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Stadt Hannover Gelingt so Integration, Frau Schröder-Köpf?
Aus der Region Stadt Hannover Gelingt so Integration, Frau Schröder-Köpf?
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00:17 29.03.2018
Niedersachsens Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf. Quelle: dpa
Hannover

Frau Schröder-Köpf, erneut haben Flüchtlinge in einem Konflikt zugestochen und lebensgefährliche Verletzungen verursacht. Sie sind die Integrationsbeauftragte des Landes, deshalb an Sie die Frage: Kann Integration unter solchen Bedingungen überhaupt noch gelingen?

Zunächst einmal: Es ist schlimm, was passiert ist, und ich hoffe, dass es dem Opfer bald besser geht. Ich hoffe außerdem, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden und eine angemessene Erziehungsmaßnahme oder Strafe erfolgt. Aber ich muss auch sagen: Dieser Fall ist eher untypisch. Die jüngste Studie des Kriminologen Professor Christian Pfeiffer hat eindeutig gezeigt, dass gerade syrische Flüchtlinge nicht besonders auffällig sind, was Gewaltkriminalität betrifft.

Gewalt gibt es ja auch in unserem Kulturkreis zuhauf – auch an diesem Wochenende hat es wieder eine Messerstecherei in Hannover gegeben, bei der die Täter offenbar Deutsche waren. Aber können Sie verstehen, dass viele Menschen sich ärgern, wenn wir das Land öffnen für Menschen in Not und diese dann das Gewaltpotenzial im Land erhöhen?

Ja. Und das Schlimmste wäre, wenn sich wegen solcher Vorfälle Menschen, die helfen wollen, abwenden, weil sie Angst vor Flüchtlingen bekommen. Es ist ja überhaupt nicht so, dass die meisten Zuwanderer statistisch betrachtet aggressiver sind als Einheimische. Aber es kommen eben vor allem junge Männer, und gerade bei Männern zwischen 13 und 35 ist das Gewaltpotenzial in allen Kulturen erhöht.

Solche Statistik nützt natürlich niemandem, der in Sorge ist. Was ist denn die Konsequenz daraus?

Wir wissen, dass Perspektiv- und Sprachlosigkeit die Aggression erhöht und zugleich die Anwesenheit von Frauen mäßigend wirkt. Deshalb ist es wichtig, dass Flüchtlinge nicht beschäftigungslos in großen Einrichtungen sitzen, dass alle schnell Sprachkurse bekommen – und dass der Familiennachzug umgesetzt wird, damit sich weibliche Bezugspersonen wie Mütter und Schwestern im Lebensumfeld der Flüchtlinge befinden. Der Koalitionsvertrag sieht 1000 Familienmitglieder pro Monat vor, das wären also etwa 100 für Niedersachsen.

Aber es gibt doch offenbar ein Problem mit übersteigertem Ehrgefühl und dem schnellen Griff zur Waffe, wenn die Ehre verletzt scheint. Das schien in unserer Gesellschaft weitgehend überwunden – und scheint jetzt wiederzukommen.

Das erleben Sie aber nicht nur bei Flüchtlingen. Schauen Sie nach Amerika: Dort sind es immer junge Männer, die sich herabgesetzt fühlen und dann mit verfügbaren Waffen Massaker beispielsweise an Schulen anrichten. Am Ende ist es eine Frage, wie gut wir die Zugewanderten in unsere Kultur integrieren, zu deren Errungenschaften es tatsächlich ja gehört, dass wir Konflikte anders lösen als mit Gewalt. Dazu bedarf es vieler Anstrengungen – und je mehr dabei mitmachen, desto besser wird es gelingen.

Weiterlesen: Jugendlicher nach Messerattacke vor Supermarkt in U-Haft

Von Conrad von Meding

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