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Stadt Hannover Eine Kita hilft im Kampf gegen die Grippe
Aus der Region Stadt Hannover Eine Kita hilft im Kampf gegen die Grippe
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08:58 25.10.2016
Piks! Politiker und Gesundheitsämter raten dazu, auch Kinder gegen Grippe zu impfen. Quelle: Patrick Pleul
Hannover

Wenn in der Kita Hauptstraße in Wettbergen geschnieft, geniest und gehustet wird, kurz: wenn ein Kind eine ordentliche Erkältung kriegt, dann bekommt das auch das Gesundheitsamt mit. Einmal pro Woche melden Leiterin Cathrin Weber und ihre Mitarbeiter, ob und wie viele Kinder der Kita Hauptstraße in Wettbergen erkältet sind. So helfen Erzieherinnen und Kinder, Grippewellen frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Dafür hat die Kita nun eine Urkunde von der niedersächsischen Gesundheitsministerin Cornelia Rundt bekommen. Diese machte bei ihrem Besuch auch Werbung für die Grippeimpfung.

„Die Kinder dienen als Seismografen“, sagt Rundt. Denn vor allem Kinder sind anfällig für Krankheiten und stecken schnell auch Eltern und Freunde an. Der Blick in Kitas eigne sich also besonders gut, um Grippewellen zu beobachten. Deshalb beteiligt sich die Einrichtung aus Wettbergen seit zehn Jahren bei der Erfassung von Grippewellen. Das Projekt hat den sperrigen Namen Akute Respiratorische Erkrankungen-Surveillance (ARE-Surveillance). Insgesamt 289 Kitas mit rund 32 000 Kindern machen mit und ermöglichen, dass etwa 16 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen aus Niedersachsen von der ARE-Überwachung, die seit 2004 vom Landesgesundheitsamt in Kooperation mit den niedersächsischen Landkreisen, kreisfreien Städten und der Region Hannover durchgeführt wird, erfasst werden.

„Influenza ist ein kleines Chamäleon“

Anhand des Anteils der erkrankten Kinder könne frühzeitig auf die Stärke der Grippewelle geschlossen werden, auch wenn natürlich nicht jedes Kind, das mit einem Schnupfen zu Hause bleibt, eine richtige Grippe hat. Um zu wissen, welche Viren die Grippe auslösen, untersucht das Landesgesundheitsamt deshalb auch Proben, die mehr als 40 Arztpraxen und Krankenhäuser einschicken, ergänzt Matthias Pulz, Präsident des Landesgesundheitsamts. „Influenza ist ein kleines Chamäleon - wir können nicht voraussehen, welches Virus für die nächste Welle verantwortlich ist“, sagt Pulz.

In den vergangenen zwei Jahren seien die Grippewellen sehr stark gewesen - obwohl sich sonst starke und schwache Wellen abwechseln. „Vergangenes Jahr hat uns das plötzliche übermäßige Auftreten der Viren des Typs B überrascht und bis in den April hinein beschäftigt“, sagt er. Von Juli 2015 bis Juni 2016 wurden 4836 Proben untersucht - 981-mal wurden dabei Influenzaviren nachgewiesen, bei 52 Prozent trat der Virus des Typs B auf. Diesem neu aufgetretenen Virentyp konnten die Impfstoffe nichts anhaben.

Höchststand zwischen Januar und März

Doch auch Gemeinsamkeiten werden durch die Erfassung sichtbar: So zeigt sich, dass in den vergangenen zwölf Jahren der Krankenstand ab Mitte November zunächst anstieg, um dann nach den Weihnachtsferien wieder zu sinken, bevor er seinen Höchststand jeweils zwischen Mitte Januar und Ende März erreichte.

Wer sich gegen die Grippe schützen will, der sollte sich impfen lassen, empfehlen Rundt und Pulz. Dafür sei jetzt, vor Beginn der Grippewelle, die richtige Zeit. „So schützt man nicht nur sich, sondern auch andere, indem man verhindert, dass sie sich an einem anstecken“, pflichtet Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover, bei. Auch Kita-Leiterin Cathrin Weber ist überzeugt, dass impfen hilft, und schickt Eltern, deren Kinder nicht geimpft sind, zum Beratungsgespräch beim Kinderarzt. „Zwingen kann ich natürlich niemanden, manche setzen lieber auf homöopathische Mittel“, sagt sie. Dennoch scheint die Taktik zu funktionieren: In den vergangenen Jahren sei die Kita von großen Grippewellen verschont geblieben. „Während der Grippesaison mussten wir nur rund drei erkrankte Kinder die Woche melden“, sagt sie.

Von Lisa Malecha

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