne nennenswerte Industrie, dass sein Bruttoinlandsprodukt dem Finanzsektor verdankt". Diesen wird es jetzt verlieren.

Eine Volksabstimmung wie die zu Brexit wünscht sich Patrick Puls. In Deutschland herrsche mittlerweile eine "DDR Demokratie". "Jeder darf für sich etwas denken, aber weder aussprechen, noch mitbestimmen. Und Wahlversprechen müssen nicht gehalten werden."

Mike Keitmann ist gespannt auf die Auswirkungen der Enscheidung: "Einer musste es machen und GB hat den Anfang gemacht - nun können wir einfach alle gucken was mit einem Land passiert was der EU den Rücken kehrt." Für die EU bleibe zu hoffen das es nicht funktioniert.

"Die EU ist als solches gescheitert", schreibt Mario Rose auf Facebook. "Letztlich habe ich volles Verständnis für den Brexit. Nichts gegen einer EU. Aber wir brauchen keine EU die der Wirtschaft und den wenigen 10 % Reichen dient, sondern eine EU die den anderen 90 % der Bürgerinnen und Bürgern dient." Er plädiert für eine EU, "die die Menschen wieder mit sozialer und friedlicher Politik begeistert".

ewo/ton

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