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Stadt Hannover Flug mit falscher Airline kostet 1200 Euro
Aus der Region Stadt Hannover Flug mit falscher Airline kostet 1200 Euro
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21:08 23.12.2014
Von Michael Zgoll
Die Klage gegen die KLM war erfolglos. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Die Fluggesellschaft, bei der sie den Rückflug von Minneapolis via Amsterdam nach Hannover gebucht hatten, war die KLM; darum waren die Neustädter guter Dinge, auf Basis der europäischen Fluggastrechteverordnung 1200 Euro Schadensersatz von dem holländischen Unternehmen einklagen zu können. Doch Amtsrichter Siegfried Nerreter bereitete die Touristen jetzt auf eine unsanfte Landung vor.
Der Flug von Minnesota nach Holland wurde von einem Codesharing-Partner von KLM durchgeführt, der amerikanischen Delta Air Lines. Und deshalb, so der Richter, gebe es für die Fernreisenden bei KLM nichts zu holen.

Die erhebliche Verspätung hatte ihren Grund in einer ungeplanten Zwischenlandung des Delta-Jets in Chicago. Weil die Fluggäste demzufolge mit deutlichem Verzug in Amsterdam eintrafen, verpassten sie ihren KLM-Anschlussflug nach Hannover. Wie Nerreter mit Blick auf das demnächst zu erwartende Urteil sagte, sei dieser Cityhopper in Amsterdam durchaus pünktlich gestartet. Insofern sei KLM nicht haftbar zu machen für die um acht Stunden verzögerte Ankunft: „Solch eine Verspätung kann nicht durchgereicht werden.“

Damit stand die Frage im Raum, ob sich die Touristen nun an Delta Air Lines schadlos halten können – doch auch hier stehen die Chancen schlecht. Die europäische Fluggastrechteverordnung sagt, dass Reisenden ab einer Ankunftsverspätung von drei Stunden und bei einer Strecke von mehr als 3500 Kilometern eine Entschädigung von 600 Euro pro Person zusteht. Doch damit diese Verordnung greift, erklärt der hannoversche Reiserechtler Paul Degott, müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Entweder handele es sich um eine europäische Fluggesellschaft – was Delta zweifelsfrei nicht ist –, oder die Maschine starte in einer Stadt der Europäischen Union – womit Minneapolis ebensowenig dienen kann.

„Aufgrund des Codesharings zwischen KLM und Delta haben die Fluggäste in diesem Fall einfach Pech gehabt, dass die amerikanische Airline den Flug durchgeführt hat“, sagt Degott. Wäre die Delta-Maschine dagegen auf dem Hinflug von Amsterdam nach Minneapolis erheblich verspätet gewesen, hätten die Neustädter gute Chancen gehabt, die Entschädigung zu kassieren: Dann wäre der europäische Abflughafen maßgeblich gewesen.

Nun bleibt dem Ehepaar höchstens noch die Möglichkeit, einen nachweisbaren „Verspätungsschaden“ – etwa eine zusätzliche Übernachtung oder einen Verdienstausfall – einzuklagen. Dies ziehe allerdings ein langwieriges Verfahren nach sich, so Anwalt Degott, und sei sicher nicht so ergiebig wie eine pauschale Entschädigung von 1200 Euro.

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