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Stadt Hannover Schmalstiegs 75.: Ein Festakt für „den Hannoveraner“
Aus der Region Stadt Hannover Schmalstiegs 75.: Ein Festakt für „den Hannoveraner“
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00:23 11.06.2018
Hannover, Neues Rathaus, Hodlersaal Rathaus; Empfang zum 75. Geburtstags von Herbert Schmalstieg, Foto: Rainer Droese Quelle: Rainer_Droese
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Hannover

„Herbert Schmalstieg hat die Stadt geprägt wie kein anderer Politiker in der 777-jährigen Geschichte der Stadt Hannover“, sagt sein Nach-Nachfolger Stefan Schostok – und unter den gut 140 Gästen beim Festakt im Rathaus ist wohl keiner, der widersprechen mag. Die Feierstunde zum 75. Geburtstag des ehemaligen Oberbürgermeisters am Freitagmorgen war ein Hochamt für den Mann, der in Hannovers Lokalpolitik so intensiv verwurzelt ist wie kein anderer, zugleich aber auf der Weltbühne zuhause ist und stets internationale Fragen der Demokratie und Menschenrechte im Blick hat.

Da war es wohltuend, dass sein Nachfolger, Ministerpräsident Stephan Weil, in seiner Ehrenrede daran erinnerte, dass es durchaus auch andere Zeiten gab. Genüsslich zitierte er die HAZ („die Zeitung, die wir alle schätzen“) aus den Wochen rund um den 50. Geburtstag Schmalstiegs. „Die Stadt wurstelt sich durch und verliert sich im Kleinklein des Alltagsgeschäfts“, war 1993 kritisch zu lesen. Weil sagte: „Es gab damals das Zerrbild eines Oberbürgermeisters, der die Ursache ist für den himmelschreienden Stillstand in Hannover.“ Heute aber blicke man mit dem zeitlichen Abstand „etwas realistischer“ auf das Wirken eines „bedeutenden, großen Bürgermeisters“, der die Stadtentwicklung in entscheidenden Fragen vorangebracht und Hannover mit seiner eigenen Weltoffenheit zu einer menschenfreundlichen Stadt gemacht habe. Immerhin habe Schmalstieg nicht nur acht Kommunalwahlen gewonnen, sondern „auch zwei Weltmeisterschaften in einer Stadt begrüßt – auch das dürfte wohl Weltrekord für einen Oberbürgermeister sein.“ Er sei die „Leitfigur der gelungenen Modernisierung Hannovers zu einer Großstadt, die es mit allen Großstädten dieser Größe aufnehmen“ könne.

Es war ein stimmungsvoller, vor allem auch musikalischer Festakt. Internationale Studierende der Musikhochschule, in deren Stiftungskuratorium Schmalstieg seit vielen Jahren wirkt, brachten Stücke von Händel, Debussy, Albeniz und Bach – ein Geschenk als Dank dafür, dass Schmalstieg den Studierenden mit Hilfe und Rat zur Seite stehe, wie Hochschulpräsidentin Prof. Susanne Rode-Breymann sagte. Musik verbinde die Menschen weltweit, gerade in heutigen Zeiten müsse man der Abschottung entgegenwirken sagte sie auch in Hinblick darauf, dass das Land von Studierenden außerhalb der EU Studiengebühren verlangen will.

Gäste aus dem Nordirak, Armenien, dem kurdischen Teil der Türkei, der Westsahara waren gekommen – den Gebieten, in denen sich Schmalstieg schon lange für Menschenrechte einsetzt. Aber natürlich auch viel Prominenz aus Hannover und Deutschland, darunter Petra Roth, die ehemalige Oberbürgermeisterin von Frankfurt, mit der Schmalstieg als „Dream-Team der Kommunalpolitik“ (Weil) lange im Deutschen Städtetag wirkte. Viele seiner ehemaligen Dezernenten aus der Rathausspitze waren gekommen, von Baurätin Uta Boockhoff-Gries über Umwelt- und Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff, Sozialdezernent Thomas Walter und Kulturdezernent Harald Böhlmann. Der ehemalige Personalratsvorsitzende Hans-Jürgen Jeroschewski („Wir haben manche Fehde ausgefochten, aber er war immer gradlinig“) war ebenso da wie sein ehemaliger Büroleiter Klaus Timaeus (auf die Frage, ob er sich auf die derzeit vakante Stelle des OB-Bürochefs bewerben wolle, sagt er lachend: „Für 450 Euro würd´ ich es wohl machen“). Der Philosoph Oskar Negt war ebenso da wie ex-Messechef Sepp Heckmann und ex-Lotto-Chef Reinhard Scheibe. Und natürlich Egon Kuhn, das Urgestein des Freizeitheims Linden, der als SPD-Strippenzieher einst bestimmt hatte, das Hannover einen jungen OB-Kandidaten brauche und so 1972 den 28-jährigen Schmalstieg zum jüngsten OB Deutschlands machte, der schließlich als dienstältester OB Deutschlands 2006 in den Ruhestand gehen sollte. Natürlich waren auch Schmalstiegs Frau Heidi Merk und beide Kinder da.

Wie es sich für einen Geburtstag gehört, gab es auch Präsente. Die Gäste spendeten mehr als 6000 Euro sowohl für Amnesty International wie für den Neuaufbau der zerstörten Musikschule in der Altstadt von Diyarbakir in der Kurdenregion der Türkei. Schostok überreichte im Namen der Stadt „dem Spanier des Nordens“ Schmalstieg, dessen Lieblingsort nach Hannover seine 38-Quadratmeter-Finca auf la Palma ist, das Bild „Finistere“ des spanischen Wahlhannoveraners Jorge la Guardia, eine Mischtechnik auf Leinwand in den Ockerfarben der iberischen Halbinsel. Und Stephan Weil hatte im Namen der ehemaligen Dezernenten ein ganz besonderes Geschenk parat: Schmalstieg darf ihnen Ende Juni bei einer Stadtführung sein Hannover erklären. Anschließend geht es Essen, danach klingt der Tag bei einer Rundfahrt mit der MS Niedersachsen auf dem Maschsee aus, „so lange, bis wir keine Lust mehr haben“. Denn, auch das verriet Weil: „Herbert Schmalstieg zeigt sich bei seinen Auftritten zwar immer so asketisch – aber in Wahrheit ist er ein exzellenter Weinkenner.“

Von Conrad von Meding

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