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Stadt Hannover Gold abgezweigt: Zahntechniker muss in Haft
Aus der Region Stadt Hannover Gold abgezweigt: Zahntechniker muss in Haft
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20:48 16.12.2014
Von Michael Zgoll
Quelle: Kristoffer Finn
Hannover

Sein Verteidiger zog am Dienstag alle Register, versuchte, dem 60-jährigen Zahntechniker Hans-Horst H. mit gefühlvollem Spiel auf der Mitleidsklaviatur den Gang ins Gefängnis zu ersparen. Doch es nützte nichts: Eine Berufungskammer am Landgericht Hannover bestätigte die zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen gewerbsmäßigen Betrugs, die das Amtsgericht im März 2014 gegen H. verhängt hatte. Der Familienvater hatte in einer Gemeinschaftspraxis binnen fünf Jahren Zahngold im Wert von 372.000 Euro „abgezweigt“. Er hatte mindestens 95-mal falsche Lieferscheine und Rechnungen ausgestellt, die die Praxis beglich. Das ergaunerte Edelmetall schmolz der Täter ein und verkaufte es in 50-Gramm-Nuggets beim Internetverkaufsportal Ebay.

Hauptberuflich arbeitete der Zahntechniker, der offenbar ständig über seine Verhältnisse lebte, für einen Zahnarzt in der nördlichen List. Weil dieser kein eigenes Labor besaß, hatte er in einer Oststädter Dental- und Implantologiepraxis einen Raum gemietet, wo H. ebenfalls tätig war. Als der Angestellte merkte, dass seine privaten Materialbestellungen bei einem Vahrenwalder Lieferanten niemandem auffielen, steigerte er sich in einen wahren Goldrausch. Begonnen hatte der Techniker mit seinen Bestellungen wohl schon 2006; verurteilt wurde Hans-Horst H. schließlich für 95 Taten zwischen 2008 und 2012.

„Schwachstelle“: Es existierte kein Inventurprogramm

Am Dienstag sagte auch der 61-jährige Chef der Gemeinschaftspraxis aus, die alljährlich Millionenumsätze macht. Er versuchte zu erklären, wie es jahrelang unbemerkt bleiben konnte, dass im Schnitt monatlich 6500 Euro in der Kasse fehlten. Der Mediziner sprach von „vielen, vielen Patienten“ und hohen Umsätzen; allein für eine Teleskopkrone würden bis zu 50 Gramm Gold benötigt. H. habe das Kontrollsystem der Praxis umgangen; allerdings sei es eine „Schwachstelle“, dass bei ihm kein Inventurprogramm existiere. „Vielleicht hätte ich den Betrug aber früher bemerken können“, zeigte sich der Doktor zerknirscht.

Der Golddiebstahl flog auf, weil H. seine Privatbestellungen auch nicht stoppte, als der Praxischef im Urlaub weilte - da wurde die Differenz zwischen Goldankauf und -verbrauch dann doch offensichtlich. Wie der Mediziner sagte, laufe derzeit noch ein Zivilverfahren seiner Rechnungsstelle gegen den Goldlieferanten; er selbst habe bislang noch keinen Euro Schadensersatz gesehen.

Zahntechniker erschwindelte schon zuvor 170.000 Mark

Verteidiger Albrecht-Paul Wegener wies darauf hin, dass sein Mandant durch einen unglücklichen Hauskauf in den siebziger Jahren in eine Schuldenfalle getrieben worden sei. Jetzt sei H. arbeitslos und gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, seine Familie mithilfe eines Nebenjobs weiter zu unterstützen - besonders die Tochter, die gerade ein Zahnmedizinstudium begonnen habe. Doch die 6. Kleine Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rainer Gundlach ließ sich nicht überreden, nur eine Bewährungsstrafe zu verhängen. Entscheidend sei, dass H. im Jahre 2000 schon einmal wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung in 14 Fällen verurteilt worden sei. Vor der Jahrtausendwende hatte der Zahntechniker bei Banken Kredite in einer Höhe von 170.000 Mark erschwindelt.

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