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Stadt Hannover Gedrängel um die letzten Geschenke
Aus der Region Stadt Hannover Gedrängel um die letzten Geschenke
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00:15 26.12.2014
Volle Georgstraße, volle Geschäfte: Für den Handel haben die umsatzstärksten Tage des Jahres begonnen. Zu Gedränge kam es gestern trotzdem nicht Quelle: Wallmüller
Hannover

Für Reinhard Sander sind jetzt die wichtigsten Tage des Jahres. „Wenn es bis Heiligabend so läuft, werden wir ein besseres Weihnachtsgeschäft haben als 2013“, sagt der Geschäftsführer des Taschen- und Lederspezialisten Horstmann & Sander. Warum die Kunden dieser Tage so kauffreudig sind, ist für Sander allerdings selbst ein kleines Rätsel. „Die milden Temperaturen sind eigentlich schlecht für die Frequenz“, weiß der Kaufmann. Denn der Handel mit Wintersachen laufe erst so richtig, wenn es draußen auch kalt ist.

Hannovers Innenstadt ist trotzdem gerappelt voll. Zehntausende strömen zwischen Steintor und Hauptbahnhof in die Geschäfte und sorgen für gute Umsätze bei den City-Händlern. „Die meisten müssten zufrieden sein“, sagt Geschäftsmann Sander.

„Wir haben schon alle Geschenke, wir sind einfach nur zum Bummeln hier“, sagt Ina Beuck. Zusammen mit ihrem Mann Michael schaut sich die 42-Jährige aus Henstedt-Ulzbeck (Kreis Segeberg) in Hannover auch schon nach einem Geburtstagsgeschenk für ihre Schwester um. Auch Francesco Gerste und Priscilla Franz kommen von außerhalb zum Einkaufen. „Hannover ist unsere Lieblingsstadt zum Shoppen“, sagt die 22-jährige Dortmunderin. Freund Francesco hatte erst kurz zuvor ihr Weihnachtsgeschenk gekauft: eine Schmuckkollektion von Juwelier Christ – komplett mit Kette, Armband und Ohrringen. „Ich habe die beim Vorbeigehen im Schaufenster gesehen“, verrät der 21-Jährige aus Bad Oeynhausen. Priscilla ist nicht die Einzige, die sich über ein Geschenk aus Hannover freuen darf. Für seinen Vater wurde er bei Horstmann & Sander fündig, für seine Brüder suchte er bei Sörens sowie Peek & Cloppenburg.

Auch Sebastian Rechenbach ist zufrieden. „Die Kunden kaufen relativ kurzfristig und gerade bei den Textilien ein bisschen hochwertiger ein“, berichtet der Geschäftsführer von I.G. von der Linde.

Den Weihnachtsumsatz sieht er etwa auf dem Niveau des Vorjahres, allerdings seien die letzten drei Tage vorm Fest die umsatzstarke Tage. „Viele kaufen jetzt erst ein, weil sie wissen, dass ab Weihnachten stark reduziert wird“, sagt Rechenbach. Sein Haus habe damit sogar schon zu Wochenbeginn angefangen.Trotz unzähliger Besucher ist von Weihnachtsstress in der Innenstadt wenig zu spüren. Nur stellenweise kommt es zu längeren Menschenschlangen an den Kassen, die meisten Kaufhäuser und Geschäfte scheinen gut vorbereitet und haben entsprechend viel Personal im Einsatz – teilweise doppelt so viele Verkäufer wie an normalen Tagen. In den Parkhäusern gibt es allerdings immer wieder Engpässe - die City-Kaufleute empfehlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu kommen.

Christian Link

„Die ganz Gestressten kaufen erst am Mittwoch ein.“ Elke Pfennig (60), Verkaufsberaterin bei Horstmann & Sander.

Nachgefragt ...

... bei Elke Pfennig (60), Verkaufsberaterin bei Horstmann & Sander.

Mittwoch ist bereits Heiligabend, wie hektisch ist es bei Ihnen im Geschäft?
Die Atmosphäre ist ganz entspannt. Manchmal stehen die Kunden auch mal zwei Minuten an der Kasse, aber jeder rechnet in dieser Zeit damit, dass die Geschäfte voll sind. Die ganz Gestressten, die noch dringend ein Geschenk suchen, werden erst Dienstag und Mittwoch kommen.

Gibt es neue Trends bei Geschenken?
Fellbommel an den Mützen sind sehr beliebt, und immer mehr Männer fragen nach Handtaschen. Es werden auch sehr viele Gutscheine verschenkt. Manche sagen auch: Geben Sie mir irgendeine Tasche, meine Frau tauscht die nachher sowieso um. Der verkaufsoffene Sonntag nach Weihnachten wird der Umtausch- und Gutscheintag. Immer mehr Kunden gehen auch mit dem Handy auf Geschenkesuche. Die zeigen uns dann Fotos oder rufen nochmal zu Hause an, ob sie das Richtige haben.

Kommen die Kunden in der Regel allein?
Ganz viele Ehepaare kommen zusammen ins Geschäft. Die Damen suchen sich ihr Geschenk selber aus und lassen sich das einpacken; und die Herren machen das nicht anders.

Haben Sie denn selbst schon alle Weihnachtsgeschenke?
Ich habe meine Geschenke morgens im Schnelldurchlauf gekauft, bevor ich zur Arbeit gegangen bin. Als Verkaufspersonal haben wir in der Weihnachtszeit nicht mehr viel Zeit zum Einkaufen. Da muss man genau wissen, was man sucht.

Hand aufs Herz: Haben Sie auch ein paar Geschenke im Internet bestellt?
Nein, ich kaufe nichts online. Ich habe aber einen Sohn, der so was macht.

Interview: Christian Link

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