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Stadt Hannover Fünf Jahre Haft für tödliche Attacke in A 2-Center
Aus der Region Stadt Hannover Fünf Jahre Haft für tödliche Attacke in A 2-Center
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18:19 16.05.2017
Von Michael Zgoll
Die Spurensicherung am Tatort im A 2-Center. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Die Kammer sprach Van Hien H. des Totschlags an seinem früheren Chef schuldig, billigte dem 29-Jährigen bei der Tat im Altwarmbüchener A 2-Center aber erheblich verminderte Schuldfähigkeit zu. „Es handelte sich um eine Affekttat, wie sie im Buche steht“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch. Die Staatsanwältin hatte sechs Jahre Haft gefordert, Verteidiger Thomas Mügge vier Jahre.

Opfer hatte Täter drangsaliert

Der Täter hatte sechs Monate in zwei Asia-Imbissläden in Hainholz und Altwarmbüchen gearbeitet, zwischen 70 und 90 Stunden pro Woche, ohne einen einzigen freien Tag. Diese Situation war unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten „nicht hinnehmbar“, so Rosenbusch in der Urteilsbegründung. H.s Leben sei „unglaublich anstrengend“ und „schwer zu leben“ gewesen. Als H. Anfang November 2016 kündigte, begann ihn sein Chef zu terrorisieren. „Möglicherweise ertrug er den Ansehensverlust nicht oder er wollte Nachahmer warnen“, so der Richter. Der 36-jährige bedrohte sogar die Freundin von H. und suchte die Studentin mit einem Bekannten in ihrer Stöckener Wohnung auf. Die Frau verständigte die Polizei, doch der rabiate Sushi-Bar-Betreiber ließ sich selbst von einer Gefährderansprache der Beamten nicht von seinem Tun abbringen.

Nach Überzeugung des Gerichts fuhr H. am 14. November ins A 2-Center, um „Friedensgespräche“ mit seinem Ex-Chef zu führen. Als ihn dieser gleich wieder beschimpfte, habe sich der Affektstau der Vormonate „explosionsartig“ entladen, so Rosenbusch. H. griff nach dem nächstbesten Messer und stach zu - „wie ein Wahnsinniger“. Anschließend bat H. den Besitzer einer Saftbar, die Polizei zu verständigen, und wartete an einer nahen Haltestelle apathisch auf das Eintreffen der Beamten.

Nach Haft droht Abschiebung

Van Hien H. nahm das Urteil reglos zur Kenntnis. Aller Voraussicht nach wird es nicht angefochten werden, aber noch laufen die Fristen für eine Revision. Dem Vernehmen nach steht die 24-jährige Freundin des Täters, eine in Hannover Betriebswirtschaft studierende Vietnamesin, ihrem Freund fest zur Seite. Wenn H. bei guter Führung vielleicht schon in zwei bis drei Jahren auf Bewährung entlassen wird, dürfte den beiden aber keine gemeinsame Zukunft in Deutschland beschieden sein: Dann droht dem Vietnamesen die Abschiebung.

Auf der anderen Seite muss die 35 Jahre alte Witwe des Opfers den Asia- und Sushi-Imbiss in Altwarmbüchen nun allein betreiben - und ihre drei Kinder haben keinen Vater mehr.

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