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Stadt Hannover Glutenfreies Schulessen: Eltern wehren sich gegen Vorwürfe
Aus der Region Stadt Hannover Glutenfreies Schulessen: Eltern wehren sich gegen Vorwürfe
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00:21 27.10.2018
Lieber simpel? Eltern wehren sich gegen den Vorwurf, bewusst glutenfreie Kost für ihre Kinder bestellt zu haben.Sie fühlen sich vom Caterer nicht ausreichend informiert. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Hannover

In dem Streit um zu häufig bestellte Diätkost für Schüler, die aus medizinischen Gründen gar kein Extraessen nötig hätten, beim Cateringunternehmen Vom Feinsten melden sich jetzt die Eltern zu Wort. Sie fühlen sich zu Unrecht angegriffen und an den Pranger gestellt. „Uns war gar nicht bewusst, dass das ein Sonderessen ist, wir wollten natürlich niemandem was wegessen, der das nötig hat, und dass das Gericht so teuer und aufwendig in Produktion, Verpackung und Entsorgung ist, hat uns auch niemand gesagt“, betont Anne Kathrin Buchholz, die einen Sohn an der Grundschule am Welfenplatz hat.

Sie verweist auf den Speiseplan der Schule, auf dem das laktose- und glutenfreie Gericht als dritte Wahlmöglichkeit neben Menü I und Menü II (vegetarisch) aufgeführt ist. Sie habe manchmal das Gericht bestellt, weil es ihrem Sohn am besten geschmeckt habe. Ähnlich argumentiert Olga Sartison, ebenfalls Mutter eines Erstklässlers: „Ich habe mit meinem Sohn das ausgesucht, was er mag.“ Und das seien meist die Beilagen des glutenfreien Gerichts gewesen. Eine andere Mutter sagt, sie habe das teurere Sonderessen bestellt, damit ihr Sohn überhaupt irgendwas esse, da ihm die anderen Schulessen nicht schmeckten, dabei habe er in Krippe und Kindergarten immer gern gegessen.

„Kinder mögen simple Gerichte lieber“

„Es ging nicht darum, dass die Gerichte laktosefrei sind, sondern dass sie häufig sehr simpel waren und den Kindern gefielen, wie zum Beispiel Fleisch mit ein paar Kartoffeln“, sagt Mutter Amelie Dozan. „Kinder brauchen nicht unbedingt hochtrabend klingende Gerichte wie Grünkernbraten mit Schnittlauchsauce dazu Weizen-Ebly und Möhrensticks.“

Vom Feinsten hatte vor einigen Wochen eine Rundmail an alle Eltern geschickt und darin erklärt, dass die laktose- und glutenfreie Kost jetzt nur noch bei Vorlage eines entsprechendes Attests bestellt werden könne, da Eltern massenweise das Diätgericht bestellt hätten, ungeachtet der Tatsache, ob ihre Kinder eine entsprechende Unverträglichkeit hätten oder nicht. Die Produktion des Sonderessens sei aber etwa 70 Prozent teurer, und Reste müssten als etxra Plastikmüll gesondert entsorgt werden, sagte Vom-Feinsten-Geschäftsführer Kai Emmermann. Mehrere Eltern erklärten gegenüber der HAZ, sie hätten eine informative Mail des Caterers besser gefunden als das Schreiben in dem ihrer Ansicht nach „anklagenden Ton“.

Emmermann entgegnet, dass seiner Erfahrung nach „nur ganz deutlich formulierte Schreiben“ von Eltern zur Kenntnis genommen würden. Es sei für Eltern klar ersichtlich, dass es sich bei der Diätkost um ein Sonderessen und nicht eine andere allgemeine Wahlmöglichkeit handelt. Er verweist etwa auf einen Speiseplan der Otfried-Preußler-Schule, auf dem ausdrücklich vermerkt ist, dass das glutenfreie Essen nur für Kinder mit entsprechender Unverträglichkeit gedacht ist.

Die Stadt Hannover hatte bei den anderen Schulcaterern angefragt, ob sie ähnliche Probleme wie Vom Feinsten haben. Die Abfrage ergab, dass von elf Unternehmen inzwischen acht glutenfreies Essen anbieten. Übermäßige Bestellungen von Diätkost hätten die anderen Caterer nicht zu verzeichnen gehabt, sagte eine Stadtsprecherin.

Von Saskia Döhner

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