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Stadt Hannover Aufzug fährt nicht - Senioren sitzen fest
Aus der Region Stadt Hannover Aufzug fährt nicht - Senioren sitzen fest
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00:19 11.12.2014
Von Andreas Schinkel
„Das ist für alle sehr beschwerlich“: Astrid Amann-Niehuis ist schwerbehindert und muss nun täglich die Treppen herunter getragen werden. Quelle: Jan Philipp Eberstein
Hannover

Etliche ältere Bewohner eines Mietshauses in der Südstadt können während der Vorweihnachtszeit ihre Wohnungen nicht verlassen. Denn in dem sechsstöckigen Haus an der Elkartallee ist seit vergangenem Freitag der Fahrstuhl defekt – mindestens bis Weihnachten. „Jetzt muss meine Tochter für mich einkaufen und mir die Sachen hochtragen“, sagt die 99-jährige Else Preiß. Sie fühle sich wie eine Gefangene in ihrer Wohnung. Astrid Amann-Niehuis stellt der Ausfall des Aufzugs vor große Probleme. Die schwerbehinderte Frau aus dem sechsten Stock muss jeden Tag zur Therapie in die Medizinische Hochschule gebracht werden. „Jetzt müssen mich drei Pfleger die Treppe hinuntertragen. Das ist für alle sehr beschwerlich“, sagt sie. Die Krankenkasse komme aber nur für zwei Kräfte auf.

Stühle sollen für "Verschnaufpause" sorgen

Der Hausverwalter, die Firma Haack Immobilien aus Hannover, hat jetzt Stühle auf jeder Etage aufgestellt, damit die Bewohner beim Treppensteigen eine „Verschnaufpause“ einlegen können, wie es in einem Schreiben an die Mieter heißt.„Wir haben die Techniker gebeten, mit Hochdruck an der Reparatur zu arbeiten“, beteuert der Syndikus der Hausverwaltung, Burkhard Sander. Aber der Schaden sei erheblich. Der Motor müsse ausgetauscht werden, ebenso die Steuerelektronik. 40 Jahre ist der Aufzug alt, daher sei es schwierig, Ersatzteile zu besorgen. „Vielleicht fährt der Aufzug vor Weihnachten wieder“, hofft Sander.

Dauert Reparatur noch drei Monate?

Im Brief der Hausverwaltung an die Mieter wird die mögliche Ausfallzeit gar nicht erwähnt. „Der Hausmeister hat uns erzählt, die Reparatur könne drei Monate dauern“, sagt Hausbewohner Werner Ueckert, der jetzt Einkäufe für seine gehbehinderten Nachbarn erledigt. „Das kann ich aber nicht für alle bedürftigen Bewohner tun“, sagt er.

Der Verwalter bedauert die Unannehmlichkeiten. „Das Haus ist aber keine Altenpflegeeinrichtung“, sagt Sander. Bewohner mit einer schweren Behinderung seien besser in einem Pflegeheim aufgehoben als in einem mehrstöckigen Mietshaus. Eigentümer der Immobilie sind zwei private Investoren – kein Hedgefonds, wie die Hausverwaltung betont. „Die Reparaturkosten für den Aufzug werden übernommen, ganz gleich, wie hoch sie ausfallen“, versichert Sander. Bewohner Ueckert will jetzt eine Mietminderung durchsetzen. Eigentlich müsse die Hausverwaltung einige der betagten Bewohner in einem Hotel einquartieren, meint er. Rollstuhlfahrerin Amann-Niehuis erwartet, dass sich der Vermieter an den zusätzlichen Kosten für ihren Transport durchs Treppenhaus beteiligt.

Bewohner können Miete kürzen

Auf mögliche Mietminderungen hat sich der Hausverwalter bereits eingestellt. „Der Ausfall des Fahrstuhls ist laut Rechtsprechung ein Grund, die Miete zu reduzieren“, sagt Jurist Sander. Für Schadensersatzansprüche sieht er aber keinen Spielraum. „Die gelten nur, wenn der Vermieter den Schaden am Fahrstuhl verursacht hat oder die Reparatur verschleppt“, sagt Sander. Noch vor Kurzem habe der Aufzug eine TÜV-Plakette bekommen.

Nicht zum ersten Mal gerät das Haus an der Elkartallee in die Schlagzeilen. Im Sommer 2013 wurden die Mieten kräftig erhöht. Der Mieterbund sprach von einem „skandalösen Vorgang“.

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