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Stadt Hannover Fußgänger stirbt nach Faustschlag von Radfahrer
Aus der Region Stadt Hannover Fußgänger stirbt nach Faustschlag von Radfahrer
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00:17 27.01.2017
Von Tobias Morchner
Wilfried Kumm fiel nach dem Schlag ins Koma und starb später. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Eine Auseinandersetzung zwischen einem Radfahrer und einem älteren Fußgänger ist in Linden-Nord derart eskaliert, dass der Fußgänger anschließend an den Folgen eines Faustschlags starb. Seine Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden: Obwohl der Vorfall bereits Monate her ist, kommen die Ermittlungen nicht voran. Die Familie werde nicht über den Fortgang informiert, gegen den Täter wird nicht wegen Totschlags ermittelt, sondern nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Rechtsanwalt Pajam Rok­ni-Yazdi, der die Familie vertritt, sagt: „Wer einen deutlich älteren Menschen ins Gesicht schlägt, nimmt aus unserer Sicht billigend in Kauf, dass er bei dem Angriff ums Leben kommen kann.“

„Soll ich dir eine reindonnern?“

75 Jahre alt war der Rentner Wilfried Kumm, als er im September mit seinem Bruder auf dem Kötnerholzweg unterwegs war. Nach Darstellung seines Sohnes Rainer Kumm kam den beiden gegen 18 Uhr ein 49-jähriger Radfahrer entgegen - verbotenerweise auf dem Bürgersteig. „Mein Vater muss den Mann darauf hingewiesen haben, dass er auf dem Gehweg nicht fahren dürfe, dann ist die Situation eskaliert“, sagt Rainer Kumm. Der Radfahrer sei abgestiegen und habe gerufen: „Soll ich dir jetzt eine reindonnern?“ Dann versetzte er Wilfried Kumm den verheerenden Schlag. Der 75-Jährige verlor sofort das Bewusstsein. Er wachte aus dem Koma nicht mehr auf und starb eine Woche später.

Obwohl zahlreiche Zeugen den Angriff miterlebt hatten, sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Der Sohn und seine Ehefrau Carola haben mit ihrem Anwalt Rokni-Yazdi jetzt Einsicht in die Ermittlungsakten genommen. „Wären wir diesen Schritt nicht gegangen, wüssten wir bis heute nicht, wie der Stand der Dinge ist“, sagt Rainer Kumm.

Sohn Rainer Kumm (links) und seine Ehefrau Carola mit ihrem Rechtsanwalt Pajam Rokni-Yazdi in dessen Kanzlei. Quelle: Heusel

Ermittler warten auf Gutachten

Der Radfahrer, ein Mann mit deutschem Pass, soll nicht unter Einfluss von Alkohol gestanden haben. Er wurde vor Ort von der Polizei befragt, anschließend konnte er gehen. Anwalt Rokni-Yazdi sagt, wegen des Verdachts auf Totschlag hätte gegen den Mann, der nicht in Linden wohnt, ein Untersuchungshaftbefehl beantragt werden können. Die Staatsanwaltschaft beurteilt den Fall anders: „Wir warten noch auf ein medizinisches Gutachten, erst dann können wir den genauen Tatbestand definieren“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Die Polizei erklärte auf Nachfrage, der Angriff sei zunächst als einfache Körperverletzung gewertet und deswegen nicht öffentlich gemacht worden. Nach dem Tod des Fußgängers habe ein öffentlicher Zeugenaufruf keinen Sinn mehr gemacht, weil der Polizei bereits genügend Hinweise zu dem Fall vorlagen.

Auf dem Rückweg vom Rugby

Die beiden Senioren waren auf dem Rückweg von einem Rugbyspiel der Zebras vom TSV Viktoria Linden gewesen: Wilfried Kumm war lange Jahre als Rugbyspieler aktiv gewesen, Sohn Rainer trainiert heute die erste Mannschaft des Vereins. Einen Tag vor dem Spieltag war die Ehefrau des 75-Jährigen nach schwerer Krankheit verstorben. Der Besuch des Spiels sollte die Familienmitglieder auf andere Gedanken bringen. „Ich konnte mit ihm nicht mal mehr die Beerdigung seiner Ehefrau besprechen, mit der er 53 Jahre verheiratet war“, sagt Rainer Kumm.

Wann der Angriff vor Gericht verhandelt wird, ist auch heute, vier Monate später, völlig unklar.

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