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Stadt Hannover Ein Luftreiniger gegen Dieselabgase? Hannovers Politik ist skeptisch
Aus der Region Stadt Hannover Ein Luftreiniger gegen Dieselabgase? Hannovers Politik ist skeptisch
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19:05 04.02.2019
Keine dicke Luft mehr in Kiel? Der Prototyp eines Purevento-Stadtluftreinigers soll noch in dieser Woche erstmals in Kiel aufgestellt werden. Quelle: Markus Scholz/dpa
Hannover/Kiel

Ein neuartiges Luftreinhaltegerät soll an besonders belasteten Verkehrsadern Schadstoffe aus der Luft filtern. Ab Mittwoch werde ein Prototyp zunächst eine gute Woche lang in Kiel aufgestellt, sagt Geschäftsführer Robert Krüger von der Entwicklungsfirma Purevento. Die Stadt testet, ob sie so Diesel-Fahrverbote vermeiden kann. Anschließend werde das mobile Gerät in anderen Städten in Deutschland vorgestellt. In welchen, wollte Krüger nicht sagen. An die Stadt Hannover habe sich das Unternehmen bisher nicht gewandt, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. „Die hannoversche Stadtverwaltung wird aber mit Interesse den Test in Kiel beobachten“, sagt Dix.

Die hannoversche Ratspolitik reagiert dagegen verhalten auf die Idee aus Schleswig-Holstein. „Es ist die Frage, ob das was bringt“, sagt Wilfried Engelke, FDP-Fraktionsvorsitzender im Rat. Bevor auch die Stadt Hannover ein solches rund 80.000 Euro teures Gerät teste, solle sie erst die Ergebnisse aus Kiel abwarten, meint der Ratsherr. Auch Lars Kelich (SPD) sagt: „Ich glaube nicht, dass man ein Gerät aufstellt, und dann ist alles gut. Aber probieren kann man es ja.“ Dennoch denke er nicht, dass das alleine ausreicht. „Es muss eine Regelung vom Bund geben, die am besten die Hersteller zur Hardware-Nachrüstung zwingt“, sagt er.

Stickoxidwerte in Hannover gesunken

2018 wurden an der offiziellen Messstation an der Göttinger Straße in Hannover im Jahresmittel 42 Mikrogramm Stickstoffdioxid registriert. Das sind zwei Mikrogramm weniger als im Jahr zuvor, dennoch liegt die Zahl weiterhin über dem von der EU vorgegebenen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an, bei denen Städte Gegenmaßnahmen ergreifen müssen. Nach Angaben des Umweltbundesamts rangierte Kiel 2018 mit einem Jahresmittel von 60 Mikrogramm auf der Liste der am stärksten belasteten deutschen Städte auf dem dritten Platz nach Stuttgart und München.

Als Alleinstellungsmerkmal des neuen Geräts nennt Geschäftsführer Krüger die Mobilität: Der Stadtluftreiniger könne als 3,5 Tonnen Anhänger von Ort zu Ort gefahren und ohne Baugenehmigung schnell aufgestellt werden. Bislang neuartig sei auch die Fähigkeit, gleichzeitig Feinstaub und alle gasförmigen Schadstoffe wie Stickoxide in einem zweistufigen Verfahren aus der Luft herauszufiltern.

Ziel sei es, mit den Geräten im direkten Umfeld die Feinstaub- und Stickoxidbelastung um etwa zehn Prozent zu reduzieren. Die von dem Gerät angesaugte Luft werde sogar um etwa 80 bis 85 Prozent von Schadstoffen gereinigt. „Diese Geräte sind also eine von mehreren Maßnahmen, wir wollen die Luftbelastung quasi verdünnen“, sagt Krüger. Jedes Gerät schaffe 40.000 Kubikmeter pro Stunde zu etwa 80 Prozent zu reinigen – das wären also 320.000 Kubikmeter Luft mit zehn Prozent weniger Schadstoffen.

Stromverbrauch eines Föns

Der Prototyp ist zweieinhalb Meter hoch und breit und fünf Meter lang. Das Gerät verbrauche im Basisbetrieb nicht mehr Strom als ein Fön und im Volllastbetrieb nicht mehr als zwei Föne. Das System sei simpel: Belastete Luft werde von der Straßenseite angesaugt und auf dem Bürgersteig zur Häuserseite gesäubert wieder herausgepustet. Der Geräuschpegel sei nicht lauter als der Verkehr, sagt Krüger. „Wir verstehen diese Geräte als einen Baustein einer Zwischenlösung, bis die Elektromobilität in den Städten stark zunimmt und die Schadstoffbelastung zurückgeht“, sagte Krüger. Seine Firma werde nicht von der Autoindustrie unterstützt, sagte er auf Nachfrage.

Die Deutsche Umwelthilfe hält nichts von Geräten. „Einen NO2-Staubsauger auf der Straße aufzubauen, passt eher zu Schilda als zu Kiel“, sagte Geschäftsführer Jürgen Resch. „Wir müssen die Diesel-Abgasgifte an der Quelle herausfiltern, indem alle schmutzigen Diesel-Fahrzeuge im Rahmen eines amtlichen Rückrufs eine neue funktionierende Hardware eingebaut bekommen“, forderte er.

Von jst/dpa

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