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Stadt Hannover „Warum sanieren Sie die Schulklos nicht?“
Aus der Region Stadt Hannover „Warum sanieren Sie die Schulklos nicht?“
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19:24 19.06.2016
Flüchtlinge, Homosexualität, Gleichberechtigung: Die Schüler haben viele Fragen an die Vertreter der Fraktionen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Schulleitung der Alice-Salomon-Schule will mit der Podiumsdiskussion die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in der Regel Erstwähler sind, motivieren, am 11. September den Weg zur Wahlurne zu finden.

Denn die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen ist nie besonders hoch: 2011 gingen gerade einmal 44 Prozent der Hannoveraner zur Wahlurne. Und weil Jungwählern in der Regel generell ein politisches Desinteresse vorgeworfen wird, müssen die Parteien einiges tun, um sie zum Wählen zu motivieren. „Ich habe eigentlich noch nie daran gedacht, wählen zu gehen“, gibt die 16-jährige Regina zu. Ein Gesetzesentwurf zur Herabsenkung des Wahlalters für Landtagswahlen auf 16 Jahre wurde im niedersächsischen Landtag dennoch abgelehnt. Dabei zeigt etwa eine Bertelsmannstudie aus dem vergangenen Dezember, dass frühes Wählen die Wahlbeteiligung dauerhaft erhöhen kann.

Die Parteien können es sich also nicht erlauben, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrem Wahlkampf nicht zu berücksichtigen. Und sie wissen es. Deshalb kommen Vertreter der Parteien gern zu Veranstaltungen, bei denen sie Jungwähler vom Wählen - und dem eigenen Programm - überzeugen können. „Ihr seid die Zukunft und wichtig“, sagt etwa Adis Ahnetovic, Juso-Unterbezirksvorsitzender der SPD, zu den Schülern der Alice-Salomon-Schule. Dafür bekommt der 22-Jährige natürlich Applaus. Auch Johannes Drücker (Linke), Giesela Witte (Grüne), Gerhard Kier (FDP), Lars Pohl (CDU) und Jörn König (AfD) lassen keinen Zweifel daran, dass es wichtig ist, zur Wahl zu gehen.

Neben dem Motivationsversuch ist eine Podiumsdiskussion mit Erstwählern auch eine Möglichkeit, dezent abzuklopfen, welche Themen junge Menschen bewegen. Die lassen sich nicht lange bitten. „Manche von uns gehen ja nicht einmal aufs Klo, weil es dort so ekelig ist“, sagt eine Schülerin. Prompt beteuern die Vertreter aller Parteien, dass Schulen in einem guten Zustand sein müssten - und sie sich für Sanierungen einsetzen wollen. Wie, dazu bleiben alle eher vage. Auch Themen wie die Diskriminierung von Homosexuellen, die Unterbringung von Flüchtlingen und die Preise für den öffentlichen Nahverkehr bewegen die Schüler. Die Politiker sind bemüht, die Fragen so zu beantworten, dass die jungen Menschen sie verstehen und sich verstanden fühlen. Besonders gut scheint das dem Juso Ahnetovic zu gelingen. In fast flammenden Reden betont er immer wieder sein Verständnis für die Anliegen und Wünsche. Und er sei auch gar nicht so viel älter. „Bei ihm hat man die Leidenschaft gespürt, das hat mich überzeugt“, sagt Regina nach der Veranstaltung. Sie will nun am 11. September auf jeden Fall wählen gehen - wen, das sagt sie nicht.

Auf den Bussen und Bahnen der Üstra gibt es künftig ein Werbeverbot für Parteien und Wählergruppen. Das hat der Vorstand nach Informationen der HAZ beschlossen. Demnach ist im Wahlkampf Wahlwerbung nur noch im Fahrgastfernsehen zulässig, weil dort ein Vorspann gezeigt werden kann, der die Parteien für den nachfolgenden Spot verantwortlich macht.

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