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Stadt Hannover DNA-Analyse von Stuhlprobe überführt Dieb
Aus der Region Stadt Hannover DNA-Analyse von Stuhlprobe überführt Dieb
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00:15 05.09.2016
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Ein im wahrsten Sinne des Wortes anrüchiger Fall hat am Donnerstag das Amtsgericht beschäftigt. Der 46-jährige Jörg M. war in einer Augustnacht 2015 auf ein Baugerüst an der Kurt-Schumacher-Straße geklettert und im dritten Stock in Büro- und Sozialräume der Volksbank eingedrungen. Der Drogenabhängige brach einen Kaffeeautomaten auf und entwendete Kleingeld im Wert von rund 15 Euro. Als ihn eine Putzfrau entdeckte, floh er – und verrichtete auf der vierten Etage des Gerüsts seine Notdurft. Am nächsten Morgen fiel einem Handwerker ein Eimer mit unappetitlichem Inhalt ins Auge, was wiederum die Kriminaltechniker der Polizei auf den Plan rief.

Die Spezialisten nahmen eine Stuhlprobe und erstellten eine DNA-Analyse – mit Erfolg. „Mit einer Wahrscheinlichkeit von 12,6 Billionen : 1 ermittelten wir, dass Jörg M. in den Eimer gemacht hatte“, erklärte eine Sachverständige am Donnerstag vor Gericht. Dabei sei der eigentliche Kot für eine derartige Untersuchung unergiebig, entscheidend sei ein Abstrich von Spuren der Darmschleimhaut. Dass ein Straftäter auf diese Weise überführt werde, so die Expertin, sei selten, aber nicht einmalig.

Der Angeklagte, ein gelernter Maler und Lackierer, gestand die Tat ein und gab sich sehr reumütig. Dass er sich auf dem Gerüst entleert habe, sei der Aufregung bei seiner Entdeckung durch die Putzfrau geschuldet gewesen: „Ich stand total unter Druck.“ 17 Vorstrafen hat der Dauerkonsument von Kokain und Heroin bereits angehäuft, war die vergangenen fünf Jahre aber straffrei geblieben. Sechs Entgiftungsversuche und diverse Jobs über Zeitarbeitsfirmen sind ein Indiz, dass sich der Mann noch nicht aufgegeben hat; derzeit wird er in einer christlichen Therapieeinrichtung betreut.

Amtsrichterin Maria Kleimann folgte dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilte Jörg M. wegen schweren Diebstahls zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 10 Euro. M. nahm das Urteil an, somit ist es rechtskräftig.

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