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Stadt Hannover Mutter wusste von Heroindeals des Sohns
Aus der Region Stadt Hannover Mutter wusste von Heroindeals des Sohns
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00:15 20.12.2014
Von Michael Zgoll
Gabriele B. hat vor Gericht zugegeben, dass sie von den Drogenkäufen ihres Sohns gewusst hat. Quelle: Wilde
Hannover

„Als Mutter versucht man doch, seinem Sohn zu helfen“, sagte die 65-jährige Gabriele B. am Dienstag vor dem Landgericht Hannover. Doch ihre Unterstützung reichte weiter als gewöhnlich: Sie chauffierte den 40-jährigen Michael B. zu Drogenkäufen, sechsmal von Hameln nach Hannover. Wie sich auf intensive Nachfrage von Richtern und Staatsanwältin herausstellte, wusste die Seniorin zudem mehr von den krummen Geschäften ihres Sohnes, als sie zunächst preisgeben wollte. So war ihr durchaus bewusst, dass er einen Gutteil des gekauften Heroins weiterverkaufte, um damit seinen Eigenkonsum zu finanzieren. Immerhin saß die rückenkranke Frau im Februar dieses Jahres am Steuer, während ihr Sohn auf dem Rücksitz mit seinem Dealer um den Preis der Ware feilschte.

Seit einer Woche muss sich Michael B. vor der 2. Großen Strafkammer am Landgericht Hannover wegen des Handels mit nicht geringen Mengen Drogen verantworten. Seine Mutter sitzt wegen Beihilfe auf der Anklagebank. In einem ausführlichen Geständnis schilderte der seit vielen Jahren drogenabhängige B. am Dienstag, wie er bei den sechs Fahrten nach Hannover an die 70 Beutel mit jeweils fünf Gramm gestrecktem Heroin erwarb, pro Beutel für einen Preis von 60 Euro. Günstigere Konditionen wollte ihm der – inzwischen ebenfalls inhaftierte – Händler nicht gewähren. Seine Mutter steuerte einen betagten Ford Fiesta, fuhr ihren Sohn ganz nach Wunsch vor die IGS Vahrenheide-Sahlkamp, auf einen Supermarktparkplatz oder vor Wohnungen in der Dresdener Straße. Später verkaufte B. den Stoff zu Preisen von 80 bis 100 Euro pro Beutel weiter.

Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Frank Rosenow, warum B. denn einen Teleskopschlagstock und Reizgas mit sich geführt habe, sagte dieser: „Nur zum Selbstschutz, die Szene wird immer gefährlicher.“ Zur Rolle seiner Mutter meinte der 40-Jährige, dass sie ihm „leichtfertig“ geholfen habe, weil sie sich um ihn gesorgt habe: „Sie wollte mich nicht zu tief fallen lassen.“

Fest steht, dass B. seine Drogen oft in der Wohnung der 65-Jährigen konsumierte – er rauchte sein Heroingemisch, die Mutter gewöhnliche Zigaretten. Die Seniorin lernte über die Jahre auch etliche Bekannte ihres Sohnes kennen, die als Süchtige oder Händler Teil der Hamelner Drogenszene waren. Sie bekam mit, wie das Kind einer Freundin an einer Überdosis starb, sie versuchte immer wieder, ihren Sohn zu Therapien zu überreden. Vorübergehend verzeichnete sie Erfolge, aber die Rückfälle folgten so sicher wie das Amen in der Kirche.

Ende Februar wurden Mutter und Sohn aufgrund der Erkenntnisse aus einer Telefonüberwachung festgenommen, aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt. Im Mai begann der Sohn erneut zu dealen, fuhr dann aber mit dem Zug nach Langenhagen oder Vinnhorst. Im Juli wurde er wieder festgenommen, sitzt seither in Untersuchungshaft. Das Urteil über das ungewöhnliche Drogenhändler-Pärchen wird die Kammer wahrscheinlich am Freitag sprechen.     

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