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Stadt Hannover Hanebuth wartet weiter auf Entscheidung über Anklage
Aus der Region Stadt Hannover Hanebuth wartet weiter auf Entscheidung über Anklage
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18:50 26.05.2017
Vermummte Polizisten stehen in Bissendorf bei Hannover vor der Toreinfahrt des Hells Angels Präsidenten Frank Hanebuth. Quelle: dpa
Hannover

Der vor fast vier Jahren von der spanischen Justiz festgesetzte ehemalige Rocker-Boss Frank Hanebuth wartet weiter auf die Entscheidung über eine Anklage. Die Frist verstreicht im Prinzip am 23. Juli, kann bei komplexen Fällen nach Angaben spanischer Behörden aber um sechs Monate verlängert werden. Zwar befindet sich der frühere Präsident der Hells Angels in Hannover seit längerem gegen Kaution auf freiem Fuß, muss sich aber weiter in Spanien aufhalten. Am 22. Juli hat Hanebuth (52) in Bissendorf-Wietze seine Hochzeitsfeier geplant.

Schweres Geschütz hatte zunächst vor fünf Jahren die deutsche Justiz aufgefahren, als sie im Mai 2012 sein Anwesen in Bissendorf-Wietze in einer spektakulären Aktion durchsuchte. GSG9-Spezialkräfte seilten sich von einem Hubschrauber ab, rammten Tore auf und erschossen einen Hund. Hanebuth wurde verdächtigt, Drahtzieher eines Auftragsmordes zu sein - jedoch stellte die Staatsanwaltschaft Kiel die Ermittlungen im April 2013 mangels eines Tatnachweises ein. Angesichts des forcierten Vorgehens der Justiz gegen die Hells Angels löste sich der Charter in Hannover indes im Juni 2012 auf.

Stattdessen gründeten die Rocker anderenorts neue Clubs und wichen unter anderem nach Mallorca aus. Dort kam es dann im Juli 2013 zu einer großen Razzia, rund zwei Dutzend Hells Angels und Hanebuth wurden festgenommen. Die Behörden legten ihm die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Menschenhandel, Erpressung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Geldwäsche zur Last. Hanebuth hat die Vorwürfe stets bestritten. Zwei Jahre saß er im Hochsicherheitsgefängnis im südspanischen Cadíz in Untersuchungshaft, bis er gegen Auflagen frei kam. Seitdem zieht sich die Entscheidung über eine Anklage in die Länge.

Dabei boten die Anschuldigungen Stoff für einen Gangsterkrimi. Millionensummen aus Deutschland und der Türkei, so das spanische Innenministerium, hätten die Rocker beim Bau eines Formel-1-Rundkurses waschen wollen. Feuer- und Stichwaffen, zehn Autos, vier Motorräder, mehrere Boote sowie Juwelen und Drogen stellten die Fahnder bei der "Operation Casablanca" sicher. Unterdessen kehrte Hanebuth im September erstmals seit dem Beginn der Ermittlungen gegen ihn in Spanien für eine Woche nach Hannover zurück, um seinen Geburtstag zu feiern.

Von Michael Evers

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