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Stadt Hannover „Ich habe gebadet“
Aus der Region Stadt Hannover „Ich habe gebadet“
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14:42 30.12.2018
Frisch getauft: Xavier (2,5 Jahre alt) auf den Armen seiner Mutter Panagiota Tatsi in der Kirche. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die Erleichterung steht dem Zweieinhalbjährigen hinterher förmlich ins Gesicht geschrieben. „Ich habe gebadet“, ruft Xavier immer wieder, „ich habe gebadet.“ Und tatsächlich wird einem Kind bei einer griechsisch-orthodoxen Taufe nicht nur Wasser auf die Stirn geträufelt, sondern es wird nackt komplett erst mit geweihtem Öl erst gesalbt und dann in einer Schale mit Wasser gebadet. „Natürlich ist das Wasser nicht kalt, sondern schön warm“, sagt Erzpriester Alexandros Simeonidis. Der Mann mit dem grauen Zopf bleibt gelassen, auch als Xavier weint. Er hat schon Xaviers Mutter Panagiota Tatsi (22) getauft.

Auch Patentante Evangelini Sigianni hat Routine. Sie war auch schon Patentante bei Panagiota. „Patin zu sein ist eine Ehre“, sagt sie hinterher, „das ist noch eine größere Ehre als wenn man Trauzeuge ist. Wenn man gefragt wird, Pate zu sein, sagt man nicht Nein, das wäre eine Sünde.“

Heiliges Öl und viel Symbolik

Ein griechisch-orthodoxer Taufgottesdienst besteht aus vier Teilen. In der Einführung entsagt die Taufgemeinde zunächst dem Teufel, mit dem Gesicht zur Eingangstür der Kirche gewandt. Dann dreht man sich um, blickt in Richtung Altar und schließt sich Gott an und spricht das Glaubensbekenntnis. Im Hauptteil werden Öl und Wasser getauft, das Kind wird gesalbt und dreimal in das Taufbecken eingetaucht. Der sogenannte Psalti singt Psalme während der Zeremonie. Anschließend erfolgt die Salbung mit dem Heiligen Chrisam-Öl, auch Myron genannt. Es wird alle zehn Jahre vom geistlichen Oberhaupt, dem Ökumenischen Patriarchen, in Konstaninopel (heute Istanbul) hergestellt und dann an die orthodoxen Gemeinden verteilt.

Vor der Taufe hatte Xavier, der noch auf die Namen Lambros und Kontantinos getauft wird, legere Kleidung getragen, danach wird ihm ein Höschen und ein Hemd aus einem spezielles Leinentuch angezogen, es folgen ein schwarzer Anzug mit Fliege, Lackschuhe und eine Mütze aus Leinen, um die nassen Haare zu schützen. Pope Alexandros schneidet dem Jungen noch ein paar Haare in Kreuzform ab, der Enkelsohn der Patentante reicht die Taufkerze. Man geht dreimal um das Taufbecken herum, der Erzpriester schwenkt dazu Weihrauch.

Mutter Panagiota Tatsi, die zwischendurch auch Tränen in den Augen hat, als ihr Sohn weint, lächelt wieder. „Alle Kinder weinen bei der Taufe“, beruhigt sie eine Freundin, „das ist ganz normal.“ Großvater Lambros, der ein griechisches Restaurant in der Südstadt betreibt, ist sichtbar stolz auf seinen Enkel.

Seit 25 Jahren gibt es die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Heilige Drei Hierachien am Mengendamm. Alexandros Simeonidis sagt, dass Symbolik in der griechisch-orthodoxen Zeremonie eine große Rolle spiele. Das Olivenöl erinnere an die Taube in der Geschichte von Noah, die einen Olivenzweig im Schnabel getragen habe. Für rund 8000 Gläubige ist die Gemeinde zuständig. Der Bezirk reicht bis nach Kassel. Pro Woche gebe es etwas zwei Taufen (“rund 100 im Jahr“). Wer selbst getauft worden sei, lasse meistens auch seine Kinder taufen, sagt der Erzpriester. Kirchenaustritte, weil die Menschen Geld sparen wollen, kennt die Glaubensgemeinschaft nicht: „Bei uns gibt es keine Kirchensteuer“, sagt ein Mann.

Von Saskia Döhner

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