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Stadt Hannover So schmeckt es im Burgwedeler Gasthaus Lege
Aus der Region Stadt Hannover So schmeckt es im Burgwedeler Gasthaus Lege
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00:39 02.04.2018
Verstehen sich auf guten Service ebenso wie auf perfekte Speisen: Claudia und Hinrich Schulze. Quelle: von Ditfurth
Burgwedel

Sollen wir die gegrillte Feige mit Karamellschokolade und Malzmilcheis (12 Euro) nehmen? Oder doch lieber die Käseauswahl (13 Euro)? Wir sind ratlos. Mal wieder. Und bitten die Gastgeberin um Rat. „Die Feige natürlich!“, platzt Claudia Schulze heraus und wartet mit strahlenden Augen unsere Entscheidung ab. Tja. Was sollen wir dazu sagen? Erstens: Endlich einmal werden wir bei der Frage nicht mit der ewig gleichen 08/15-Antwort abgespeist. Nämlich, dass beides gut schmeckt. Oder, dass im Haus alles mit Liebe gekocht wird. Furchtbar. Die unverbindlichen Antworten sind nichts als Larifari – auch, oder gerade weil der Gast ja eine konkrete Aussage erbittet. Zweitens: Wir bestellen jetzt natürlich die gegrillte Feige und freuen uns dabei, dass der Service im Gasthaus Lege zu allem Überfluss auch noch Rückgrat besitzt. 

Wir haben zu diesem Zeitpunkt schon ein bisschen was erlebt, auch in puncto Essen. Zeitsprung: Es ist früher Abend, und wir essen zunächst eine rustikale Sauerampfersuppe (10 Euro), die im Spiel mit Ziegenfrischkäse ihren vollen Charakter entfaltet. Die Geflügelkraftbrühe mit Klößchen (10 Euro) ist rund und vollmundig. Und was in Zeiten, in denen die Gastronomie von der Industrie mit „Premium-Fertigwaren“ umworben wird, nicht genug betont werden kann: Die Brühe wurde frisch gekocht. Souveränes und solides Handwerk eben, so wie die Terrine von Perlhuhn und Wachtel (17 Euro), bei der das eingebundene Geflügelfleisch so hauchzart ist, dass wir es einfach am Gaumen zerdrücken. Einfach klasse, nur das begleitende Gemüse in Buttermilch verblasst als Beiwerk. 

Fokussiert auf Eigengeschmack sind die Spanferkelbäckchen (17 Euro), die von einer cremig-hefigen Pumpernickelcreme, einer leichten Kräuteremulsion und mildem Erbsengemüse untermalt werden, sodass einzig das Fleischaroma im Vordergrund steht, als hätten sich die übrigen Aromen sachte um das Fleisch herumkristallisiert. Zuträglich ist der feinsinnigen Kreation auch die filigrane Schnitttechnik: Würfelchen von Wurzelgemüse kitzeln unseren Gaumen mehr, als dass sie hervorschmecken. Einziger Wermutstropfen: Die Preise der Vorspeisen lassen sich über die präzise Zubereitung und exzellente Produktqualität erklären, weniger über die Portionsgröße – wer so fein isst, freut sich schließlich über eine Gabel zu viel des Guten. 

Weitere Informationen

Gasthaus Lege, Engenser Straße 2, 30938 Burgwedel (Ortsteil Thönse)

Telefon: (0 51 39) 82 33

Öffnungszeiten: 

mittwochs bis freitags ab 18 Uhr,
sonnabends, sonntags und an
Feiertagen 12 bis 14 Uhr und ab 18 Uhr

Barrierefreiheit: nein 

Gut schmeckt uns auch die Entenbrust mit Rhabarber, wildem Brokkoli und Schupfnudeln (27 Euro) oder das geschmorte Milchlamm mit Bärlauch, Wirsing und Polenta (29 Euro). Auffallend: Der Charakter der Lebensmittel wird bei Küchenmeister Hinrich Schulze stets herausgearbeitet. Die Kreationen sind dabei klassisch ausgerichtet, mal auch einfallsreich akzentuiert, aber von kreativen Eskapaden bleibt der Gast verschont – es wirkt nicht so, als koche der Chef zur Selbstdarstellung. Gewürzt wird mit Bedacht. Einzig bei der Seezunge (32 Euro) wird das Fenchelgemüse in eine aufdringliche Safrannote gekleidet, die uns Bissen um Bissen in die Nase steigt. Dafür füllen die grasgrünen, scharfen und frischen Noten der Soße von grünem Pfeffer herrlich den Raum aus, den das feste, aromatische Fischfleisch freigibt. Ein Fest. 

Kaum sind unsere Teller leer geräumt, steht die aufmerksame Gastgeberin auch schon neben uns. Und wir müssen an dieser Stelle einfach einmal eine Lanze für den Service brechen: Ein guter Service ist edel und elegant, erfordert Charme, Menschenkenntnis und Empathie und hat nichts mit dienen oder gar anbiedern zu tun. Im Gegenteil.

Wenn der Gast dann auch noch wie im Gasthaus Lege mit Freude, Herzlichkeit und obendrein mit Sachkenntnis umsorgt wird, dann trägt der Service nicht nur maßgeblich zum Erfolg eines Restaurants bei. Er verdient höchsten Respekt – außer natürlich, ein empfohlenes Dessert schmeckt hundsmiserabel. Tut es aber nicht. Natürlich nicht. Die gegrillte Feige ist sogar so vorzüglich, dass wir den Käseteller am Ende auch noch bestellen. Ja, wir sind verfressen. Wenn es gut schmeckt. 

Fazit: ​Herzlicher, fachkundiger Service und sehr gute Küche mit klassischer Ausrichtung: Der Weg ins Gasthaus Lege lohnt sich. Von 10 Punkten erhält das Restaurant 9 Punkte, die sich aus folgenden Punkten ergeben: Essen; 8 Punkte​, Service; 10 Punkte​ und Ambiente; 9 Punkte. 

von Hannes Finkbeiner

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