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Stadt Hannover Eintritt für Zoo-Panorama soll 9 Euro kosten
Aus der Region Stadt Hannover Eintritt für Zoo-Panorama soll 9 Euro kosten
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20:57 15.09.2015
Von Mathias Klein
Die jetzige Greifvogelvoliere soll für den Turm weichen.  Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Die Pläne des Zoos für den Bau eines Dioramas hat eine lebhafte Debatte ausgelöst. Auf der Facebook-Seite der HAZ äußern sich auch Befürworter, doch die Kritik überwiegt. Vor allem der zusätzliche Eintrittspreis wird bemängelt. Beispielsweise schreibt Ingrid Hintzke, dass der Zoo-Eintritt schon jetzt sehr teuer sei. Viele Familien könnten sich das ohne Diorama bereits nicht mehr leisten. Wie am Dienstag zu erfahren war, ist für das Diorama derzeit ein Eintrittspreis von 9 Euro pro Person geplant. Inhaber von Zoo-Dauerkarten sollen 5 Euro zahlen.

Wie berichtet, plant der Zoo den Bau eines rund 33 Meter hohen Turms auf dem Gelände, wo jetzt die Greifvogelvoliere steht. Im Innern des Turms sollen von Plattformen auf mehreren Ebenen Rundumbilder des Künstlers Yadegar Asisi zu sehen sein. Mit Licht- und Toninstallationen sollen den Besuchern Biotope wie der Dschungel oder das Great-Barrier-Korallenriff gezeigt werden. Die Rotunde soll zusätzliche Besucher in den Zoo locken.

Die Politik reagierte am Dienstag positiv auf die Zoo-Pläne. Der Umweltexperte der SPD-Regionsfraktion, Frank Straßburger, sprach von einem „tollen Projekt“ und einer großen Chance für die Region Hannover. CDU-Umweltexperte Christoph Loskant sagte, dass Diorama werde zu einem weiteren Besuchermagneten der Stadt werden. Es sei etwas ganz Besonderes, die „faszinierenden Werke“ von Asisi in Hannover sehen zu können. Beide Politiker sitzen im Zoo-Aufsichtsrat.

Der Zoo bestätigte in knappen Worten die Pläne. Man sei mit dem Künstler Yadegar Asisi seit Längerem im Gespräch. „Ich würde am liebsten schon jetzt ausgiebig von diesem wirklich faszinierenden Projekt schwärmen, aber wir müssen noch abwarten, bis alle offenen Punkte geklärt sind“, wird Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff in der Pressemitteilung zitiert. Wenn alles geklärt sei, wollen der Zoo und der Künstler „weitere Einzelheiten über das spektakuläre Rundumerlebnis“ vorstellen.

Der Zoo beziffert die Kosten für das Projekt auf 3,6 Millionen Euro. An der Finanzierung wollen sich nach Informationen der HAZ die Firmen von 96-Chef Martin Kind und Drogerieunternehmer Dirk Roßmann als Sponsoren beteiligen. Diese Namen sind in den Gesprächen mit den Aufsichtsratsmitgliedern des Zoos gefallen. Die genauen Modalitäten und die Höhe ihres Beitrags sind aber offenbar noch nicht geklärt.

Abbau nach fünf Jahren?

Derzeit geht der Zoo davon aus, dass der Turm nach fünf Jahren wieder abgebaut oder zumindest verkleinert wird. Die Kosten für den Rückbau liegen bei 250 000 Euro. Der Rückbau des Turms sei nötig, weil er nicht gerade als architektonisches Schmuckstück gilt. Ein weiteres Argument könnte sein, dass der Besucherandrang auf die drei derzeit vorhandenen Naturpanoramen von Asisi nach einigen Jahren nachlassen könnte. Bei den Überlegungen zu dem Diorama wurde auch darüber diskutiert, ob sich der Zoo durch das Projekt immer stärker vom Zoologischen Garten zu einem Freizeitpark entwickele. Wie es jedoch heißt, sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass der Zoo eine neue Attraktion benötige, bis die im Masterplan vorgesehenen Projekte fertig seien.

Umbau des Eingangsbereichs: Unterdessen laufen die Vorbereitungen für die Umgestaltung des Eingangs. Der Masterplan sieht vor, ihn so weit vorzuziehen, dass er gleich von der Straße aus erkannt wird. So würde auch mehr Platz für die Afrikalandschaft Sambesi geschaffen werden. Acht Architektenbüros stellen im Dezember Entwürfe dafür vor.

Panometer – wenn Asisi kommt, geht es rund

Yadegar Asisi mag es als Künstler gern groß. Seine Spezialität sind monumentale Panoramabilder historischer Szenen und neuerdings natürlicher Lebensräume, angebracht auf der Innenseite früherer Gasometer, die dem Betrachter den Eindruck geben, sich mitten in der Darstellung zu befinden. Asisi hat dafür aus den Begriffen Panorama und Gasometer das Kunstwort Panometer geprägt.

Größte Beachtung fand Asisi bisher mit seiner Darstellung der antiken Metropole Pergamon im Ehrenhof des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel vor vier Jahren. Es zeigte Leute und Leben der Stadt zur Regierungszeit von Kaiser Hadrian mitsamt einer Rekonstruktion des Frieses vom Pergamonaltar und weiterer authentischer Exponate des Museums. Viele Detaildarstellungen beruhen zwar auf Spekulationen, gelten aber als sehr plausibel.

Weitere Panometer haben unter anderem in Leipzig – dort löst in diesen Tagen das Great Barrier Reef die Völkerschlacht ab –, Dresden (Rom im Jahr 312, das barocke Dresden und das zerstörte Elbflorenz nach 1945) und am Berliner Checkpoint Charlie („Die Mauer“) Hundertausende Besucher angelockt.

Asisi, 1955 in Wien geboren, ist persischer Abstammung. Er wuchs in Halle an der Saale und Leipzig auf, studierte später Architektur in Dresden und Malerei in Berlin. Sein Atelier befindet sich heute in Berlin-Kreuzberg. wie

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