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Stadt Hannover Rufmordkampagne im Auftrag der Konkurrenz?
Aus der Region Stadt Hannover Rufmordkampagne im Auftrag der Konkurrenz?
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18:46 14.08.2017
Von Albrecht Scheuermann
Opfer einer Kampagne? Carsten Maschmeyer. Quelle: dpa
Hannover

Die wilden Zeiten der deutschen Finanzvertriebsbranche sind vorbei, sie sorgen aber immer noch für brisanten Gesprächsstoff. So behauptet jetzt ein früherer Mitarbeiter des hannoverschen AWD, von der Konkurrenz bezahlt worden zu sein, um das hannoversche Finanzunternehmen in Misskredit zu bringen.

Zehn Jahre beim AWD

Der AWD ist inzwischen im Swiss-Life-Konzern aufgegangen, doch der mutmaßliche Auftraggeber ist immer noch unangefochten die Nummer eins des Gewerbes: Hinter der angeblichen Rufmordkampagne steckt laut Buchautor Stefan Schabirosky die Deutsche Vermögensberatungs AG (DVAG) in Frankfurt.

In seinem Buch, das einige Zeitungen in Teilen vorab veröffentlichen, behauptet der 46-Jährige Versicherungskaufmann, jahrelang im Auftrag der DVAG den AWD diffamiert zu haben - in Medien, in Internetplattformen und gegenüber Anwälten, mit anonymen Strafanzeigen und mit frisierten internen Papieren.

Die DVAG wies diese Behauptungen umgehend zurück. Sie bestätigte jedoch, Schabirosky nach seinem Ausscheiden beim AWD im Jahr 2003 eingestellt zu haben. Ob das Unternehmen rechtlich gegen das Buch vorgehen will, ließ ein DVAG-Sprecher am Montag offen. „Dies werden wir prüfen, wenn uns das Buch vorliegt“, hieß es.

Schabirosky war zehn Jahre beim AWD tätig und 2003 offenbar im Streit ausgeschieden. Danach sei er von der DVAG angeheuert worden, um den Ruf des AWD systematisch zu schädigen, behauptet er. Dafür habe er 6000 Euro monatlich bekommen, insgesamt eine halbe Million Euro. Der von Carsten Maschmeyer aufgebaute AWD stand lange Zeit im Ruf einer „Abzockertruppe“. Ihm wurde von Kunden, Verbraucherschützern und Anwälten vorgeworfen, nur aus Provisionsinteresse verlustträchtige oder unpassende Finanzprodukte verkauft zu haben.

„Berichte ungelesen abgelegt“

Die DVAG bestätigte, dass sie den einstigen AWD-Mann beschäftigt hat. Er habe „allgemein zugängliche Informationen“ über das hannoversche Unternehmen sowie die Branche angeboten. Die DVAG habe Schabirosky wegen seiner „umfassende Branchenkenntnisse im Allgemeinen“ einen Beratervertrag als „Controller“ gegeben. Seine Aufgabe sei es später gewesen, den europäischen Markt der Finanzdienstleister für die DVAG zu beobachten. Da seine Berichte jedoch „zunehmend ungelesen abgelegt wurden“, habe man sich 2008 von ihm getrennt. In der Folge stellte Schabirosky demnach finanzielle Forderungen, die die DVAG nicht erfüllen wollte. Angeblich ging es um einen Millionenbetrag. Das Amtsgericht Frankfurt habe die Ansprüche jedoch zurückgewiesen.

Die DVAG ist Deutschlands größtes Finanzvertriebsunternehmen. 2016 kam sie auf einen Provisionsumsatz von 1,3 Milliarden Euro und einen Gewinn von 190 Millionen Euro. Mehrheitseigentümer ist die Familie des Unternehmensgründers Reinfried Pohl, maßgeblich beteiligt ist auch die Versicherungsgruppe Generali.

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