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Stadt Hannover Falschgeldkäufer aus Hannover wird freigesprochen
Aus der Region Stadt Hannover Falschgeldkäufer aus Hannover wird freigesprochen
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19:47 19.07.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: Heusel
Hannover

Es ist sehr selten, dass ein wegen Geldfälschung angeklagter Delinquent einen Gerichtssaal ungeschoren verlässt. Am Mittwoch war so ein Tag: Ein Schöffengericht unter Vorsitz von Michael Siegfried sprach einen 28-jährigen Hannoveraner frei. Der Abiturient und jetzt als Elektroniker beschäftigte Angeklagte hatte im Internet Falschgeld im Wert von 500 Euro gekauft - die Banknoten dann allerdings fünf Monate lang nicht angerührt.

Planloses Surfen?

Der junge Mann legte über seinen Verteidiger Joachim Arndt ein Geständnis ab. Tatsächlich habe er Anfang Januar 2016 im Darknet - einem oft für kriminelle Geschäfte genutzten Bereich des Internets - zehn Banknoten à 50 Euro geordert. Bezahlt habe er mit Bitcoins, die er seit Jahren besitze. Einst seien diese 3 Dollar wert gewesen, erklärte der 28-Jährige, zu Jahresbeginn 2016 aber 100 Euro. Auf der Suche nach Kaufoptionen sei er beim angeblich planlosen Surfen auf der Seite eines Falschgeldverkäufers gelandet und habe zugeschlagen.

Doch Anwalt Arndt machte eine gewichtige Einschränkung: Sein Mandant habe niemals vorgehabt, die Blüten unters Volk zu bringen. Er habe gemeint, die Bitcoins nur im Darknet als Zahlungsmittel einsetzen zu können, auch habe er mal ausprobieren wollen, „wie das so geht“. Die ganze Aktion sei eine „Eselei“ gewesen. Richter Siegfried wies den nicht vorbestraften Angeklagten darauf hin, dass man heutzutage viele Dinge ganz legal mit Bitcoins erwerben kann - was dieser auch gewusst haben dürfte.

Die Polizei kam dem Täter auf die Spur, als sie im März 2016 in Bayern eine Geldfälscher-Werkstatt aushob. Dabei stieß sie auf die Verbindung zu dem Hannoveraner, der den Kriminellen - völlig unprofessionell - Namen und Adresse preisgegeben hatte. Als die Ermittler im Juni 2016 zur Hausdurchsuchung anrückten, legte er sofort alle Banknoten auf den Tisch, stellte gleich alle Passwörter für PC und Handy zur Verfügung. „Später kam die Mutter dazu und schimpfte mit ihrem Sohn“, erklärte ein Beamter vor Gericht, „das war für ihn offenbar schlimmer als der Besuch der Polizei.“

„Schwein gehabt“

Das Gericht erklärte, es sei dem Elektroniker nicht nachzuweisen, dass er das Falschgeld benutzen wollte. Vielleicht habe er wirklich nur den „Kick“ gesucht, etwas Verbotenes zu tun. Allerdings habe der 28-Jährige - im Zweifel für den Angeklagten - mit dem Freispruch „Schwein gehabt“, stellte Richter Siegfried klar.

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