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Stadt Hannover Brandstifter legt Teilgeständnis ab
Aus der Region Stadt Hannover Brandstifter legt Teilgeständnis ab
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21:25 20.06.2016
Von Michael Zgoll
Hat Feuer gelegt: Peter Z. Quelle: Zgoll
Hannover

Ein Feuer im hannoverschen Hauptbahnhof, das einen Schaden von 70.000 Euro angerichtet hat, beschäftigt seit gestern das Landgericht. Als Brandstifter angeklagt ist der 55-jährige Peter Z.; der Staatsanwalt wirft ihm auch Sachbeschädigung und Beleidigung eines Polizisten vor. Z. steckte in den frühen Morgenstunden des 7. Februar 2016 mehrere Mülleimer auf dem Bahnsteig der Gleise 9 und 10 sowie in der Ladenzeile in Brand – was er am Montag zugab. Schwierig gestaltet sich die Beweisführung zur Urheberschaft eines in einem Versorgungstunnel ausgebrochenen Feuers, dessen Ruß- und Rauchgasschwaden in einem Cateringlager großen Schaden anrichteten. Nur das schnelle Eingreifen der Feuerwehr verhinderte, dass der Bahnhof stärker in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Die Brandbekämpfer waren in jener Nacht von einem Mitarbeiter der Sicherheitszentrale alarmiert worden, weil mehrere Mülleimer im Bahnhofsgebäude und an Gleis 10 qualmten. Auf den größten Brandherd aber stießen die Feuerwehrleute im Versorgungstunnel, wo ein Rauchmelder Alarm geschlagen hatte: Dort standen ein Rollwagen mit Putzutensilien und ein Sperrmüllhaufen in Flammen.

Verteidiger Holger Nitz gab für seinen Mandanten eine Erklärung ab. Demnach habe Peter Z. zwei Mülleimer in Brand gesteckt – nicht mehr. Auch sei er nur deshalb in den Versorgungstunnel gegangen, um dort einen Schlafplatz zu suchen, habe aber schnell wieder kehrtgemacht. Die verbalen „Entgleisungen“ gegenüber einem Polizeibeamten räumte der Angeklagte wiederum ein. Und warum hatte er gezündelt? „Mein Mandant hat keine vernünftige Erklärung“, sagte Nitz. Exzessives Trinken spielte offenbar keine Rolle, Z. hatte in jener Nacht relativ wenig Alkohol im Blut.

Wie der Verteidiger erläuterte, war der Angeklagte nach dem Tod seiner Eltern und begleitet von ständigen Streitereien mit einem Wohnungsnachbarn in Göttingen spätestens seit Ende 2015 „entwurzelt“. In der Silvesternacht zog sich Z. durch einen in seiner Hand explodierenden Böller eine erhebliche Verletzung zu; in der Untersuchungshaft wurde dem 55-Jährigen deshalb ein halber Ringfinger amputiert. In den Monaten bis zur Brandlegung in Hannover und der folgenden Festnahme war Z. in etlichen Städten wie Köln, Bremen und Hamburg auf Trebe. Renata Bürgel, Vorsitzende Richterin der 3. Großen Strafkammer, sprach davon, dass der Angeklagte der Polizei seit November 2015 durch eine Vielzahl von „Auffälligkeiten“ bekannt gewesen sei; viele dieser Delikte hätten aber eher auf psychische Probleme hingedeutet und zu keinen strafrechtlichen Ermittlungen geführt.

Peter Z. streitet ab, für das Feuer im Versorgungstunnel verantwortlich zu sein. Das Gericht steht nun vor der Schwierigkeit, die Bilder von 130 Bahnhofskameras - so eine Zählung von Renata Bürgel - auswerten zu müssen. Dies ist nicht einfach, weil die Aufnahmen oft von schlechter Qualität sind, zeitlich nicht synchronisiert und unvollständig. Einen psychiatrischen Sachverständigen will die Kammer ebenfalls noch hören.

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