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Stadt Hannover Gestohlener Welfenschatz: Polizei zeigt Bilder
Aus der Region Stadt Hannover Gestohlener Welfenschatz: Polizei zeigt Bilder
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18:03 27.09.2018
Die Einbrecher erbeuteten auf der Marienburg unter anderem eine Kassette mit zwei Duellpistolen von 1850. Quelle: Polizei
Pattensen

Rund zweieinhalb Wochen nach dem Einbruch in die Marienburg hat die Polizei zahlreiche Fotos des gestohlenen Welfenschatzes veröffentlicht. Unter dem Diebesgut befinden sich unter anderem Medaillons, Säbel, Gewehre und Revolver. „Die Schadenshöhe wird derzeit auf 100.000 Euro geschätzt“, sagt Polizeisprecherin Kathrin Pfeiffer. Insgesamt seien 26 Gegenstände aus der Burg gestohlen worden. Es gebe bislang keine weiteren Hinweise auf die möglichen Täter.

Die Einbrecher hatten sich in der Nacht zum 10. September gewaltsam Zutritt zur Marienburg verschafft und waren anschließend in die Museumsräume eingedrungen. Aufgrund der enormen Beutemenge müssen die Diebe eine gewisse Zeit in der Burg verbracht haben und mit einem Fahrzeug geflohen sein. Bei ihrem Raubzug lösten die Täter offenbar nicht einmal einen Alarm aus. Der Einbruch wurde erst am nächsten Morgen von einem Mitarbeiter bemerkt, der gegen 7 Uhr zu einem Rundgang aufgebrochen war.

Gewehre und Duellpistolen

Unter dem Diebesgut sind mehrere Vorderladergewehre aus dem 18. und 19. Jahrhundert verschwunden, einer trägt die Inschrift „Seine Königliche Hoheit Ernst August Kronprinz von Hannover schoss mit dieser Büchse auf dem Scheibenstande der Bleiche am Fuss des Rammel“. Besonders prachtvoll ist auch eine Kassette mit zwei Duellpistolen inklusive Zubehör von etwa 1850. Die Kiste hat Messingbeschläge, im Deckel befindet sich ein Papierschild mit königlichem Wappen. Außerdem stahlen die Täter beispielsweise mehrere Messer und zwei Säbel – darunter einen mit 51-Zentimeter-Klinge aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, wie ihn damals „Grenadiere des Garde-Regiments, Corporale und Soldaten der Linieninfanterie“ nutzten, heißt es in der Beschreibung.

Neben Waffen erbeuteten die Diebe auch mehrere Schmuckstücke und Bilder. Unter anderem stahlen sie ein ovales Reliefmedaillon von Georg V., König von Hannover, aus Eisen samt Etui. Neben fünf weiteren Medaillons erbeuteten die Einbrecher zwei Miniaturbilder, darauf zu sehen ist jeweils eine Burg samt Landschaft.

Polizei bittet Antiquare um Mithilfe

Die Welfen zeigten sich unmittelbar nach dem Einbruch bestürzt. „Wir hoffen, dass es gelingen wird, die gestohlenen historischen Objekte wiederzufinden“, sagte Ernst August Prinz von Hannover, Hausherr der Marienburg, gegenüber der HAZ nach Bekanntwerden der Tat. Nach Angaben von Historikern gibt es in Deutschland einen großen Markt für solcherlei Waffen, allerdings dürfte der Welfenschatz zu auffällig sein, um ihn einfach weiterzuverkaufen.

Die Polizei hat allerdings immer noch keine Spur, wer die Diebe sein könnten und wie sie ihre Beute unbemerkt von der Burg transportieren konnten. Ebenfalls unklar ist, ob es sich womöglich um einen Auftragsdiebstahl gehandelt haben könnte – das könnte die Aufklärung erschweren. Auf jeden Fall bitten die Ermittler vor allem auch Antiquare zur Vorsicht. „Wenn ihnen entsprechende Gegenstände angeboten werden, sollen sie sich umgehend bei der Polizei melden“, sagt Behördensprecherin Pfeiffer. Hinweise erbittet die Polizei unter Telefon (05041) 942 90.

Die Marienburg

Die Marienburg bei Pattensen wurde um das Jahr 1860 erbaut und war ein Geschenk des letzten hannoverschen Königs Georg V. an seine Gemahlin Marie. Der Sitz der Welfen gilt eigentlich als gut gegen Einbrecher geschützt, bis heute ist sie im Privatbesitz der Familie. Derzeitiger Hausherr ist Ernst August Prinz von Hannover, er lebt allerdings mit seiner Frau Ekaterina im Fürstenhaus Herrenhausen.

In der Marienburg ist seit April eine Ausstellung über Hannovers letztes Königspaar zu sehen. Darin werden unter anderem historische Urkunden, Möbel, Gemälder und Kleider gezeigt. Darüber hinaus sind in einem anderen Raum des Museums historische Waffen ausgestellt.

Von Peer Hellerling

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